Und den Engeln der Gemeinden heute schreibe…

Und dem Engel der Gemeinden in und um XXX schreibe einen herzlichen Gruß zur Adventszeit von dem, der das Licht ins Dasein rief, der Licht und Klarheit ist, und der Licht in das Dunkel der Welt und des Lebens bringen will.
Mit jeder Kerze, die ihr in diesen Tagen entzündet erzählt ihr von dem Schein, der doch schon längst in der Dunkelheit sich ausbreitet und nach dem sich die Menschen, selbst, wenn sie mich womöglich schon lange vergessen haben, immer noch aus tiefer Seele sehnen.
Mit jeder Kerze am Adventskranz wird der Ruf lauter: seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lukas 21,28)
Seht auf und seht, was ihr habt und was ihr seid!
Groß und prächtig sind eure Kirchen.
Sie erzählen lange Glaubens- und Lebensgeschichten.
Jahrhunderte, in denen gelebt, geliebt, gelacht und geweint wurde, in denen Leben empfangen und Leben verabschiedet wurde, spiegeln sich in ihnen.
Ihre Mauern sind kräftig und alt, errichtet aus dem, was die Menschen auf ihren Feldern, vor ihren Türen, in ihrem Umfeld zum Bauen fanden.
Und sie errichteten sie zum Schutz und zum Trost der Seelen und zur Ehre Gottes, dessen Beistand sie ersehnten und um um dessen Segen und Gegenwart sie baten.
Ist euch der Glaube noch eine feste Burg, eine gute Wehr und Waffen?
Gelebt, gelitten und gestorben wird heute wie vor 200 oder 300 Jahren. Tränen der Freude oder der Trauer fließen.
Aber hören die Menschen und leben die Menschen den Trost, der in den alten Mauern liegt, der standhält den Stürmen und Unbillen des Lebens?
„Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil kommen, und hast mich froh gemacht.“
Manchmal, besonders in diesen Tagen, höre ich diese Zeilen noch und denke bei mir: ja, wenn ihr es doch hörtet und glauben könntet, was ihr da singt.
Ich bin in das Dunkel, in die Einsamkeit und in die Traurigkeit gekommen, um mit meiner Gegenwart alles Leid und alle Einsamkeit zu wenden.
In diesen Tagen sind eure Gotteshäuser besonders voll.
Es erklingen aus vielen Kehlen und frohen Herzen alte vertraute Melodien und Weisen.
Ich bringe mich in Erinnerung mit meinem Angebot bei euch zu sein und bei euch zu bleiben, mit Licht und Klarheit durch das Labyrinth des Lebens zu finden. Ich lächle euch an in der Gestalt eines kleinen Kindes und durchlebe Höhen und Tiefen eures Lebens, um eurem herzen ganz nah zu sein.
Lasst doch keine Gelegenheit aus nicht nur die alten Lieder zu singen, sondern sie neu und immer wieder auch zur Einladung zu zum Glauben und zum Leben aus Vertrauen zu machen.
Frieden und Gerechtigkeit, Versöhnung und Bewahrung sind doch zeitlose und immer gültige Herausforderungen, bei denen ich euch Fels und Burg, Hilfe und Licht sein kann und sein will.
Wenn eure Häuser voll sind, dann spürt meiner großen Sehnsucht und meiner Liebe zu einem jeden einzelnen nach.
Erhebt euch nicht über die, die sonst nicht dazugehören oder dazukommen, bleibt bei denen, die von mir noch nicht gehört haben oder meinen, ohne mich auch gut durch das Leben zu kommen.
Es ist ein Geschenk mit dem Glauben schon in Kindertagen in Berührung gekommen zu sein und wie selbstverständlich mit ihm aufzuwachsen. Es ist schwer als Erwachsener wieder wie ein Kind glauben und vertrauen zu lernen, denn das heißt ja auch loslassen und fallenlassen zu lernen.
Seid von einer großen Liebe und Versöhnungsbereitschaft allen gegenüber getragen, auch denen, die es nicht so gut mit euch meinen, euch belächeln, verspotten, den Alltag schwer machen.
SO war es schon immer und zu allen Zeiten. Aber keiner sollte gleiches mit gleichem vergelten und aus dem Unverständnis füreinander von Juden und Christen wurde in der Vergangenheit leider ein erbittertes Gegeneinander und Ohneeinander. Lernt aus den Fehlern und Missverständnissen der Vergangenheit. meine Kinder bleiben auch in ihrer Unterschiedlichkeit meine Kinder und meine Liebe kann nicht aufhören, sie kann nur leiden oder beantwortet werden. Da spielt es zunächst keine Rolle,was sie glauben und denken, wo sie herkommen und wie sie aussehen. Auch wer mich nicht kennt und meint mich auch nicht kennenlernen zu wollen oder zu müssen, bleibt mein Kind und ich warte und erwarte ihn Tag für Tag neu.
Und gerade manchen und manche von ihnen sehe ich in diesen Tagen vor einer Krippe stehen, den Advents- und Weihnachtsliedern lauschen und ich weiß manchen werde ich dann auch Heilig Abend in den Christvespern begegnen. Auch ihnen gilt die Botschaft und die Langmut und Geduld, dass dieses Fest Jahr für Jahr mein Kommen und mein Bleiben in Erinnerung ruft. Und wie soll ich zu den Menschen kommen, wenn nicht durch euch und mit euch?
Deswegen werdet ihr, wenn ihr mein Licht in euch leuchten lasst, ebenso zu einem Licht für die Welt.
Und wird das nicht auch unter euch gebraucht?
Ich bin froh darüber, dass es immer wieder so viele sind.
So viele, die singen, glauben, hoffen, beten und feiern.
Sie machen mich groß in dieser Welt ohne Macht und ohne Pomp einfach mit ihrem Leben und ihrem Engagement.
Wenn man auch mit dem Ehrenamt nicht mehr ohne weiteres viel Ehre gewinnen kann und nicht immer nur Lohn und Dank erntet, so macht diese Amt doch meine, Gottes Ehre in der Welt groß.
Das bewegt und berührt mein Herz.
Aber lebt nicht nur aus dem Glanz und dem Ruhm der Vergangenheit.
Manche erklären eure alten Gotteshäuser und euren alten von Vätern und Müttern geerbten Glaube zu einem Stück wenn auch ruhmreicher, so doch vor allem gewesener Vergangenheit. In den alten Gemäuern
will junger,neuer kraftvoller Glaube leben – von Generation zu Generation.
Ich will unter euch leben und bleiben, Tag für Tag bis an das Ende der Welt, bis zum großen Advent.
Wie dann das Urteil über euch lauten wird?
Über die Gemeinden der Sendschreiben hat die Geschichte ihr Urteil gesprochen. Mein Urteil über euch bleibt offen, weil ich offen für euch bleibe.
Das schreibt der, der euch beim Namen kennt und ruft heute und alle Tage.
Amen

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