Lobpreis Gottes

Am Ende seines wichtigsten Schreibens, schließt Paulus den Kreis. Wie Am Anfang steht hier nun wieder eine Doxologie ein Lobpreis Gottes.

Eine unzeitige Geburt, nennt Paulus sich selbst. Sein Ansehen als Apostel, als einer der ersten Nachfolger Christi, ist ein angefragtes. Er war nicht dabei, damals als die anderen mit Jesus durchs Land gezogen waren. Er hat Christen verfolgt als Abtrünnige vom Judentum. In der Provinz Syrien in Damaskus haben Christen Ihn mit dem Christus bekannt gemacht. Den Zimmermann aus Nazareth hat er nie gekannt.

Vieles bei Paulus klingt in unseren Ohren Abständig, Theoretisch. Das hat seinen Grund. Paulus war ein Grübler ein Wahrheitssucher. In Christus hat er die Antworten auf seine Fragen gefunden.

Er hat nicht den Wanderprediger gesucht, der mit Zöllnern und Huren Umgang hatte, nicht den Jesus der in Gethsemane Ängste ausgestanden hatte. Paulus suchte den Gesalbten den Logos die Antwort Gotte aus der Höhe. Geschichten erzählen, das konnten die anderen Petrus, Johannes, Andreas, Jacobus der Bruder von Jesus… und all die die mit dabei waren… Er war ein neuer Typ von Apostel ein Gelehrter und er würde Ihnen allen erklären was Ihre Geschichten und was vor allem seine Jesus Christus eine Geschichte zu bedeuten hat. Paulus war der erste Theologe und nicht alles was Theologen ersinnen bringt die Menschen Gott näher.

Aus einem einfachen Grund…. Man bekommt Ihn einfach nicht zu fassen. Das aber ist bei tieferen Nachdenken eigentlich auch wieder ganz logisch… Beschreibe und ergründe doch mal einer in Gänze oder auch nur halbwegs Vollkommen einen anderen Menschen.. beschreibe einer sich selbst..! Jeder der dabei ehrlich zu Werke geht wird feststellen, dass er sich fast genauso fremd bleibt wie er sich selbst bekannt vorkommt.

Eine Definition von etwas oder jemanden, kann helfen, die größte Verunsicherung zu überwinden. Sie hat aber einen Preis. Der Preis ist die Reduktion auf das Wesentliche, das Wesentliche aber liegt im Auge des Betrachters ist eine Ermessensfrage… So sind alle Aussagen über Gott weniger als die Geschichte und die Begegnung mit Jesus gewesen ist. Oder anders in den Begegnungen mit Gott ist Gott vollständiger… enthalten.. ist erfahrbar… aber man kann sie eben nie wirklich in Sätze und nachvollziehbaren Definitionen einfangen… und sie sind überhaupt nicht eindeutig…

Ja da war Gott, sagt Sie und die anderen denken sich die spinnt ja…

Gott hat mich gerettet erzählt der Soldat und die anderen fragen sich, warum hat er andere nicht gerettet… es waren doch so viele…. Die neben Ihm gingen und die elend verrecken mussten.

Unser Leben wird von Zufällen geprägt. Wir werden in Zeiten und Familien in Traditionen hineingeboren. Wege eröffnen sich und finden plötzlich ein Ende. Es gibt Hoffnungen die zerbrechen und andere die sich erfüllen. Am Ende ist nicht einmal klar welche Hoffnung mich weitergetragen hat, die zerbrochene oder die, die sich erfüllte.

Unser Glaube ist wie unser Leben. Mal ist Gott mir nahe. Mal ist er mir ganz fern. Einmal ist alles klar und dann manchmal im selben Augenblick schwindet alle Klarheit. Manchmal denke ich, dass Gott mir in Zeiten als er mir ganz fern erschien näher war, als in anderen als ich mich Ihm ganz nahe wähnte.

Irgendwie bindet mich ein ähnliches Gefühl an diesen unzeitigen Apostel. Seine Texte stören mich. Sie sind verstörend… gerade in einer Zeit wie dieser. Gerade noch klingt sie mir im Ohr, diese schöne Geschichte, da machten sich auch auf Josef aus Galiläa aus der Stadt Nazareth mit Maria seinem anvertrauten Weibe die war schwanger…

Solche Geschichten nehmen uns einfach mit. Wie damals die Jünger mitgenommen wurden… Die Gleichnisse Jesu vom Himmelreich aus dem Leben der Landbevölkerung…. Da geht Kino im Kopf los… ich erlebe und begreife…

Bei Paulus bekomme ich erklärt… aufgedrängt…. So musst du… das ist richtig…. Aber dann weil ich mich gegen diese Besserwisserei wehre, weil ich diesem Paulus innerlich wiederspreche…. Beginnen meine Gedanken, meine eigenen…. Sich zu entfalten… und mit jedem warum eigentlich… betrete ich eine ganze neue Welt. Oft fallen mir Geschichten ein, lebendige eigene Geschichten…. Die ich neu entdecke und die mich in diesem Moment etwas Göttliches sehen lassen… und dass alles weil ich über so einen abständigen Paulustext gestolpert bin…

Selbst sein Gotteslob klingt wie Arithmetik. Oder der Lobpreischor der Buchhaltungsabteilung im Finanzministerium… Jedenfalls würde ich mir so einen Chor so vorstellen. Ich habe auch mal einen depressiven pentekostalen Christen gekannt. Wenn der von Lobpreis erzählte, hörte sich das immer ein bisschen wie Party mit Zahnschmerzen an.

25 Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.

Aber in einem ist dem Paulus nicht zu wiedersprechen, am Ende ist Gott allein weise und bleibt unfassbar. Am Ende aller Fragen und aller Zweifel und damit am Anfang von allem und am Beginn der neunen Zeit kann nur das Lob Gottes stehen.

Es ist weiter und viel viel größer… aber doch auch sehr verwandt mit einem Liebeslied. Die Liebe ist doch auch nicht fassbar.. und nach so manchem Streit und der Frage wie so lebe ich nun ausgerechnet mit diesem Menschen zusammen, bleibt doch nur die eine Antwort … die alles einschließt und doch keinem wissenschaftlichen, objektiven oder eben logischen Erklärungsmuster unterliegt…. Und dieses Antwort ist weil ich Sie oder Ihn liebe.

Das ist die Frohe Botschaft…. Und auch alles was wir haben. Leider und zum Glück lieber Paulus… Wer jetzt meint, das sei ja schön einfach und man müsse dann ja nicht weiter nachdenken.. der ist nicht klüger als der der meint Gott in Leersätzen einfangen zu können…

Er ist eben nicht handhabbar. Gott ist die Liebe…. Lobt Ihn und rechnet mit Ihm, denn er ist Lebendig…

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