Wein des Lebens: Freude, Pracht und Fülle!

Liebe Schwestern und Brüder!
Wasser zu Wein machen! Das wär’s! und auch die größten Skeptiker des Heils in und durch Jesus Christus kämen mit einem Schlag zum Glauben.
Wasser zu Wein machen! Das wär’s, eben ein großes Wunder und ein Zeichen für die Allmacht und Größe Gottes!
Doch viel größer in uns sind in aller Regel unser Kleinglaube, unsere notorische Skepsis, unser Misstrauen und unsere ewigen Zweifel an der von Gott an uns verschenkte Fülle des Lebens oder seinen Segensspure in unserem Leben.

Auch gilt dieser chronische Pessimismus auch uns Predigern. Wasser predigen und Wein trinken, das wird uns ja nicht zu Unrecht des Öfteren vorgeworfen.

Ja, ich gebe es zu: ich trinke gerne Wein und mit viel innerer und großer Freude nimmt man davon einen guten Schluck Wein gerne zu sich. Wein, dieses göttliche Getränk, darf auch schon mal teurer sein und als Flasche einige Euro kosten.
Weintrinker widersprechen dieser These schon gar nicht und auch gelegentliche Trinker eines edlen Tropfens aus den Früchten des Weinstocks stimmen dem bestimmt zu.

Doch, was geschieht hier in dieser berühmten Wundergeschichte? in der Wasser von Jesus zu Wein verwandelt wird und die schon immer die Phantasie der Zuhörer und Leser angeregt hat, nicht nur bei den passionierten Weintrinkern!

Liebe Schwestern und Brüder!
Ja, wenn Jesus vor meinen Augen Wasser in Wein verwandelte, dann würde ich glauben!, sagte vor Jahren in meiner Zeit als Lehrer ein Schüler an den Beruflichen Schulen in Bad Hersfeld zu mir.
Schier unglaublich und phantastisch mutet diese Geschichte des Evangelisten Johannes an. Sie ist einmalig im Neuen Testament.
Jesus wird auf eine Hochzeit geladen und verwandelt dort Wasser zu Wein. Der Evangelist bezeichnet in seinem Werk diese Tat Jesu als das erste Zeichen und Wunder, das Jesus vollbrachte, um seine Herrlichkeit als Gottes Sohn erscheinen zu lassen.
Als ein Zeichen Gottes wird Jesu Wundertätigkeit beschrieben und das geschah, weil schon damals kurz nach Jesu Tod, viele bezweifelten, dass Jesus von Nazareth der Christus und Gottes Sohn sei. Geschweige denn, dass er Wunder vollbracht hätte.
Auch heute werden diese neutestamentlichen Wunder-Geschichten noch immer als unrealistisch -und mit den Augen der modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnis betrachtet- stark bezweifelt!
Wenn Jesus vor meinen Augen Wasser zu Wein verwandeln könnte, dann würde ich auch glauben!
Ja wer täte das nicht!
Wenn der Herr Jesus doch zu sehen wäre, wenn er doch seine Anwesenheit in unserer Mitte kurz aufblitzen ließe, wenn er doch hier mitten unter uns wäre? Oh wie würden wir ungläubigen „Thomasse“ staunen!
Wir würden fest glauben, wir würden feiern wie auf einer Hochzeit, wir würden die Freude des Weins genießen und uns Gottes Anwesenheit unter uns schmecken lassen!
Wir würden lachen und tanzen und uns über die göttliche Fülle in unserem Leben freuen.
Oh wir würden es mit ganzem Herzen und ganzer Seele tun.
Gepriesen sei unser Gott und Bruder Jesus Christus. So würden wir auf der Hochzeit des Lebens feiern, singen und tanzen.

Doch lieber lassen wir uns vom tristen Alltag, von unserer Skepsis und Freudlosigkeit leiten. Wir murren resignierend, wir jammern, sind skeptisch und bisweilen mutlos. Dabei könnten wir doch Jesu Christi Herrlichkeit durch das Wunder des Glaubens in unserer Mitte förmlich erkennen, schmecken und fühlen. Wer mit Jesus Christus geht, der hat die hohe Zeit des Lebens mit sich. Wer mit Jesus Christus geht, der kann optimistisch und freudig durchs Leben gehen.
Ja, ja sagt sich mancher es ist ja schön über Wein zu predigen und dann nur Wasser auszuschenken!
Gut daran ist manches Wahre. Nicht alles im Leben ist festlich, vieles ist schwammig und wässrig und verrinnt in unseren Händen, nicht jeder feiert innerlich immer Hochzeit oder ein anders fröhliches Fest und empfindet das Leben, das Gott uns schenkte und das er erhält- und daran glauben wir Christen schließlich- als eine Freude, Geschenk und gerecht. Das Leben ist nicht immer fair. Tief im inneren und aus mancher bitteren Erfahrung wissen wir es.
Indessen vergessen wir zwischenzeitlich die fröhliche, glückliche und dankbare Seite des Lebens. Das Leben in Fülle, das Leben mit Liebe, Zuneigung und göttlichem Halt.

Liebe Schwestern und Brüder ganz wichtig für jede, für unsere Kirchengemeinde, für jeden Einzelnen von uns , die wir alle vom Wort Gottes, vom Evangelium Jesu Christi geprägt sein möchten, bleibt der feste Glaube an Gottes Herrlichkeit, die in Jesus Christus geschehen ist und geschieht.

Warum soll sie nicht an uns und für uns geschehen?
Nur weil ich nicht alles sehe, nur weil ich mir einrede Wunder gibt es nur im Märchen, Zeichen geschehen nur an andern und nicht an mir? Ich sehe so viel nicht und es gibt es trotzdem
Oh wie kleingläubig und verstockt wir doch sein können.
Da liegt die hohe Zeit, die göttliche Fülle vor mir und ich brauche richtige Zeichen und Wunder.
Da geschehen Zeichen und Wunder vor unseren Augen und wir sehen es nicht durch unsere Alltagsblindheit. Und hier kann es geschehen und ich kann meine oberflächliche Undankbarkeit ablegen. Vieles in unserem Leben haben wir doch Gottes Segen und Schutz zu danken. Gottes Hand hat uns geleitet und bewahrt. Unfälle sind nicht schlimmer ausgegangen, Fehler sind ohne Folgen geblieben. Wir sind doch auch dankbar für unser täglich Brot, das wir essen, das Dach, das uns schützt und die Liebe und Hilfe, die uns trägt.
Das alles ist keine Selbstverständlichkeit und ist manchmal ein Wunder, das sich kontinuierlich und langsam, fast unsichtbar vor unseren Augen zeigt.
Vertraue ich auf Jesu Heil und Rettung und wenn ich mich entschieden habe diesen Wein aus dem Kelch des Heils zu trinken, wie wir es beim Abendmahl hören, dann gebe ich meinen Leben Sinn und Fülle. Die unendliche Fülle, Großzügigkeit und das ewige Heil aus dem Kelch des Heils kommt zu mir, z.B. in, durch und beim Abendmahl des Herrn.
Das glauben viele und spüren viele körperlich beim Abendmahl, diesem heiligen Sakrament, das Gottes Nähe und Anwesenheit verheißt
Fülle von Liebe und Segen, die nicht zufällig oder als schicksalshafte Wendung zu mir kommen, sondern aus Gottes großer Spende für mein Leben.
Und wer diese Fülle schon jemals in seinem Leben erspürt hat, geschmeckt, erfahren und erlebt hat, der wird gern von dieser göttlichen Fülle etwas in sein Leben aufnehmen.
Das ist das Geheimnis des Glaubens, die Fülle und Schönheit des Lebens mit den inneren Augen und auch den äußeren zu sehen und daraus Kraft und Freude zu schöpfen.
So wie man an einem feierlich gedeckten Tisch ein Wein trinkt und sich an der Schönheit des Getränks erfreut und labt, so kann man Jesu Weinwunder als moderner Mensch des 21. Jahrhunderts als Jesu Geschenk der unendlichen Fülle Gottes in meinem Leben interpretieren. Seine Spuren des Heils lassen sich in meinem Leben für mich persönlich als Zeichen Gottes sehen. Behütung, Bewahrung, Schutz, mehr Glück als Verstand gehabt, im Nachhinein haben sich Lebenssituationen als Segen erwiesen. Wir alle kennen so etwas.
Wir kennen auch das Füllhorn der Liebe, das unsere Mütter über uns ausgeschüttet haben oder noch ausschütten. Wir kennen, brauchen, lieben die Geborgenheit, das Vertrauen und die Liebe, die durch unsere Lebenspartner/in in unser Leben strahlt. Liebe und Fülle mit Gottes Segen und Bewahrung auf allen Wegen und Reisen des Lebens sind wie der Wein auf einem großen und schönen Fest.
Und wer an Jesus Christus glaubt, wer Jesus Christus zum Speisemeister des eignen Lebens und auch zum Herrn über den eignen noch zu sterbenden Tod macht, der empfängt diese Fülle und nimmt dieses Heil in sich auf.
Der trinkt im Leben und im Sterben vom Kelch des Heils und schöpft daraus Kraft wie bei einem guten Mahl mit gutem Wein.
Darüber können wir uns freuen und daraus schöpfen wir Kraft für den Alltag, denn der Herr schenkt den Gläubigen das Leben in Fülle.
Übrigens ich trinke heute am Sonntag, am Tag des Herrn, ein, zwei Gläser Wein zum Mittagessen wegen der Fülle, Schönheit und Freude am Leben.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinn in Christus Jesus.

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