Durch und durch geheiligt

Durch und durch geheiligt… Wie wohl mag das sich auswirken, denke ich wenn einer so richtig durchgeheiligt wurde… Heiligenbilder kommen mir in den Sinn.. wie hieß noch der mit den vielen Pfeilen.. überall Pfeile im ganzen Körper.. und dabei lächelt der.. auf manchem Bildern.. lächelt er, verklärt nicht von dieser Welt. Auf anderen, nicht so guten grinst er eher ein bisschen blöde.. Sebastian. Der heilige Sebastian… genau so heißt er… Damals, ich glaube ich war 16 Jahre alt, sind wir mal in Dresden in der Gemäldegalerie gewesen. Dort hängt der heilige Sebastian, in zig Varianten… und lächelt.

Mich hat er irgendwie beeindruckt und irgendwie hat er mich wütend gemacht. Ich glaube wegen dieses unmenschlichen Gehabes..

Wie anders ist da doch Jesus von dem Markus, Mathäus und Lukas erzählen… Dieser Mensch, der am Kreuz leidet und schreit:“ Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen“.

Durch und durch heiligen… sollen sie sich lassen die Christen in Tessaloniki … Gutes tun, das Böse meiden, die Schwachen tragen…

Sehr ambitionierte Forderungen die Paulus da formuliert… nicht allein aus Gnade… sondern schon durch Ihre Werke… sollen sie sich als Heilige erweisen. Es ist eben ein sehr früher Brief des Apostels in dem wir hier lesen… Auch Paulus hat seine Gedanken, seine Theologie über eine längere Zeit entwickelt..

Damals um das Jahr 50 erwarten die Christen die Wiederkunft des Herrn noch zu ihren Lebzeiten.

Da sieht manches anders aus.

Im Jahr vor der Prüfung denkt Olaf, da lerne ich mehr, intensiver, fleißiger als in allen anderen Jahren.

Ich kenne ja da Ziel. Außerdem, mal ehrlich wenn ich die ganze Zeit so gelernt hätte, da wäre mir der Kopf geplatzt..

Der Besuch der alten Dame… für Yvonne ist das immer sehr anstrengend. Sie fürchtet sich ein wenig vor der Strenge… sie ärgert sich über diese herablassene Art… aber Sie mag auch die alten Geschichten.. und sie bewundert die Großmutter die alleine 6 Kinder großgerzogen hat… Oma bleibt ja nur 4 Tage, das schaffe ich schon denkt sie.. Sie wird freundlich sein und großmütig.. für 4 Tage geht das schon.. denkt Yvonne länger… und ich fange an zu schreien… das denkt sie auch..

Ich meine es ist schon irgendwie, einfacher solchen Forderungen wie denen des Apostels nachzueifern.. wenn die neue Welt, der Zeitpunkt wo alles sich wandelt.. wenn der Tag des Herrn.. quasi schon an die Tür klopft… Der Herr soll uns bereit finden. Gebt euch mühe! Es ist ja nicht für lange.

Doch die Zeit dehnte sich und Paulus, sah wohl das es kein kurzer Weg war der vor Ihnen lag. Er wusste dass die meisten Menschen nicht zum Marathonläufer geboren sind. Sie ermüden auf langen Strecken verlieren das Ziel aus den Augen. Der Mensch braucht Pausen und vor allem braucht er etwas das Ihm Kraft gibt für all die langen Wege die zu gehen sind. Gnade und Liebe…

Die Ziele die Mahnungen, er hat das nicht aufgegeben, das kann man in den späteren Briefen nachlesen.

Es bleib ja weiterhin Gott gemäß sich um die Schwachen zu Sorgen, den Geist Gottes herbeizusehnen, das Gute zu tun und Böses nicht mit Bösem zu vergelten. Aber die Leute brauchten eben einen Grund.. eine Grundlage, eine Quelle, mehr als ein fernes Ziel. Wenn die Kraft sich nicht mehr speisen ließ aus dem Anblick des nahen Zieles.. komm schon die paar Meter … wenn das nicht mehr stimmte.. Der Herr blieb ja aus.

Ich meine Paulus glaubte wohl noch immer daran, das der Tag nicht fern währe.. aber er spürte wohl auch… das es eine immer weiter entfernte Nähe war.. auf die er da hoffte…

Was aber konnte tragen, in den Ebenen… in Tagen und Jahren… Was hilft einen Fuß vor den anderen zusetzen auf einer von vielen Etappen an deren Ende das Ziel wohl immer noch nicht zu sehen sein wird… Mose in der Wüste… er kannte die Geschichten gut der Paulus… was hilft durch die Weite hindurch… was hilft das Gelobte Land nicht zu vergessen?

Es gab ja viele, die waren drauf und dran auszuwandern aus dieser Welt.. hinein in das Reich der Himmel… Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das ist wenn man sich entschieden hat, wegzugehen.. eigentlich ist man dann auch immer schon nicht mehr da… ist schon immer ein bisschen an dem neuen Ort.. Dinge die man mit viel Mühe erhalten hat an dem alten Ort, werden weniger wichtig…

Das macht frei zum einen.. und zum anderen… wird einem einfach vieles egal…

Wir sind nicht von dieser Welt…

Wie war das noch.. war nicht das Reich Gottes schon inwendig in Ihnen… War es dann klug vom großen Ziel her zu denken oder war dass wonach er sich so sehr sehnte nicht hier.. hier … in diesem Leben..

Hatte Gott Sie nicht hier aufgesucht. Waren sie nicht hier schon neu geworden mitten im Alten.. ? Paulus war glaube ich auch einer von denen die das Christentum und damit Jesus im Hier und Heute hielten..

Ihr seid schon, gerettet.. Gott hat sich euch schon zugewandt… Er ist schon mitten unter euch… Ihr müsst das nur annehmen..

Na ja das ist schwer genug.. und der Apostel der Erlösung, machte eben auch nicht immer so einen ganz erlösten Eindruck.. So ist das wohl.. es ist eben immer Stückwerk.

Manches hat er wohl auch kompliziert… Er hat eine ganze Theorie von Jesus als dem Christus, vom Kreuz und der Gnade entfaltet.. und viele seiner Schüler falteten noch weiter daran.

Jesus aus Nazareth hatte einfach mit Ihnen gegessen, er hatte Kranke geheilt.. und ihnen gesagt.. sorgt euch nicht um Morgen.. Gott ist heute schon bei euch.. hier .. seht die Vögel unter dem Himmel seht, wie Gottes Leuchten durch diese Welt geht.

Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. 24 Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.

Die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.. Sie steht nicht nur aus sie ist auch immer schon geschehen… Aus der Gnade.. wächst die Gelassenheit, denn ich weis, Gott, das Leben und die Liebe.. ist bei mir.. ich muss es nicht verdienen.

Aber auch da bin ich mir ziemlich sicher… wenn ich so gar nicht danach handle.. nicht das Gute suche.. dann kann ich, das große Geschenk Gottes verlieren…

Keine Angst… das ist es wohl.. keine Angst und Ihr werdet diese Welt verändern.. denn es wird Kraft in euch sein.. es wird euch gelingen nicht immer aber ab und zu werdet Ihr Böses nicht mit Bösem vergelten, Ihr werdet die Schwachen stützen, und wenn Ihr schwach seid werdet Ihr getragen werden… Der Geist wird euch besuchen und Ihr werdet es wissen… nicht immer.. aber in so ganz besonderen Momenten wird das sein.. und dann werdet Ihr wieder Hoffnung haben für ein ganzes Universum.

Diese Hoffnung aber und die Liebe.. ist nicht für euch alleine…Sie muss geteilt werden oder sie vergeht… Ihr du, und ich wir sind die Heiligen Gottes.. auch ohne das Pfeile in uns stecken.. und wir dazu lächeln…

Heilige des Alltags.. hier, Heute.. Ach ja.. heute begrüßen wir auch eine neue Heilige.. herzlich willkommen der heiligen Grit.. ( im Gottesdienst getauft).

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