Wie erkenne ich Gottes Willen?

Liebe Gemeinde.

Wie erkenne ich Gottes Willen? fragen heute viele junge Menschen, die im Glauben stehen.

Da ist der Abschluss in der Schule geschafft. Da hat man das Zeugnis in der Hand und nun soll man sich plötzlich entscheiden.

Was ist der Wille Gottes für mein Leben? So fragen auf der anderen Seite nicht viele. Denn man hat ihnen beigebracht durch die Medien und viele andere Miterzieher. Gott gebe es nicht, deshalb hol heraus, was herauszuholen ist und deshalb geht es Für viele heute um Karriere, Ansehen und Geldverdienen. Sicherlich Motivation braucht jeder.

Aber wenn es einen Gott gibt, und davon gehen wir als Kirche aus, davon gehen wir als gläubige Christen aus, dann darf ich auch in der Frage der Berufswahl, auch auch der Frage nach der Wahl des zukünftigen Ehepartners doch mit der Hilfe Gottes rechnen.

Und wenn ich alt bin? Dann fragt vielleicht mancher, bin ich der Berufung Gottes gerecht geworden? Habe ich Gottes Willen erkannt? Auf jeden Fall es ist nie zu spät.

Deshalb gibt es das Gebet. Ein großer Kirchenlehrer hat einmal gesagt: Wer betet, wird sicher gerettet, wer nicht betet, geht sicher verloren. Das hat seinen Grund in der Bergpredigt. Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan. Diese Verheissung betrifft dieses und auch das jenseitige Leben.

Aber sicher nicht immer so wie wir das wollen. Wir hättens immer angenehm, wir hättens immer leicht, wir wollen uns dabei wohlfühlen, wenn es um den Willen Gottes geht. Also, lieber Gott, bitte keine Umwege, keine schweren Wege, keine Klippen, keine Berge, sondern eine gerade Straße, wo es wunderschön gerade aus, zum verheissenen Ziel geht.

Genau das hat Gott aber dem Jeremia nicht verheissen im heutigen Predigttext.

Zunächst einmal ist es in diesem Predigttext ganz anders als in unserer Wohfühlgesellschaft. Gott beruft den Jeremia gegen seinen Willen. Gott hat mit dem Jeremia etwas vor. Schon bevor er von seinen Eltern gezeugt war, hat er ihn gesehen und für eine bestimmte Aufgabe auserwählt. Doch Jeremia sträubt sich. Er findet Ausreden. Ich bin zu jung, ich bin zu unbegabt. Lieber Gott, schau dir die politischen Verhältnisse an. Ich habe keine Chance dagegen anzugehen. Die Mächtigen sind doch immer mächtig. Und ich kleiner Winzling bin ohnmächtig. Herr hast du dich nicht getäuscht?

Auch ein Profet wie Jona versuchte Gott davonzulaufen. Er heuert auf einem Schiff an, um bis ans Ende der Welt zu fahren, dort werde Gott ihn sicher nicht erreichen.

Kennen Sie ihre Ausreden gegenüber Gott, gegenüber seinem Willen für ihr Leben?

GOTT klopft bei jedem Menschen an. Kein Mensch geht über diese Erde, bei dem Gott nicht an die Herzenstür gekommen wäre. Gott ist kein großer polternder Gott. Er vergewaltigt niemand. Aber er steht vor deiner Herzenstür. Hörst du ihm zu? Gehorchst du ihm.

Der Gehorsam gehört zu dem schwersten christlichen Tugenden, dass ich meinen Willen an die 2. Stelle setze, dass ich Gottes Willen über alles stelle, das ist wirklich schwer. Luther hat gesagt. Wir sollen Gott zu erst und vor allem über alle Dinge fürchetn, lieben und vertrauen. Dann sind wir gesegnete Leute.

Lasst uns deshalb Buße tun und umkehren und beten: Herr bis heute habe ich nur meinen Willen gesehen. Bis heute habe ich nur mir uns meinen Begabungen vertraut. Verzeih mir. Ab heute will ich dir gehorchen, will ich deinem Willen gehorchen, will ich deinen Willen sehen, hilf mir segne mich. Machen Sie das, öffnen sie sich Gott und denken sie daran: Wer betet, wird sicher gerettet, wer nicht betet, geht sicher verloren.

Sie werden, wenn sie beten Gnaden empfangen. Sie werden Weisung empfangen für ihr Leben. Und meinen wir nicht, wir seien zu alt, wir sind zu nichts mehr zu gebrauchen. Stimmt nicht, bei Gott gibt es immer Hoffnung. Gibt es immer Zuversicht geht es immer weiter. Wenn jemand meint, es stehe vor ihm eine steinerne Wand, auf einmal verschwindet sie. Wunder sind Tatsachen im christlichen Leben. Die müssen nicht immer groß und gewaltig sein. Vor allem in den kleinen Dingen des Alltags sind sie zu beobachten.

Gott greift ein. Er sagt dem Jeremia und uns als allererstes: Fürchte dich nicht (Vers 8) Fürchte dich nicht vor ihnn, denn ich bin bei dir und will dich erretten.

Oft ist Menschenfurcht ein großes Hindernis in der Berufungsgeschichte. Aber jeder Mensch ist ein Wesen aus Fleisch und Blut. Kein Mensch ist allmächtig. Jeder Mensch ist endlich. Jeder lebt im zerbrechlichen Gehäuse seines Lebens. Auch die Gottlosen. In den Psalmen wird ja einmal darüber wehmütig nachgedacht, dass es gerade den Gottlosen so gut geht. Aber sie sind nur ein Schatten. Ich lese aus Psalm 37: ich sah einen Gottlosen, der pochte auf Gewalt und machte sich breit und grünte wie eine Zeder. Dann kam ich wieder vorbei, siehe, da war er dahin. Ich fragte nach ihm, doch ward er nirgends gefunden.

Ja, so wird’s gehen. Und deshalb müssen Menschen, die sich berufen lassen kein Angst haben. Denn Gott allein bestimmt Zeit und Stunde. Und er lässt auch nicht zu, dass einem Leid getan wird, wenn es nicht sein Wille ist. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist.

Gott allein setzt Zeit und Stunde in meinem Leben und im Leben der Gottlosen.

Wenn wir Ja sagen zu Gottes Willen, wenn wir seinen Geboten uns beugen, dann werden wir erkennen und merken, wie eins sich ins andere fügt. Vielleicht erkennen wir das erst nach Jahrzehnten. Aber wir dürfen, liebe Gemeinde, sicher damit rechnen, dass Gott es gut macht. Er hat alles wohlgemacht.

Wer auf Gott vertraut, der baut nicht auf Sand. Wer auf Gott vertraut, der sieht auf einmal die leisen, aber dann doch sehr bestimmenden Spuren Gottes in seinem Leben. Im Nachhinein sieht man dann, da war Gott am Werke.

Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass unser Schöpfer ununterbrochen am Werke ist. Berufung ist deshalb nicht nur Sache des einen Augenblicks, der einen Erleuchtung. Berufung ist fortlaufend, geschieht ständig.

Wer Gott erkennt, der hat das größte Glück seines Lebens bekommen, man weiss, da gibt es einen, der mein Leben von nun an bestimmt. Hermann von Bezzel schrieb: Frömmigkeit ist der Entschluss die Abhängigkeit von Gott als Glück zu bezeichnen.

Liebe Gemeinde! Das größte Glück ist, wenn wir erkennen, dass Gott uns gebraucht hat einem anderen Menschen, das Evangelium bekannt zu machen und ihn damit zu retten vor dem jüngsten Gericht. Auch das ist der Wille Gottes für unser Leben. Gottes Wille, seine Gebote weiterzugeben.

Längst redet man davon, dass Deutschland Missionsland geworden ist. Nicht nur deshalb weil viele Ausländer unter uns wohnen, sondern vor allem deshalb, weil in unserem Volk der Glaube selbst am Schwinden ist. Es gibt in Deutschland mehr professionelle Wahrsager als Pfarrer. Fernöstliche Heilslehren werben um Jugendliche. Und die große Masse huldigt einem platten Materialismus.

Jesu Wille ist die Mission und Evangelisation und die angemessene Antwort darauf ist der Gehorsam. Bei Paulus war eine Vision notwendig. Bedenken wir: Ihm lag noch nicht das NT vor. Vielleicht kannte er auch noch nicht den Befehl Jesu. Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker… Wie auch immer: er vernahm Gottes Reden und er folgte.

Wohl kann Gott durch bestimmte Ereignisse und Führungen Menschen sehr deutlich machen, was er von ihnen will. Aber uneingeschränkt sagt Gott uns allen durch sein Wort, die gute Nachricht Jesu zu verbreiten. Alle Erweckungen in der Welt begannen damit, dass irgendein Mensch anfing, Jesus zu bezeugen.

Denken wir an Jeremia. Er wollte zunächst nicht. Aber dann ging er. Denken wir an Jona. Er sollte Gottes Gerichtsbotschaft weitersagen. Viele gute Gründe hatte er dagegen einzuwenden. Deshalb floh er, und Niniveh blieb, wie es war. Erst als er gehorchte und in Ninive predigte, kehrten die Menschen dort um.

Denken wir an die Menschen, die man zuerst Christen nannte.Sie mussten wegen ihres Glaubens aus Jerusalem fliehen. Aber auch in Antiochien schwiegen sie nicht, sondern bezeugten, was für ihr Leben konkurrenzlos wichtig geworden war.. „Und die Hand des Herrn war mit ihnen und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn, berichtet Lukas. Viele Beispiele gibt es, die deutlich machen, dass Gemeinden wachsen, wenn Menschen auf Jesus hören.

Es ist ein Irrtum zu meinen, Evagelisation und Mission seien ausschließlich Sache der Profis. Zwar gibt es im NT schon Evangelisten. Aber ihre Tätigkeit schloss das werbende Zeugnis der anderen Christen keineswegs aus. Der Hilferuf jener, die Christus noch nicht kennen, hat jeden Christen zum Adressaten.

Aber wie soll das gehen. Es kann nicht jeder Berufsevangelist werden oder Berufsverkündiger. Viele haben Probleme mit dem Reden. Nicht schlimm. Christus kann auf viele Weisen bezeugt werden. Und manches Mal ist viel Reden eher hinderlich.

Das stille Beispiel wirkt oft mehr. Das demütige Bezeugen der Wahrheit Christi macht mehr menschen gläubig, als das ständige Bedrängen. Allein diese Zurückhaltung und das Vertrauen auf Jesus, dass er es richt macht, macht glücklich.

Es wäre doch ein gutes Ergebnis dieses Gottesdienstes, wenn jeder unter uns sich zu den folgenden 2 Fragen Gedanken machen würde: a. Wo gibt es einen Menschen in meiner Umgebung, mit dem ich über Jesus Christus reden sollte: wie kann ich das tun, dass ich ihn nicht verletze und dränge, aber doch die Wichtigkeit einer Entscheidung deutlich mache?

Gottesfurcht ist ein guter Anfang. Und noch besser ist, wenn ein Mensch betet. Und ich denke viele tun das, es gibt Umfragen, die bestätigen dies. Ob sie es regelmässig tun, Weiss ich nicht, zumindest ab und zu. Wichtig ist, dass überhaupt gebetet wird.
Wir können uns nur darüber freuen, wenn es noch einzelne gibt, die beten.

Paulus möchte, dass die Menschen zum Glauben kommen. Und Glauben an Christus heisst: sich voll und ganz auf ihn verlassen und das Heil und die ewige Seligkeit durch sein Sterben und seine Auferstehung erwarten.

Beten wir um Gottes Willen. Beten wir um Gottes Berufung.

Ich schließe mit der Geschichte über die Berufung von Mathilda Wrede: Sie war Tochter eines finnischen Gouverneurs, der Gefangene unter sich hatte. Mit 17 gelangte sie zur Gewissheit ihrer Gotteskindschaft. Nun hatte sie nachts einen Traum. Sie sah einen Mann an ihr Bett treten, der an Händen und Füßen gefesselt war und sie ergreifend um Hilfe bat.. In ihrer Seele erschüttert, wurde sie wach. Sie bat Gott um Weisung. Sie schlug die Bibel auf. Ihr blick fiel auf die Stelle… du Menschenkind… gehe hin zu den Gefangenen deines Volkes und sprich mit ihnen. Sie war tief bewegt. Morgens in der Frühe wollte sie zum Strand gehen. Auf dem Wege traf sie einen Gefangenen. Sie schaute ihm ins Gesicht und erschrak. Es war der Mann, den sie nachts im Traumgesicht gesehen hatte. Sie sprach mit ihm. Der Mann öffnete sein Herz und bat sie. Sie sollten ins Gefängnis kommen und mit uns allen reden.

Nun war Mathilda Wrede ihres Auftrages gewiss. Damit begann für sie eine Lebensaufgabe, die ihr den hohen Ehrentitel einbrachte: Engel der Gefangenen.

Zum Schlus nenne ich 14 Hilfen, wie ich Gottes Willen leichter erkennen kann:

Wie erkenne ich Gottes Willen?

Gotteskind

Gehorsam

Eigenwillen zurückzustellen

gesunden Menschenverstand

Bibel immer den Vorrang

Rat eines Seelsorgers

Demütige Menschen

im Licht wandeln

auf kleine Zeichen zu achten

warten

inneren Frieden

Gebet

Schritt nach vorne im Glauben

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes

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