Der Kuss, der die Welt verändert

Liebe Schwestern und Brüder,

heute wird es intim. Wir sind ja nicht mehr ganz so Viele am zweiten Feiertag. Da geht das. Also, wir müssen über’s Küssen reden und über Männerunterwäsche. Und zwar, weil Weihnachten ist!

Was hat Weihnachten mit Küssen zu tun? Und was mit Männerunterwäsche? Mit Windeln vielleicht, OK. Na ja, lasst uns erst mal mit dem Küssen anfangen. Über Weihnachten kramen die Programmmacher im Fernsehen ja immer wieder gerne irgendwelche alten Hollywoodschinken raus, und, wie das früher so war, da wird regelmäßig, wenn sich am Ende die beiden endlich gefunden haben und in den Armen liegen, beim Kuss abgeblendet. Ende, aus, Klappe. Dass es so einfach nicht ist, dass das Leben auch nach dem ersten Kuss weiter geht, ist klar. Wenn zwei sich küssen, ändert sich im wirklichen Leben nicht immer so besonders viel. Denn was kommt danach? Da geht das Leben weiter wie vorher. Der alte Spötter Kurt Tucholsky hat in seinem Gedicht „Danach“ beschrieben, wie es weitergeht nach dem Kuss: Da kriegen sie ein Kind, sie streiten sich, sie schlagen und vertragen sich. Wie es halt so ist: Der Kuss hat das Leben nicht wirklich verändert.

Was für ein Kuss müsste das sein, der das Leben verändert? Was für ein Kuss müsste das sein, nach dem man tatsächlich die Kamera abstellen kann, weil er wirklich das Happy End bedeutet? Wer müsste sich küssen, damit sich die Welt verändert?

Klar ist, wenn zwei sich küssen, dann müssen sie sich nahe kommen. Küssen kann man sich nicht am Telefon und auch nicht beim Skypen. Zum Küssen muss man sich nahe sein. Die meisten von uns küssen wahrscheinlich, wenn sie überhaupt jemanden küssen, Menschen aus ihrer Familie. Bei den ersten Christen war das anders. Paulus schreibt an die Gemeinde von Korinth: „Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss!“ Nun hat Paulus die Gemeinde dort ja gegründet, vielleicht hat er es dort als besondere Sitte eingeführt, die Korinther waren ja für ihren großzügigen Umgang mit körperlicher Nähe bekannt. Aber nein, er schreibt es auch an die Gemeinde in Thessaloniki, er schreibt es sogar an die Gemeinde in Rom, die er nicht gegründet hat, – Paulus schreibt an Menschen, die er überhaupt nicht kennt: „Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss!“ Und diese Küsse waren nichts Verzwungenes, wie es wir Älteren noch von früher kennen, wenn Breschnew und Honecker sich den Bruderkuss gegeben haben und durch ihre Körperhaltung gleichzeitig gefühlte 2000 Kilometer Distanz voneinander hielten. Die Küsse der ersten Christen waren echt. „Seht, wie haben sie einander so lieb!“ sagte man über sie (laut Tertullian).

Die ersten Christen waren bekannt dafür, dass sie sich geküsst haben. Keine Angst, ich möchte die alte Sitte nicht jetzt und hier wieder neu einführen. Ihr braucht euch jetzt nicht eurem Banknachbarn zuwenden. Aber es ist ein erster Hinweis, dass Weihnachten mit Küssen zu tun hat. Die ersten, die sich auf den Weg mit diesem Jesus gemacht haben, der da an Weihnachten als Kind in der Krippe zur Welt gekommen ist, die haben sich geküsst. Ein Kuss zeigt, dass man sich nahe ist. Und dass Gott uns nahe ist, darum geht es an Weihnachten. Darum geht es auch bei Jesaja. Gott ist uns auf dreierlei Weise nahe: Durch seinen Geist, durch das, was er tut, und dadurch, dass er uns unseren tiefsten Wunsch erfüllt.

Liebe Schwestern und Brüder! „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.“ Diejenigen unter euch, die sich ihren Weihnachtsbaum selbst geschlagen oder gesägt haben, haben einen Baumstumpf zurückgelassen. Einen solchen Stumpf sieht Jesaja. Es ist ein großer Stumpf. Der Stumpf des gewaltigen Stammbaums, der auf den König David zurückgeht. Jesaja lebt in Jerusalem, ein Nachkomme Davids sitzt auf dem Thron. Aber er sieht, dass es eine Zukunft geben wird, in der das nicht mehr so sein wird. Die Nachkommen Davids werden geschlagen sein wie ein Baum geschlagen ist. Aber neben dem großen Stumpf wächst aus der Erde aus derselben Wurzel eine schmale Rute, ein kleiner Schößling. Und der trägt Frucht.

Dieser Schößling ist ein ganz bestimmter Mensch. „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn.“ „Auf ihm wird ruhen“, eigentlich: Der sich auf ihm niederlässt. Wie sich ein Vogelschwarm niederlässt (2. Samuel 21,10). Wenn sich ein Vogelschwarm irgendwo niederlässt, dann nimmt er den Ort in Beschlag. Der Markusplatz in Venedig gehört den Tauben. Er ist erfüllt von ihnen. Es ist ihrer. Da sind sich die Tauben ganz sicher. So ist auch mit dem Geist des Herrn. Er lässt sich auf einem Menschen nieder und dieser Mensch ist dann erfüllt von diesem Geist, der sich auf ihm niedergelassen hat. So war es, bei der Taufe Jesu, wir haben es in der Schriftlesung gehört: „er sah, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.“

Dieser Geist ist ein ganz bestimmter Geist. Der Geist Gottes, der Heilige Geist, der hat sich nicht nur damals bei der Taufe Jesu auf ihm niedergelassen und ihn erfüllt. Er erfüllt auch dich und mich. Die Konfirmanden dürfen es bald lernen und denen, deren Konfirmation schon eine Weile her ist, möchte ich es ins Gedächtnis rufen. Da gibt es, ihr erinnert euch, diese ellenlangen Erklärungen von Martin Luther zum Glaubensbekenntnis. Und über das, was der Heilige Geist für unser Leben bedeutet, sagt Luther: „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten.“ „mit seinen Gaben erleuchtet“ – Wo hat Luther die Idee her, dass der Heilige Geist uns mit bestimmten Gaben ausstattet und durch sie unser Leben hell macht? Von Jesaja! Aus diesem Text. „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ Die Gaben des Geistes sind Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis und Furcht des Herrn. Jesaja zeigt uns hier verschiedene Aspekte auf, wie der Geist Gottes unser Leben verändert. Es geht darum, dass es im Oberstübchen hell wird, dass uns der Geist ein Licht anzündet, dass er uns „erleuchtet“, wie Luther sagt. Die geistlichen Gaben sind geistige Gaben.

Weisheit ist die prinzipielle Fähigkeit, zu erkennen, was gut und was schlecht ist. Gottes Geist küsst dein Gewissen wach. Der Tor, der Dumme, weiß nicht, welches Handeln gut und welches schlecht ist. Der Weise weiß es. Durch Gottes Geist hast du Weisheit. Gottes Geist gibt dir die Fähigkeit zu erkennen, was gut und was schlecht ist.

Verstand ist die Fähigkeit, Weisheit auch wirklich in einer bestimmten Situation anzuwenden. Was nützt mir die prinzipielle Fähigkeit, wenn ich sie dann bei einer Situation in der Schule, daheim, im Geschäft oder auf der Arbeit im Sack lasse? Wer verständig ist, ist nicht nur generell weise, sondern zeigt es auch im aktuellen Fall. Nicht generell mein Leben, sondern das, was mich aktuell beschäftigt, lege ich Gott hin. Mich zum Beispiel beschäftigt gerade die Spardiskussion und die Sparbeschlüsse in unserer Kirche. Da ist viel Bitterkeit in mir. Aber was ist, wenn ich diese Situation meinem Herrn bringe und hinlege?

Im konkreten Fall geht es darum, einen guten Rat zu finden. Wie damit umgehen? Damit das, was man sich gedacht hat, auch laut wird, damit es in Worte gefasst und formuliert wird. Weisheit und Verstand nützen nichts, wenn sie sich nicht zu einem deutlichem Rat verdichten. Der Rat, das klare Wort meines Herrn an mich angesichts all dieser Spardiskussionen war: Mach dir keine Sorgen! Ich habe das in der Hand. Mach einfach weiter. Ich sorge dafür, dass es für dich gut weiter geht. Der Geistes des Rates.

Der Geist der Stärke. Mein Herr gibt mir nicht nur diesen Rat, er gibt mir auch die Kraft diesen Rat anzunehmen. Nicht bei dem zu bleiben, was ich denke, sondern Ja zu sagen zu dem, was er mir rät. Ein Rat will befolgt sein. Die Kraft zu folgen ist die Kraft des Geistes Gottes.

Und damit ist dieser Geist letztlich und schlussendlich der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Wenn der Geist Gottes auf dir ruht, lebst du jeden Atemzug, den Gott dir schenkt, in seinem Angesicht. Wenn der Geist Gottes auf dir ruht, lebst du jeden Moment deines Lebens vor Gott. Und wenn der Geist Gottes auf dir ruht, dann weißt du, dass das etwas Wunderbares ist. Wenn Luther übersetzt „Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn.“ Dann heißt es im Hebräischen. Er, der Herr selbst, hat ihn an der Gottesfurcht riechen lassen. Der, auf dem der Geist des Herrn ruht, hat das wunderbare Aroma der Gottesfurcht in die Nase bekommen, auf schwäbisch: Er hat sie verschmeckt.

Liebe Schwestern und Brüder! Gott kommt euch nahe durch seinen Geist. Das ist das Erste. Das Zweite: Gott kommt euch nahe durch das, was er tut.

„Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten.“

Diese Worte befremden mich. Jesus ist der Richter, ja! Aber: Ein guter Richter muss doch nüchtern und distanziert sein, um gut urteilen zu können. Für das unbestechliche Urteil ist doch Distanz das Allerwichtigste! Einen guten Richter zeichnet doch genau das aus, dass er genau hinsieht und in Ruhe zuhört, bevor er seinen Spruch verkündet. Zu viel Nähe ist doch der Gerechtigkeit nicht förderlich, sondern ist ihr im Gegenteil ziemlich abträglich! Ein Richter, der sich mit dem Angeklagten verbrüdert, das ist doch kein Richter!

Was das Richten in der Welt angeht, mag mein Befremden seine Berechtigung haben. Aber bei Gott ? Bei ihm herrscht eine andere Gerechtigkeit, eine, die auf Nähe beruht, nicht auf Distanz. Hören und sehen, das sind die beiden Fernsinne des Menschen. Wer den andern hört und sieht, kann trotzdem ziemlich weit von ihm weg sein. So wie ihr mich hört und seht, obwohl ich hier oben auf der Kanzel stehe, ziemlich weit weg. Wenn Jesus von Gott erzählt, dann spricht er nicht von Kanzeln. Er erzählt von einem Vater, dessen Sohn das Hab und Gut mit Saufen und Rumhuren verprasst hat. Und als dieser Sohn sich wieder nach Hause aufmacht und gerade in der Ferne auftaucht, da „sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ Der Vater hätte allen Grund gehabt, den Sohn zu verurteilen. Der Sohn hatte strenge Blicke und harte Worte erwartet und sich deshalb im Vorhinein überlegt, was er bei ihrer Begegnung zu seinem Vater sagen würde. Aber der fällt ihm um den Hals und küsst ihn. So macht es Gott mit dir. Er umarmt dich und küsst dich. Er sagt damit nicht Ja zu allem was du tust und getan hast. Aber er sagt Ja zu dir. Jesus hat es genauso gemacht. Erst wird umarmt und geküsst, dann, erst dann wird geredet. Er hat die Nähe der Huren gesucht und die der Zöllner, die zu seiner Zeit nicht viel mehr waren als Wirtschaftskriminelle. Er hat mit ihnen gegessen, gefeiert und gelacht. Und als ihm einmal eine stadbekannte Sünderin die Füße küsst, ist ihm das nicht peinlich, er hält es auch nicht für falsch, sondern für völlig richtig und stellt diese Frau den frommen Männern seiner Zeit, die lieber über Gott geredet als ihren Nächsten geküsst haben, als leuchtendes Vorbild hin. Jesus hält viel von körperlicher Nähe. Die Gerechtigkeit, für die Jesus steht, ist körperlich spürbar. Denn es ist nicht die Gerechtigkeit dieser Welt, in der jeder nüchtern und distanziert beurteilt wird und dann das kriegt, was er verdient. Es ist die Gerechtigkeit Gottes, durch die Gott uns beschenkt. Diese Gerechtigkeit erwartet alle, die zu Jesus kommen. Über seine Art zu Richten und über sein Gericht haben wir uns vorhin im Psalm gefreut: „Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn; denn er kommt, das Erdreich zu richten.“

Ein letztes sagt Jesaja über die Gerechtigkeit dessen, auf dem der Geist des Herrn ruht: „Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.“ Hier ist kein Gürtel gemeint, sondern das, was die Männer damals direkt auf der Haut trugen, ein englisches Wörterbuch sagt, es handelt sich um „the innermost piece of clothing“. Ein Tuch, das sich Männer damals um die Hüften banden. Eine Art Lendenschurz. Wir kennen so einen Schurz, so einen Gurt, so ein Tuch. Das Tuch, das Jesus am Kreuz um die Hüften geschlungen hat. Dieses Tuch, um das geht es. Die alten Holzschnitzer wussten, wie ein Mann aussieht. Dieses Tuch hat nicht die Aufgabe etwas an Jesus zu verhüllen, sondern etwas an Jesus zu offenbaren. Jesus wird mit seiner Gerechtigkeit und seiner Treue ans Kreuz geschlagen. Der Gerechte stirbt den Tod der Ungerechten, der Treue den Tod der Treulosen. Und obwohl er diesen Tod stirbt, bleibt er auch im Sterben und im Tod Gott treu und wird Gottes Gerechtigkeit noch in seinem Tod offenbar. Dafür steht das Tuch um seine Hüften. „Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.“

Gott kommt dir näher als du dir selber je sein könntest (frei nach Augustinus, Bekenntnis, 3,6,10). Gott kommt dir nahe durch seinen Geist, er kommt dir nahe durch das, was er tut. Und er kommt dir nahe, weil er deinen tiefsten Wunsch kennt und erfüllen wird. Und dein tiefster Wunsch ist: Ein Leben in Frieden. Eine Zukunft ohne Angst. Ein verändertes, ein verwandeltes Leben, das so ist, wie es hier in Jesajas Vision aufleuchtet: „Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt.“

Als ich sieben Jahre alt war, im heißen Sommerurlaub, habe ich einmal auf einer wilden Wiese einen schönen dicken schwarzen Stock im hohen Gras gesehen. Und, natürlich, als Siebenjähriger braucht man jeden Stock, den man sieht. Der war genau richtig, einen knappen Meter lang, schön kräftig. Also bücke ich mich und greife danach. Nur dass es kein Stock war, es war eine Schlange, die sich aus meiner Hand wand und rasch im hohen Gras verschwand. Meine Eltern erzählen, ich sei eine halbe Stunde wie paralysiert gewesen. Nun war das keine Giftschlange, wir waren in Dänemark. In Israel ist das anders. Da schlängelt sich die Schlange nicht immer weg, da beißt sie auch zu. Warum beißt sie zu? Weil sie Angst hat. Diese Angst ist Zeichen einer gefallenen Schöpfung. Als die Sintflut vorbei war, sagt Gott zu Noah und seinen Söhnen: „Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer.“

Und so ist es in unserer Welt. Tiere haben Angst vor Menschen. Menschen haben Angst vor Tieren. Tiere haben Angst vor Tieren. Menschen haben Angst vor Menschen. All dieser Angst wird Jesus ein Ende machen. Wenn er wiederkommt, wird Jesus ein Leben ohne Angst schaffen, ein Leben im Frieden. „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Ein Leben ohne Angst, ein Leben ohne Waffen, ohne Polizei und Militär, ohne Schlösser und Riegel, ohne Schutzzäune und abschließbare Ställe. Ein Leben ohne Angst ist ein Leben, in dem kein einziges Geschöpf mehr unruhig wird, weil ein anderes ihm zu nahe kommt. Und wenn dann Rind und Löwe am selben Halm zupfen und sich dabei freundlich anschauen, dann wird es endlich so sein, wie es gut und richtig ist.

Liebe Schwestern und Brüder! Wer müsste sich küssen, damit sich die Welt verändert? Die Antwort hat uns Jesaja gegeben. Etwas versteckt, aber sie ist doch da. Ausdrücklich steht sie in Psalm 85: „Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil! Könnte ich doch hören, was Gott der Herr redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.“

Das ist der Kuss, der die Welt verändert. Wenn Gerechtigkeit und Friede sich küssen, dann kann die Kamera beruhigt abdrehen, denn dann ist das Happy End da.

Amen.

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