Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Liebe Schwestern und Brüder!
Heute am Sonntag ‚Trinitatis‘ werden die Gottesdienste – wie an vielen Sonntagen- im Namen des dreieinigen Gottes;
im Namen Gottes,
des Vaters und
des Sohnes und
des Heiligen Geistes beginnen und auch mit dem Segen des dreieinigen Gottes werden viele Gottesdienste beendet.

Und was so vermeintlich einfach gesprochen, selbstverständlich bekannt und natürlich empfangen wird, ist bei näherer Betrachtung weder vom Verstand noch durch rationale und logische Durchdringung einfach zu erfassen, geschweige zu begreifen.
Die Dreifaltigkeit ist und bleibt das Geheimnis Gottes.

Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder (göttliche) Trinität wird diese Lehre des Glaubens genannt, an die uns der heutige Sonntag ganz besonders erinnert. Ein Dogma, ein Glaubenssatz und eine Lehre, die das heilsgeschichtliche Wirken Gottes in der Welt durch die Einheit seiner drei Personen und Hypostasen von
Gott Vater, dem Schöpfer und
dem Sohn Jesus Christus als Erlöser und Retter
und dem Heiligen Geist als Vollender, Tröster und lebendig machendem Wort bekennt.

Übrigens an der Länge meiner Sätze können Sie gut erkennen, dass alle menschlichen Beschreibungen der göttlichen Dreieinigkeit nur unzulänglich sind. Jedoch der Lehrsatz von der Trinität ist das zentrale Dogma des Christentums. Und an diesem Lehrsatz scheiden sich die Geister und Religionen. Aber ebenso deutlich wird christlicher Glaube über alle Konfessionsgrenzen durch die Lehre der Dreieinigkeit hinweg anerkannt und bekannt und eben dadurch scheidet sich auch wahrer Glaube von sektiererischem Irrglauben. Und wenn schon das Geheimnis Gottes in der dreifachen personalen Entfaltung seines einzigartigen göttlichen Wesens (Trinität= alle drei Personen in einem Gott* ein und derselbe Gott in allen drei Personen) bekannt und geglaubt wird, dann bedeutet dies konkret und für unsere Gegenwart:

Wir glauben an, erfahren und benötigen Gott, den Vater als Schöpfer, Erhalter und Verwalter dieser Welt. Im biblischen Sinn sind wir Gott zum Ebenbild ( imago dei) geschaffen. Gerade in Situationen der persönlichen Bewahrung und des Schutzes,
in Situationen des Lebens in seiner ganzen geschöplichen Fülle und Segens, bei der Geburt von Kindern wird das uns Menschen sehr deutlich bewusst. Dafür können wir Gott danken und ihn rühmen..

Wir glauben an, erfahren und benötigen Gott, den Sohn, Jesus Christus als Leid, Angst und Sorge verstehenden und kennenden Gott, Erlöser vom Bösen und durch seine Liebe und Barmherzigkeit von Schuld befreienden und vergebenden Gott. Jede und jeder kennt Momente, wo Gottes Anwesenheit in Angst, Not und Verzweiflung erbeten wird. Darum und noch vielmehr können wir Gott bitten.

Wir glauben an, erfahren und benötigen Gott,
den Heiligen Geist, der bewegt und lebendig macht. Der verkrustete Strukturen aufbricht und eingefahrene Gleise verlässt. Der frischen Wind in das Leben bringt. Der weht, wo er will und Menschen dazu bewegt, ihre Gaben und Begabungen immer wider und neu für andere einzusetzen. Der uns immer wieder neu ins Leben ruft und Trost spendet usw. Auf diesen Geist dürfen wir hoffen.
Es ist dies der Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

So ist der Glaube an den dreieinigen Gott, das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott weder überalterte Glaubensvorstellung noch hohle Litanei oder gar leeres Gedankengut, sondern für uns Christen ein zentraler und fundamentaler Glaubensinhalt, der Orientierung und Halt im Leben gibt. Gleiches gilt für den Glauben an Jesus Christus.
Und weil Vergleiche bekanntlich hinken, aber dennoch der Vorstellung des Unvorstellbaren dienen, nun folgendes Bild:
Ein Baum, zumal ein großer, besteht aus Wurzeln, Stamm und Ästen. Die Wurzeln tragen den Baum, die Äste gehören ebenso zum Baum und auch der Stamm gibt dem Baum den rechten Stand. Alle drei Baumteile ergeben ein und denselben Baum und der eine Baum ist jedoch erst ein Baum mit den drei Teilen Wurzel, Stamm und Ästen. Und weil das schon nicht gerade einfach ist mit der Beschreibung des Baumes, ist es unendlich schwieriger, geradezu unvorstellbar eine angemessene Beschreibung der göttlichen Trinität zugeben.
Bleibt mir Ihnen ein Gruß des Apostel Paulus als Segenswunsch für die kommende Woche mitzugeben:
"Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen!" (2.Korinther 13,13)

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