Mission muss sich lohnen!?

Wie war das damals eigentlich? Wie ist das losgegangen? Noch kann man die eine oder den anderen fragen. Noch leben jene die sich erinnern können.

Es gab da einen der schrieb Ihre Geschichte auf. Er hatte schon eine Geschichte Jesus geschrieben. Nun also gab es die Fortsetzung, die Geschichte der Apostel.

In Phillippi gründete Paulus die erste christliche Gemeinde in Europa. Später hat er viel Unterstützung von dieser Gemeinde erfahren. Laydia eine Pupurhändlerin war die erste die sich und dann auch alle die zu Ihrem Haus gehörten taufen ließ. Es ist der Beginn einer langen Erfolgsgeschichte. Es ist auch der Beginn einer Geschichte voller Wunder von Trost und Erlöskung von Hoffnung und Halt aber auch der Beginn einer Geschichte voller Irrtümer, auch der Beginn der Geschichte von Inquisition und Kreuzzügen…

Damals in Philippi kam der Glaube an Christus in die Weltgegend die sich später einmal das christliche Abendland nennen wird. Später… damals waren sie wenige.

So viel zum Historischen Hintergrund…

Es ist nicht die einzige Missionsgeschichte, die ich gelesen oder gehört habe. Viele sind ähnlich.. ähnlich atemlos… ähnlich aufgebaut.

Ein ruf ergeht.. Der ergeht immer. Keiner kann das überprüfen… Oder genauer. Das jemand sich selbst als von Gott hierher oder dahin gerufen versteht, das andere dem zustimmen… kann man ja hören oder sehen.. aber ob es wirklich Gott war? Das kann niemand mit absoluter Sicherheit wissen. Viele die sagten ich bin von Gott auserwählt oder von Gott gesandt haben teuflische Dinge getrieben. Folterknechte der Inquisition, verkrüppelte Kinderseelen.. Gott will es riefen die Streiter des Herrn als sie in Jerusalem knöcheltief durchs Blut wateten…. Die Sendung von Gott hat ausgedient in dieser Welt ist sie kein Abzeichen mehr, das den Träger größeres Vertrauen einbringt. Zum Glück denke ich..

Sich selbst berufen zu fühlen, ist ein anderes Ding. Sich auf den Gott der Liebe zu berufen und den Gott der Weite… ist ein ander Ding… als dieses: Gott mit uns…. Und gegen anderes als diese Lust an geliehener Macht.

Viele Geschichten beginnen mit einer göttlichen Sendung wenn man sie im nachhinein erzählt.. Dann wenn etwas daraus geworden ist… Viele Geschichten müssen am Ende einen Sinn ergeben.. wenn sie mit einer göttlichen Sendung beginnen… Sie müssen.. egal wie!

Wie auch immer in der Apostelgeschichte wird Paulus nach Europa gerufen. Wek von Asien, wo die Mission nicht so sehr erfolgreich war.

Trahkisch Samos… der Hafen Napoli.. und schon ist man in Phillipi Mazedonien.

Paulus und sein Begleiter tun zuerst was sie immer zuerst tun. Sie gehen dahin wo sich eine jüdische Gemeinde versammelt. In Phillipi ist die Zahl der Juden gering. Außerhalb der Stadt am Flussufer haben sich die Frauen zum Gebet versammelt. Jüdinnen und solche die sich zum Judentum hielten waren drunter.

Paulus und sein Begleiter… reden zu und reden mit den Frauen. Sie reden von Jesus, vom Auferstandenen Christus… Reden von sich selbst von Ihrem Glauben und Ihrer Hoffnung. Von Gnade reden sie und von der Liebe Gottes.

Die eine mit Namen Lydia ist eine Suchende. Sie hört in Ihren Worten etwas, das Antwort auf Ihre Fragen sein könnte.. Sie fühlt sich verstanden in Ihrer Sehnsucht nach einem Gott, der lebendig ist… und großherzig…

Sie lässt sich taufen.. und weil sie eine wohlhabende Frau ist.. vermutlich eine Witwe, denn sie steht Ihrem Haus vor… was nicht der Fall gewesen wäre hätte es da einen Ehemann gegeben… Wie auch immer sie lässt sich und eben auch alle die zu Ihrem Haus gehören taufen.

Oikos ist das griechische Wort für Haus und daher kommt der Tholog. Begriff Oikosformel. Womit nichts anderes belegt werden soll, als die Tatsache, dass es schon in den ersten Tagen der Christenheit Säuglingstaufen gegeben hat.. oder eben Taufen von Menschen die Getauft wurden weil die Herrschaft des Hauses christlich geworden war.

Die Mission hatte also Erfolg gehabt. Bescheiden zwar aber immerhin ein Anfang war gemacht.. ein Samenkorn gepflanzt… und nun eilig im Namen Gottes weiter und voran… Vorwärts immer.

Lydia aber lässt die Apostel nicht ziehen.

Sie nötigt Ihnen Zeit ab. Die Frau weiß was sie will. Sie will auf keinen Fall ein Missionsobjekt, eine Trophäe sein. Wer will das schon…

Viele sind es gewesen durch die Zeiten, Missionsobjekte… und Trophäen.

Ich kann mich noch sehr gut an einen Vortrag erinnern den ein Missionar über seine Arbeit in Afrika gehalten hat…. Und dann haben die Schwarzen, die Jesus als Ihren Herrn angenommen hatten auch endlich anständige, was in diesem Fall europäische bedeutete, haben sie anständige Kleidung getragen. Die schwarzen waren Objekte der Mission. Sie selber spielten eine untergeordnete Rolle… Ihre Kultur… egal.. Hauptsache sie sind gerettet…

Pro Christ.. auch an diesem Abend wieder… so und so viel tausend.. die Bilanzen glänzen. Die Bilanzen sind frisiert. Sehr oft nicht mal bewusst, es ist eher so, das der Mensch sieht was er sehen will.

Mein alter Pastor auch ein Evangelist und Missionar, hat sogar seine Misserfolge, und man darf bei so Erfolgsverliebter Missioniererei auch von Misserfolg reden, Er hat jedenfalls auch die Misserfolge in Siege umgedeutet.. Wenn ein Mensch vor seinen massiven Versuchen Ihn zum Glauben zu bringen die Flucht ergriff, dann sprach der Prediger: Siehe sein Sündersein hat die Nähe des Herrn nicht ertragen…der Kampf geht weiter… halleluja…

Der Druck ist enorm.. und immer geht es weniger um den anderen als um die Misssionare selber… Es ist oft einfach Angst.. Angst vor einem Versagen, das am Ende nicht nur das eigene sondern Gottesversagen sein könnte! Das aber darf nicht gedacht werden.. also ist man es wohl selbst.. und alle Mühe war vergeblich… ein alter frommer Bruder betetet einmal: Herr, ich weis das Blut derer die ich nicht habe zu dir führen können wird über mich kommen… Welche Hybris und welch ein Abgrund…. Der Leistungsgedanke führt nicht nur bei den Neoliberalen, zu unmöglichen und unmenschlichen Irrwegen.

Wie auch immer Lydia die Urmutter der europäischen Christenheit… fordert von den Aposteln ein was das Eigentliche ist… Gemeinschaft und Zeit… Sie will die Liebe spüren von der gepredigt worden ist, sie will die Gemeinschaft erfahren von der Paulus so geschwärmt hat.. kurz sie nimmt die Apostel beim Wort und nimmt sie mit zu sich nach Hause… Die die von der neuen Welt gepredigt haben, lädt sie in Ihre Welt ein. Dort muss es sich realisieren… dort muss die neue Welt das Reich Gottes ankommen.

Was wenn wir an der Reihe sind? Wenn die Situation so ist, wer will kann es auch Fügung oder Gottes Wille nennen.. Was wenn Menschen uns anfragen? Wenn wir die Gelegenheit haben von unserem Glauben von dem was uns bewegt zu erzählten… Schaffen wir es dann ganz bei uns zu sein? Schaffen wir es den anderen zu sehen? Ihn nicht zu reduzieren auf einen Menschen dem das schlimmer Defizit des Unglaubens anhaftet sondern als jemanden von dem wir auch noch etwas über uns selbst und unseren Glauben lernen können und als einen Menschen dem wir wünschen Gott zu begegnen weil eben dieser Gott uns selber begegnet ist? Sind wir beseelt und beflügelt und lässt die Liebe uns gelassen bleiben? Und wenn dann jemand sagt bleibe oder komm?

Es wird so oder so sein. Meine Tage sind verschieden. Meine Kraft ist klein oder groß. Mein Herz ist weit oder hart…

Und ja ich bin nicht frei.. wie kein Mensch frei ist… wir sind gefangen in Vorstellungen, Überzeugungen. Erwartungen eigene und fremde legen uns fest…

Muss ich die Kirche retten? Wir brauchen mehr Mitglieder… Gemeindeaufbaukonzepte.. Evaluation,. Leitbildentwicklung… Methode.. und Erfolg…. Ich Glaube! Ich glaube, das ich glaube und ich glaube, das ist es und es sind die Menschen mit denen ich meinen Glauben teile. Machen kann ich nicht, das jemand glaubt.. aber neugierig auf den Gott der mich bewegt, kann ich machen.

Oder so… wenn Mission etwas kann.. wenn Kirche etwas kann… dann ist es das eine… Wir können das Wasser nicht in Wein verwandeln, wir können aber dafür sorgen, das ausreichend Wasser da ist..für alle Fälle.

Mit Lydia und Ihrem hat es begonnen… und heute seid ihr es…

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