Gottes Wille zum Heil kennt keine Grenzen

Liebe Gemeinde!

Der heutige Predigttext führt uns weit zurück
an den Anfang der Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel,
in die Zeit des Mose.

Gott hatte die Israeliten befreit aus der Sklaverei in Ägypten.
Er hat sie durch die Wüste geführt und ihnen die Gebote gegeben.
Darin heißt es:
„Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat,
du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

Doch Mose blieb lange aus auf dem Berg Sinai,
als er von Gott weitere Anweisungen für das Zusammenleben empfing.
So lange, dass das Volk die Geduld verlor.
Sie bedrängen ihren Obersten Priester Aaron und sagten zu ihm:
„Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt!“

Und da machte Aaron ihnen einen goldenen Stier,
den sie anbeteten und umtanzten.

Als Mose zurückkam und das Stierbild sah und das wild tanzende Volk,
packte ihn der Zorn und er zerschmetterte die Steintafeln mit den Geboten.

Das Volk wurde bestraft dafür, dass es Gott untreu geworden ist
und bereits nach so kurzer Zeit
das erste und grundlegende Gebot gebrochen hatte.

Doch Mose trat wieder vor Gott und betete für sein Volk.
Auf die Fürbitte seines Vertrauten hin,
wandte sich Gott wieder seinem Volk zu und versprach ihm seine Nähe
und dass er es begleiten werde auf dem Weg in das Land der Verheißung.

Ein zweites Mal will Gott nun die Gebote auf Steintafeln schreiben,
und dazu lässt er Mose noch einmal auf den Berg Sinai kommen.

Hier setzt unser Predigtext ein:
„Mose machte die beiden Steintafeln zurecht
und nahm sie am nächsten Morgen mit auf den Berg,
wie der Herr es befohlen hatte.
In einer Wolke kam der Herr auf den Berg herab,
stellte sich neben Mose und rief seinen Namen aus.
Er ging an Mose vorüber und rief:
»Ich bin der Herr! ›Ich bin da‹ ist mein Name!
Ich bin ein Gott voll Liebe und Erbarmen.
Ich habe Geduld, meine Güte und Treue sind grenzenlos.
Ich erweise Güte über Tausende von Generationen hin,
ich vergebe Schuld, Verfehlung und Auflehnung;
aber ich lasse auch nicht alles ungestraft hingehen.
Wenn sich jemand gegen mich wendet,
dann bestrafe ich dafür noch seine Kinder und Enkel
bis in die dritte und vierte Generation.«

Da warf sich Mose anbetend vor dem Herrn nieder.
Mose sagte: »Herr, wenn ich in deiner Gunst stehe,
dann sei doch in unserer Mitte und zieh mit uns in das Land!
Es ist ein widerspenstiges Volk,
aber vergib uns unsere Schuld und unseren Ungehorsam
und nimm uns als dein Volk an!«

Darauf sagte der Herr:
»Ich schließe einen Bund mit euch
und werde vor euren Augen Wunder tun,
wie sie noch niemand vollbracht hat unter allen Völkern der Erde.
Das ganze Volk, in dessen Mitte du stehst, soll meine Taten sehen.
Furcht und Staunen erregend werden die Wunder sein,
die ich für euch tun will.“

So weit das Wort der Heiligen Schrift.
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Amen.

Liebe Gemeinde!

„Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen!“
Der Wochenspruch gibt das Thema an für diesen Sonntag.
Wir haben einen Gott, der da hilft und heilt.
Und wir haben es nötig, dass Gott uns hilft und heilt.
Denn ohne ihn sind wir heillos verloren.

Wir sind nämlich nicht anders als das Volk Israel.
Kaum bleibt die Begegnung mit Gott –
damals vermittelt durch den Mittelsmann Mose –
für längere Zeit aus, machen sie sich selbst einen Gott.
Einen Gott zum Angreifen, der sie führen und schützen soll.

Genau wie heute!
Schauen wir uns doch um: Überall basteln sich Leute ihren eigenen Gott.
Einen Gott, der ihnen scheinbar näher ist.
Einen Gott, der ihnen klare Antworten gibt auf ihre Fragen.
Und dafür laufen sie zu Menschen,
die als Medium oder Sprachrohr auftreten
und ihnen angeblich Botschaften aus dem Reich der Engel
oder des Universums ausrichten.

Und dort erfahren sie,
dass ihre Probleme mit früheren Leben zusammenhängen,
die jetzt aufgearbeitet werden müssen.

Überall gibt es esoterische Angebote und Seminare.
Unmengen von Geld werden ausgegeben.
Das goldene Kalb von damals ist ein Klacks dagegen!

Wir leben in einer spirituell aufgeladenen Zeit.
Aber es ist nicht der Heilige Geist, der hier weht!

Hätten wir nicht einen Fürsprecher an unserer Seite
– wie damals das Volk Israel in der Person des Mose –,
wir wären schon längst verloren.
Ja, wir haben es nötig, dass Gott uns hilft und uns heilt!

Viele laufen heute falschen Göttern nach
und vertrauen lieber auf die Kräfte des Kosmos und auf Geistheiler
als auf den lebendigen Gott, der uns wirklich helfen könnte.
„Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen!“

Die frohe Botschaft unseres heutigen Predigtwortes ist,
dass Gott zwar die Sünde ernst nimmt
und nicht einfach darüber hinwegwischt,
aber was er wirklich will, ist uns zu retten.
Gottes Wille zum kennt keine Grenzen.

Er ist für uns da. Das ist sein Name.
Dafür steht er, dass er es gut mit uns meint.
Er ist ein Gott voll Liebe und Erbarmen und Geduld.
Seine Güte und Treue sind grenzenlos
und breiten sich aus über Tausende von Generationen.

Er vergibt uns unsere Schuld und ist mit uns unterwegs.
Er begleitet uns auf unserem Weg ins Land der Verheißung.
Unser Fürsprecher ist Christus selbst,
der unaufhörlich vor Gott für uns eintritt.
Er hat mit seinem Leben dafür eingestanden,
dass er für uns dieser Fürsprecher sein kann.

Sein Leben, das er für uns hingegeben hat,
sein Blut, dass für uns vergossen wurde,
besiegeln den neuen Bund, den Gott mit uns schließt.

Einen Bund, der die ganze Welt im Auge hat.
Denn Gott will, dass allen Menschen geholfen werde
und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Und wenn Gott mit Menschen einen Bund schließt,
dann bedeutet das nicht nur,
dass sie ihm irgendwann einmal begegnen werden,
sondern dass sie ihn hier und jetzt schon erfahren dürfen.
Er wird sich in ihrem Leben als so tatkräftig und wirkmächtig erweisen,
dass ihnen vor lauter Staunen Augen und Mund offen stehen bleiben!

Wie damals, als Jesus den Gelähmten heilte an Leib und Seele,
sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen:
Wir haben so etwas noch nie gesehen.

So spricht der HERR:
»Ich schließe einen Bund mit euch
und werde vor euren Augen Wunder tun,
wie sie noch niemand vollbracht hat unter allen Völkern der Erde.
Das ganze Volk … soll meine Taten sehen.
Furcht und Staunen erregend werden die Wunder sein,
die ich für euch tun will.

Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen!
Wer das glaubt und darauf vertraut,
der kann auch heute mit Gott seine Wunder erleben.
Jesus Christus spricht: Alle Dinge sind möglich bei Gott.

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