Rettungsroutine

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Reisefreiheit
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Chirurgische Kriegführung
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Kruzifixurteil
Elchtest
Ökosteuer

Was liest denn der, werdet Ihr euch vielleicht fragen.
Die Worte, die ich gerade genannt habe, sind von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgewählt. Seit 1978 veröffentlicht sie jedes Jahr eine Liste mit Wörtern, die das jeweilige Jahr besonders geprägt haben, an der Spitze das „Wort des Jahres“
Noch ein paar?

Rot – Grün
Millennium
Schwarzgeldaffäre
BSE-Krise
Greencard
Schläfer
Riester-Rente
Klimakatastrophe
Finanzkrise
Fanmeile
Bundeskanzlerin
Abwrackprämie
Stresstest

Die letzten waren aus den letzten Jahren.
Konntet ihr euch noch an sie erinnern?
An die Aufregung, die mit ihnen verbunden war?
Alles vorbei.
Kalter Kaffee. Schnee von gestern.
„Worte sind nur Schall und Rauch“ heißt es im Sprichwort.
Kaum gesprochen, schon vergessen.
Rettungsroutine ist das Wort des Jahres 2012.
Bald wird auch dieses Wort vergessen sein.
Genauso wie das Sportwort des Jahres 2012:
Wundliegen.

Ja, es ist wahr: Viele Worte sind nur bla bla. Ohne Sinn, ohne Bestand, ohne Wirkung.
Reden ist manchmal nur tönendes Ausatmen.

Aber manche Worte sind eine Macht.

Denkt einmal an das vergangene Jahr zurück:
An ein Lob, das dir jemand ausgesprochen hat.
Vielleicht eine Liebeserklärung.
Spürt ihr noch, wie es euch warm wurde ums Herz?
Oder umgekehrt: Wie du gnadenlos kritisiert worden bist, vielleicht noch vor anderen.
Spürt ihr noch, wie es euch heiß wurde?
Oder üble Nachrede, Lügen, die über sie verbreitet wurden.
Oh, das tut weh!

„Worte sind nur Schall und Rauch“ heißt es im Sprichwort.
Ich finde: Eines der dümmsten Sprichwörter, die es gibt.

Nein, Worte sind nicht nur Schall und Rauch – manche Worte sind eine Macht. Manche Worte gehen durch Mark und Bein und treffen mitten ins Herz.

Eine besondere Macht und Kraft geht von heiligen Worten aus. Wie zum Beispiel der Heiligen Schrift, der Bibel.

Heute, an Sylvester, ist eine eigenartige Stimmung. An keinem anderen Tag spüren wir so wie heute, wie die Zeit vergeht.
An keinem anderen Tag im Jahr sind wir uns dessen so bewusst, dass alles im Werden und Vergehen ist. Dass es kaum etwas Festes, Verlässliches, Bleibendes gibt.

Wie ein Fels in der Brandung der Zeit ragt da die Bibel hervor und lädt uns ein, dass wir uns an ihr festmachen.
Mose hat seine Israeliten versucht, darauf einzuschwören, und Jesus lockt uns mit einer Verheißung:

Wenn ihr an meinem Wort bleibt, so seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen.

Eine Verheißung, ein Programm in drei Punkten:
1. Am Wort bleiben
2. Die Wahrheit erkennen
3. Frei werden

Bleiben – erkennen – frei werden.

Eigentlich ganz einfach. Oder?
Das mit dem Bleiben ist gar nicht so einfach, wie es klingt.
Wenn ich Zeit habe, dann fallen mir tausend Dinge ein, die ich dringend machen muss.
Und oft geht es mir so, dass ich mehr Lust dazu habe, einen Krimi zu lesen als in der Bibel.
Meistens gewinnt dann der Krimi.
Und wenn ich dann zu Ende gelesen habe, war ich ein paar Stunden abgelenkt und es war nett und schön, aber es hat mich nicht weitergebracht.
Und auch, wenn ich in der Bibel lese, dann passiert oft gar nichts.
Die Worte erreichen mich nicht, berühren mich nicht.
Ich glaube, solche Durststrecken kennt jeder, der in der Bibel liest.
Und wenn, dann sieht man nur, was man tun und lassen soll, was Gott gebietet und erwartet und verlangt.
Aber manchmal, da ist es ganz anders.
Da ist es, als ob ein Fenster zum Himmel aufgeht.
Da ist es, als ob die Worte anfangen zu reden und dabei unter die Haut gehen.
Da ist es, als ob Gott selber anfängt, mit mir zu sprechen.
Über mich, über mein Leben, über meine Sorgen, über meine Pläne.

Und dann erkenne ich Wahrheit.
Die Wahrheit – was ist denn das? Was ist DIE Wahrheit?
Es ist die Wahrheit über mich.
Es ist die Wahrheit über die Welt.
Es ist die Wahrheit über Gott.
Es ist die Wahrheit, die mich verändert.

Die Wahrheit über uns, die große Antwort auf die Frage: Wer bin ich? ist:
Du bist der Geliebte Gottes.
Jeder einzelne von uns ist ein von Gott über alle Maßen geliebter Mensch.
Jeder einzelne von uns ist von Gott mit viel Liebe und Sorgfalt ganz einmalig geschaffen.
Jeder von uns ist ein Unikat, ein wertvolles Einzelstück.
Jeder von uns liegt Gott ganz besonders am Herzen.

Es ist eine Sache, über Gott zu hören: Er ist mein Vater.
Und es ist eine andere Sache, wenn Gott mir selber das sagt und mich dabei seine Nähe spüren lässt.
Es ist eine Sache, über Gott zu hören: Er tröstet wie eine Mutter
Und es ist eine andere Sache, selber zu erleben, wie mich Gott tröstet und ganz tief in mir anrührt und beruhigt.
Es ist eine Sache, über Gott zu hören: Er nimmt die Sünder an
Und es ist eine andere Sache, selber zu erleben, von Gott freudig begrüßt zu werden und eingehüllt werden in barmherzige, liebevolle Annahme.

Das ist die Wahrheit, eine Wahrheit, die in der Bibel verborgen liegt und die sich dem erschließt, der mit hungrigem Herzen in der Bibel liest.
Ausdauernd liest, in dem Wort bleibt.
Nicht gleich aufgibt.

Wer hartnäckig und sehnsüchtig bleibt, so ist es uns verheißen, der wird die Wahrheit erkennen, der wird die Wahrheit schmecken und sehen und fühlen und hören und in ihr baden – und der wird Freiheit erleben, Befreiung erfahren.

Denn ich habe meinen Grund in Gott.
Ich bin Kind Gottes.
Ich habe in Gott meinen wahren Wert.
Wenn ich mich von Gott her definiere, dann werde ich frei von der Macht der Menschen, von der Macht ihrer Erwartungen und Ansprüche.
Die wahre Freiheit, die Freiheit der Kinder Gottes, erfahre ich nicht durch meine Leistungen und nicht durch das Urteil der Menschen, sondern von Gott her.
Durch Jesus Christus werde ich Kind Gottes.
Da haben die Menschen keinen Zugriff mehr auf mich, und vor Gott darf ich leben als der, der ich bin, ohne mich vor Menschen rechtfertigen zu müssen.
Das ist die echte Rettungsroutine, nicht die mit dem Euro.

Überall anders wird der Wert meines Lebens definiert von meiner Herkunft, wird bestimmt von dem, was ich schaffe und was ich leiste, wird beherrscht von der Anerkennung und Bestätigung der Menschen, von Erfolg und Misserfolg, von meinem Wohlbefinden und von der Zuwendung anderer.

Jesus Christus will uns in die Freiheit der Kinder Gottes führen.

Ich glaube, das sind gute Aussichten für das vor uns liegende Jahr.

Wenn ihr an meinen Worten festhaltet und das tut, was ich euch gesagt habe, dann gehört ihr wirklich zu mir. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien!

Gott helfe uns dazu.

Amen

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