Der größte Gewinn (Mt 6,19-21)

Mt 6,19-21
[19] Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. [20] Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. [21] Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Liebe Konfirmanden!

Wer träumt nicht von einer Million auf dem Konto? Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt. Millionär zu sein. Bei mir ist das ganze zwecklos. Ich gewinne nicht. Das einzige, was ich gewonnen habe, war in den 60ger Jahren ein Persilpaket. Da stand ich sogar in der Zeitung. Aber normalerweise gewinne ich nicht.

Ich kenne Menschen, die gewinnen immer. In meiner letzten Gemeinde gab es eine Familie. Die haben bei vielen Preisausschreiben mitgemacht und immer gewonnen. Einmal wars eine Vespa. Ein anderes mal eine Stilsäge, ob sie eine Million gewonnen haben weiss ich nicht. Aber wer träumt nicht schon davon, den großen Gewinn zu machen. Ich wundere mich da, wenn ich da manchmal sehe, wer die Kreuze ausfüllt auf dem Lottoschein. Warum nicht, kann man soviel machen Gutes, aber auch weniger Gutes.

Also ich war neulich dabei, da hat tatsächlich einer einer Million gewonnen. Ich saß gerade an meinem Schreibtisch und habe noch etwas für eine Gemeindeveranstaltung vorbereitet, da geht die Tür auf, einer meiner Söhne kommt herein, Papa, Millionenfrage bei Günter Jauch, komm schnell hinter. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Und da stand sie nun die Frage: Was ist die 20 nach vier Stellung?

Die Antwort auf die Frage, hatte der Kandidat in einem Buch gelesen. Und bevor die 4 Antworten unten in der Leiste auftauchten, hat er gesagt. Wenn jetzt der Kellner dabei ist, dann habe ichs. Und tatsächlich der Kellner war dabei. Denn die 20 nach vier Stellung des Bestecks auf dem Teller zeigt dem Kellner an, dass der Gast mit dem Essen fertig ist. Und so hat er eine Million gewonnen. Wir haben uns mitgefreut. Warum nicht.

Und wenn ihr alle mal ne Million gewonnen habt, dann werdet ihr eine Erfahrung machen, auf einmal habt ihr viele Freunde. Da sprechen euch auf einmal Leute an, ihr wusste noch gar nicht, dass das eure Freunde sein sollen. Jeder will davon profitieren. Aber, was macht man nun mit diesem Geld?

Wir hatten vor 2 Jahren wars, glaube ich einen Wirtschaftsprofessor aus München in die Gemeinde eingeladen: Thema: Was wird aus dem Euro? Und zum Schluss hat er ein paar Anlagestrategien empfohlen. Was soll man aus den paar Kröten machen, die man auf dem Konto hat? Also Immobilien natürlich, Aktien laufen ganz gut zur Zeit. Aber sein Tipp war Silber, das geht immer, und er sagt Silber ist besser als Gold. Gold war ja lange Zeit in den USA als Privatbesitz verboten bis 1973. Kaufen Sie Silberstücke. Er macht das Und zum Schluss seines Vortrages, sagt er etwas ganz Unerwartetes, auch für mich Unerwartetes. Sammeln Sie sich Schätze im Himmel, das sei die beste Investition und jetzt lese ich den Predigttext.

[TEXT]

Also wir sollen in den Himmel investieren. Das NT nennt einige Vorteile: keine Inflation, keine Spekulanten, keine Räuber, also sichere Investition und sichere Anlage. Und das hat Ewigkeitsbestand. Das alles, was hier ist, musst du spätestens nach 90 Jahren zurück lassen.
Das was droben ist, hast du für immer, und musst nichts mehr renovieren, weil es nicht mehr kaputt wird.

Also wenn du in den Himmel, in himmlische Wohnungen, himmlische Immobilien investierst, die Rendite ist 1000% sicher. Da rostet nichts. Denn da wacht einer drüber. Dass da nichts passiert, der dreieinige Gott. Es gibt ja diese himmlische Wohnungen, etwas kleiner, etwas größer, wo man investieren kann und ich rede jetzt ganz weltlich, eigentlich dürfte ich das gar nicht, aber ich tus trotzdem, manche näher bei Gott als andere, da gibt es viele Aussagen.

Eine sehr nachdenklich Aussage nun ist der Satz von Jesus: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn es mit ihm zu Ende geht sie euch aufnehmen in die himmlischen Wohnungen. Was heißt das? Die ewigen Wohnungen?

Also die ewigen Immobilien, oder ewigen Zelte, das sind die Wohnungen nach dieser irdischen Lebenszeit. Das soll das Ziel des echten und rechten Sorgens der Jünger des Herrn Jesus im Gegensatz zu den Kindern dieser Welt sein.
Wenn die Jünger ermuntert werden mit den Worten: macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, dann sind mit den Freunden unsere Mitmenschen, die Armen gemeint, die der neue Papst Franziskus so herausstellt.

Er übernimmt ja damit nur ein Programm seines Vorgängers. Benedikt 16. sprach von der Entweltlichung. Kirche müsse, wenn sie glaubwürdig sein wollen, sich entweltlichen, also ärmer werden, auf Protz und Prunk verzichten
Der Heilige Franz von Assisi, eine beneidenswerte Gestalt. Wir waren schon paar mal in Assisi. Ihm ging es nicht um Reichtum und Protz. Er ist der faszinierendste Heilige der Kirchengeschichte., weil er ein Armer, den Armen war.

Derjenige Christ also, der die Armen missachtet und an Ihnen vorübergeht, hat einen Ankläger in der Ewigkeit. Wer dagegen gibt und hilft, schafft sich Freunde für die Ewigkeit, denn jeder Liebesdienst oder jede Wohltat im Namen des Herrn reicht nach Gotteszusage bis in die Ewigkeit hinein.

EINE Andere Bibelstelle lautet: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Bruder, das habt ihr mir getan. Der Kirchenvater Augustin sagte: Willst du ein kluger Haushalter sein, so gib, was du nicht behalten kannst, auf dass du empfängst, was du nicht verlieren kannst.

Noch einmal der Professor für Wirtschaftswissenschaften. Sammeln Sie sich Schätze für den Himmel. Das heisst aber auch Gehen Sie in den Gottesdienst, beten Sie jeden Tag. Wenn Sie Schuld auf sich geladen haben oder mit jemandem im Streit sind, versöhnen sie sich, beichten Sie, halten sie die Gebote, damit Sie im Jüngsten Gericht bestehen. Das sind wahre Investitionen in den Himmel. Die haben Ewigkeitswert. Ein Beispiel: WIR waren früher als Pfarrfamilie einige Jahre im Allgäu, da war ein Kirchenvorstand ein Unternehmer und der kam zum lebendigen GLAUBEN an den Herrn Jesus Christus und der sagte, als mir das alte Leben wie Schuppen von den Augen gefallen ist, da habe ich meine Unterlagen gepackt und bin zum Finanzamt gegangen, und habe aufgeschlagen, und gesagt, das habe ich hinterzogen. Diese Steuern habe ich nicht bezahlt.

Das hat er uns damals in aller Öffentlichkeit erzählt.
Wer Jesus Christus entdeckt, für den verteilen sich die Gewichte des Lebens neu. Der entdeckt andere Prioritäten neu. Der entdeckt. Eigentlich bin ich doch nur auf der Durchreise hier.

Liebe Konfirmanden. Für euch beginnt dieses Leben ja erst. Mit der Konfirmation kommt man ja so langsam in die Erwachsenenwelt. Man wird mehr akzeptiert wird ernster genommen. Gott nimmt euch auch sehr ernst. Gott will, dass ihr nicht verloren geht, dass ihr einmal in den Himmel kommt.

Und gilt es von Anfang an aufzupassen, ernstzumachen und zu investieren. Wenn ihr jetzt ernsthaft weitermachst. Mit dem Glauben, mit dem Gottesdienst mit dem Gebet, mit den Armen, da investiert ihr, ganz weltlich gesprochen oben.

Vielleicht ist das wirklich manchem zu weltlich, was ich hier sage.

Ein Zusatz muss noch dazu? Was brauchts noch, dazu. Ist doch nur die Hälfte. Die Liebe. Nur wenn ich das alles aus Liebe zu Gott tue und zum Nächsten. Gebet, Gottesdienst Beichte, Hilfe für die Armen, dann nützt mir das etwas. Wenn die Liebe fehlt, ist alles vergeblich
Die Liebe ist Voraussetzung für alles. Das darf man nicht vergessen. Aber wenn du Liebe hast, dann ist die Investition oben sicher. Ein bedeutender Christ der Gegenwart schrieb:

„Ich habe gelesen, dass ein Fürst, der eine Kirche bauen lassen wollte, eine Verfügung veröffentlichte, durch die er seinen Untergebenen verbot, das kleinste Almosen in dieser Angelegenheit zu geben, da er sich allein die Ehre vorbehalten wollte. So wurde die Kirche gebaut. Eines Tages schaute jedoch eine arme, alte Frau zu, wie die  Pferde die Steine den Hang mühsam hinaufzogen. Da sagte sie sich: ‚Es ist verboten, Geld für den Bau dieses Gotteshauses zu geben. Dabei wäre ich glücklich, könnte ich etwas dazu beitragen. Wenn ich aber den Tieren helfe, die unbewusst an diesem großen Werk arbeiten, wäre Gott damit vielleicht zufrieden?‘ Mit einigen Groschen – es waren ihre letzten – kaufte sie ein Bündel Heu und gab es den Pferden. Als nun die Kirche vollendet war, wollte der Fürst sie feierlich einweihen und ließ zu diesem Zweck seinen Namen und den seiner Familie in einen Stein meißeln als unsterbliches Zeugnis seiner Freigebigkeit. Doch es geschah, dass am folgenden Tag dieser Name ausgelöscht war und man statt dessen den einer armen, unbekannten Frau las. Wütend liess der Fürst die Inschrift zu wiederholten Malen erneuern. Stets wiederholte sich dasselbe Wunder. Schließlich liess er nachforschen, und als man die demütige Frau gefunden hatte, fragte er sie, ob wie wirklich nichts für den Bau der Kirche gegeben hätte. Am ganzen Leib zitternd verneinte sie es. Als man sie dann mit Fragen bedrängte, erinnerte sie sich an das Bündel Heu und sagte, sie habe, um das Verbot zu befolgen, kein Geld gegeben, sondern nur den Pferden geholfen, indem sie ihnen ein bisschen Heu zum Fressen gab. Da verstand man, weshalb ihr Name eingeschrieben war, und niemand wagte es mehr, ihn auszulöschen.“

Daran sehen Sie gut, so der bedeutende Christ, dass das kleinste Werk, das verborgenste, das aus Liebe getan wird, oft einen größeren Wert hat, als die großen. Nicht der Wert, nicht einmal die augenfällige Heiligkeit der Handlungen zählt, sondern allein die Liebe, die man in sie hineinlegt. Und keiner kann sagen, dass er diese Kleinigkeiten Gott nicht geben kann. Jeder ist dazu in der Lage. (Therese von Lisieux)

Das und nichts anderes ist Schätze sammeln für oben, und das ist von größerem, Wert, als jeder Lottogewinn.
Mehr müsst Ihr, müssen Sie nicht tun. Wenn Sies tun, wenn ihrs tut, dann werdet ihr nicht nur heilig, sondern auch selig, also gerettet, das wünsche ich euch allen. Amen.

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