Lassen wir es stürmen

Frieden sei mit euch von dem der da war und der da ist und der da sein wird. Amen.

Liebe Gemeinde,

ich weiß nicht ob sie es kennen, aber da kommt ein Mann in ein Geschäft, ahmt die Türglocke nach und sagt: Palim Palim, ich hätte gern zwei Flaschen Blumenkohl. Und der Verkäufer fragt ganz selbstverständlich: ja haben sie denn Flaschen dabei?

Dieser Sketsch von Didi Hallervorden passt ganz wunderbar zum Pfingstfest. Zum Einen weil gelacht wird und zum Anderen weil es zeigt: Auch wenn es noch so absurd zu scheinen mag: es ist möglich.

Wir feiern Pfingsten- das Fest des Heiligen Geistes. Und dieser Heilige Geist, der ist absurd! Dieser Heilige Geist- der ist nicht fassbar. Wie Blumenkohl in Flaschen, so unvorstellbar.

Und doch: Der Geist ist es, der unter uns spürbar ist.

Gott Vater als Schöpfer, den können wir sehen, der Sohn ist uns verständlich, der war ja schließlich Mensch. Aber der Heilige Geist, der bleibt abstrakt. Und doch bleibe ich dabei: Er ist spürbar. Alles Reden von Gott, alle Gedanken über Gott, unsere Fähigkeit glauben zu können, lieben zu können, gute Werke zu vollbringen, das ist Wirken des Heiligen Geistes.

Der weht wohin er will und mag. So heißt es im Glaubenslied. Wie ein Brausen, wie Feuerzungen, so beschreibt die Bibel den Geist. Das was lebendig macht, das ist der Geist. Das was uns trotzig sein lässt gegen die Lacher der Welt. Das ist der Geist.

Paulus schreibt im 1 Korintherbrief von diesem Geist. Und er sagt: WIR haben diesen Geist erhalten, den Geist der von Gott kommt, nicht den Geist der Welt.
Wir reden und predigen wie der Geist es lehrt. Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen. Denn der Geist Gottes zeigt uns die Gedanken Gottes. (nach 1. Kor 2,12-16)

Wir haben den Geist Gottes erhalten. Ich genauso wie sie. Mit der Taufe wird dieser Geist sozusagen ausgegossen über unser Haupt.

Und es ist etwas ganz Besonderes: Es ist nämlich etwas anderes als wir es von der Welt kennen. Der Geist Gottes ist skurril, der macht Scherze und der lässt sich nicht festlegen.
– Der Geist Gottes ist anders als der Geist der Welt. Der Geist Gottes hat keinen Kosten-Nutzen Faktor. Und doch ist er sehr effektiv.
– Der Geist Gottes hat keinen Zeitplan. Und doch hat er immer Zeit.
– Der Geist Gottes hat keine Sonderausbildung, der Geist Gottes hat keine Weiterbildung. Und doch ist er unheimlich weise.
-Der Geist Gottes hat keinen Haushaltsplan. Und doch wirtschaftet er gut.
Der Geist Gottes weht wohin er will und mag, er lässt sich nicht einsperren und wir können ihn nicht festhalten.

Und doch: Es wäre nur zu schön, wenn wir wie ein Kunde zu Gott sagen könnten: Palim Palim, ich hätte gern zwei Flaschen von diesem Heiligen Geist.

Nur wird Gott nicht danach fragen wo denn unsere Flaschen sind. Sondern er wird lachen. Nicht uns auslachen, sondern uns anlachen. Und dann wird er seinen Geist wehen lassen in unsere kalten Kirchen und dann lesen wir die Worte des Paulus:

WIR haben diesen Geist erhalten, den Geist der von Gott kommt, nicht den Geist der Welt.
Wir reden und predigen wie der Geist es lehrt. Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen. Denn der Geist Gottes zeigt uns die Gedanken Gottes.

Wir müssen nicht bitten und flehen, sondern wir dürfen dankbar sein, dass der Geist Gottes ausgegossen ist.

Gott als Schöpfer, den sehen wir, Gott als Sohn ist uns vertraut. Aber Gott als Heiliger Geist, der wirkt mitten unter uns und bei uns und in uns und um uns herum. Dem müssen wir nicht zum Sieg verhelfen. Den müssen wir auch nicht raus lassen. Der wirkt einfach so.

Dass sie heute hier sind um Gottesdienst zu feiern – wirken des Geistes.
Dass es mich hierher verschlagen hat – wirken des Geistes.
Dass jemand da ist der heute Orgel spielt und dies auch noch gern macht – wirken des Geistes.
Dass es Menschen gibt, die sich ehrenamtlich in dieser Kirche engagieren, dass es Menschen gibt, die hier wirken und leben, dass wir glauben können – wirken des Geistes.
…..

Der Geist Gottes ist spürbar bei allem was wir tun. Nicht immer mag er die Stütze sein, manchmal ist er wohl auch die kritische Frage oder das entschiedene Nein.

Also schließen wir den Geist Gottes nicht ein. Nicht in unsere Kirchen, nicht in Bibeln und Gebetsbüchern, nicht im Privaten, auch nicht in uns. Sondern verlassen wir uns darauf, dass er weht.

Dem Geist Gottes können wir vertrauen. Mehr als dem Geist der Welt.

Was in der Welt absurd scheint, daran glauben wir.

" Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen."

Nehmen wir doch Paulus beim Wort: Lassen wir den Geist wirken. In unserem Reden, Predigen und Handeln. Andere werden vielleicht uns für töricht halten, für naiv und weltfremd. Aber der Geist Gottes ist ja auch nicht von dieser Welt!

Er weht wohin er will und mag. Lassen wir es stürmen! Amen.

Und Gott, der uns gibt den Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus. Amen

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