Brot des Lebens und Wein fürs menschliche Herz

Text: Auszüge aus Psalm 104

Thema oder Proprium:
Brot des Lebens; Brot fürs Überleben
Was macht satt?

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Amen.

Liebe Schwestern und Brüder!
Heute feiern wir das jährliche Erntedankfest.
Das kann man schon rein äußerlich in unserer Kirche erkennen. Der Altar, Altarraum und die Bänke sind geschmückt mit Obst und Gemüse, mit Getreide und Brot, mit dem, was Gottes Natur im Laufe des Jahres hervorbringt. Hinter diesen Früchten des Feldes und segensreichen Gaben der Natur steckt viel Hege und Pflege, Arbeit und Zeit. Und in dieser herbstlichen Zeit kann man sehen und beobachten, was unsere Felder und Gärten so alles hervorgebracht haben. Die Dekoration und Aufstellung auf und um den Altar soll uns Christen daran erinnern, dass Gott diese Früchte hat wachsen lassen, dass er dafür seinen Segen, Sonne, Wind und Regen gab. Wir danken Gott und loben Gott für seine unaussprechlichen Gaben, seinen Erntesegen und loben seine ganze Schöpfung.
Und dies tun wir mit Worten des 104.Psalms:

Das Lob des Schöpfers
1 Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.
2 Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich;
5 der du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, dass es bleibt immer und ewiglich.
13 Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.
14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.
24 HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
27 Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.
30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.
31 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

Mit diesen uralten und wunderschönen Psalmworten wird Gott für seine große und wunderschöne Schöpfung gelobt. Alles hat Gott nach Sicht des Psalmschreibers weise, intelligent und gütig geordnet. Die Natur war und ist in GottesSchöpfungsplan prächtig und herrlich geschmückt. Alles hat seine Ordnung und Schönheit, aber auch einen wichtigen Nutzen für Mensch und Tier. Das Licht des Himmels, nein der ganze Himmel, wird mit einem wunderschönen Teppich verglichen. Ein Teppich des göttlichen Abglanzes und dessen Herrlichkeit. Die Erde ist fest gegründet und fruchtbar, sie bringt alles hervor, was Mensch und Tier zum Überleben brauchen.
Und speziell bei uns, in unserer Gegend bringt die Erde sogar Dinge von weit unter der Erdoberfläche hervor, die für den materiellen Nutzen der FA K&S und deren Mitarbeiter nützlich sind und den weltweiten Ackerbau als Kali Dünger versorgen. Selbst unter der Erde „wächst“ sozusagen das bildliche Brot für die Früchte der Händearbeit unserer Männer, die das Kali in den Flözen abbauen. Saat und Ernte bildeten und bilden von je her den jahreszeitlichen Rhythmus in der Natur und sind zum Nutzen des Menschen, aber auch Hege und Pflege der Kulturlandschaft als Bewahrung der Schöpfung sind für uns Menschen wichtig.
Welche Schönheit, Großzügigkeit und welcher überbordender Schöpfungssegen durch Gott den Allmächtigen und Barmherzigen in unserer Welt zu sehen und zu finden ist, zeigen allein schon viele Nutz- und Ziergärten. Und dies alles zum Nutz des Menschen und als Nahrung für Mensch und Tier.

Es heißt hier im Lobgesang des Psalms:
14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.
24 HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Doch das elementarste Lebensmittel, das wir alle täglich in dutzendfacher Aufbereitung und in vielen Sorten zu uns nehmen, ist das Brot. Es wird auch hier zweimal im Psalm genannt.
Brot macht ganz elementar satt und hat fast alles, um zu überleben, ohne hungern oder Hunger leiden zu müssen.
An die tausend verschiedene Brotsorten soll es in Deutschland geben. Und ständig kommen neue hinzu. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei – sollte man meinen. Doch trotzdem gibt es Leute, die an jedem Brot etwas herumzumäkeln haben. Manche von uns kennen aber noch Zeiten, wo man ausgehungert ein Stückchen Brot zu bekommen suchte, aber keins da war. Gebe Gott, dass wir das auch bei dem heutigen Überangebot nicht vergessen und von Herzen für jedes Stück Brot dankbar bleiben!
Vielleicht erinnert uns auch das heutige Erntedankfest daran.
Die Saat und die Ernte des Getreides bringen in einem natürlichen Saat- und Erntekreislauf das Mehl aus den Körnern über die Mühlen zur Backstube der Bäcker, die daraus in unserem Land diese vielen Brot und Brötchen-Sorten backen.
Dieses Brot macht ganz elementar und einfach satt. Dafür können wir dankbar sein. Theologisch und religiös formuliert Gott, dem Schöpfer danken für seine Sättigung. Und im Verwertungs- und An- und Abbaukreislauf den Bauern, Müller und Bäcker, aber auch der Kali Industrie, die Dünger herstellt, damit der Weizen, die Gerste, der Roggen und der Hafer gut auf kargen Böden gedeihen können. Den Berufsgruppen können wir auch danken.
Brot kaufen wir beim Bäcker oder im Back-Shop, doch vorher fanden viele Arbeitsabläufe und Schritte in der Landwirtschaft und der Mehlindustrie statt, bevor das Brot im Mund schmeckt und sättigt.
Hier heißt es im Psalm:
15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.
Und dann:
27 Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

Der Psalmbeter wusste, wofür er Gott dankt und lobt,
und auch wir heute können Gott danken für die große Fülle an Nahrung aus der Natur, den Gaben des Feldes und Gartens und dem Segen, der auf allem ruht.

Doch da klingt noch etwas anders durch:
Und beim Evangelisten Johannes spricht Jesus als der Christus:
Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.
Johannes 6,35

Das passt auch zu den Psamworten.
Jesus Christus selber, der Sohn Gottes, bezeichnet sich als dieses Brot. Ja, aber – wie soll man ihn denn essen können? Nun, zu ihm kommen und an ihn glauben, wie er auffordert, bedeutet, ihn so aufzunehmen, wie man ein Stück Brot in sich aufnimmt, dass es ein Teil des eigenen Wesens wird. So sehr will sich der Sohn Gottes mit uns eins machen, dass er und wir eine Einheit werden. Das bedeutet echter Glaube!
Glaube, der satt macht und den Hunger und Durst des Lebens stillt.
Dann wird der Hunger und Durst gestillt, den jeder von uns kennt und der nicht mit Brot und nicht mit Schlemmerei, mit keinem Erfrischungsgetränk, auch nicht mit Alkohol oder Drogen gestillt werden kann.
Es sind der Hunger und der Durst der Seele nach einem erfüllten Leben, nach Frieden im Herzen, nach Ruhe und Geborgenheit, nach Sicherheit über den Tod hinaus. Und diesen Hunger kann man bei allem, was es in dieser Welt gibt, nicht stillen, nicht mit Reichtum, Karriere, Vergnügungen oder Rausch. Dieses elementare Verlangen kann nur in Jesus Christus gestillt werden.
Und man kann es sich auch gegenseitig -im wörtlichen und im übertragenen Sinn immer wieder das Brot des Lebens und im Leben reichen. In Liebe, mit Dankbarkeit und einem Gebet als Halt, Wegmarke und Orientierung für die Freude und den Schutz der Partnerschaft. Mit gemeinsamer Verantwortung für die Aufgabe, die sie als junge Menschen miteinander und füreinander übernahmen. Man nennt das Liebe. Liebe, die ein Leben lang hält. Mit dem Brot des Lebens.
Gottes Liebe für uns Menschen, gereicht als Brot des Lebens von Generation zu Generation, von Familienmitglied zu Familienmitglied, von Mutter zu Tochter oder Sohn, vom Vater empfangen aus den Händen der Großeltern.
Dieses auch im Vaterunser erbetene „tägliche Brot“ sättigt über den elementaren Hunger hinaus und lehrt dankbar zu sein für die Fülle und Großzügigkeit Gottes und seines Segen für und an uns Menschen.

Dann kann man nur noch mit dem Psalm beten:
24 HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.
27 Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.
30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.
31 Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich, der HERR freue Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja! Amen

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