Das Ende der Geduld?

(Radioandacht für Radio FFH)

„Das Ende der Geduld?“

2010, als die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika auf Hochtouren lief, wurde in Berlin eine Richterin tot in einem Wald aufgefunden: Kirsten Heisig, eine engagierte Jugendrichterin. Sie hat sich für straffällig gewordene Jugendliche eingesetzt. „Tagsüber war sie Richterin und abends Sozialarbeiterin“, sagten ihre Freunde. Das Arbeiten alleine war ihr zu wenig.

Und so geht es auch anderen Richtern, Ärzten oder Lehrern. Arbeiten alleine reicht nicht. Deshalb hieß es schon bei den Benediktinermönchen: „Bete und arbeite! Ora et labora“. Arbeit und das Gebet gehören zusammen. Aber ob das Beten hilft? Sicher ist, ein Gebet für einen anderen Menschen ist eine besondere Form der Hin- und der Zuwendung. Darüber hinaus aber ist es auch ein Zeichen der Geduld. Mit sich, den Anderen und der Welt.

Das Buch von Kirsten Heisig, das nach Ihrem Tod erschien, hieß: Das Ende der Geduld! Vielleicht klingt daraus auch Resignation. Aber das Gebet, wie ich es verstehe, steht dagegen. Denn das Gebet ist immer auch die Möglichkeit, sich zu sammeln und seine Sorgen vor Gott zu stellen. Und ihn zu bitten uns zu entlasten, auch von unserer Ungeduld!

AMEN!

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