Das christliche Prinzip Hoffnung

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater und dem Herrn Jesus Christus.
Amen.

Liebe Schwestern und Brüder!
Was wären wir Menschen ohne Hoffnung?!
Hoffnung ist der Motor der menschlichen Gedanken und zukünftigen Taten. Hoffnung lässt nicht zuschanden werden, heißt es in der Bibel. Aussicht auf Zukunft gibt dem menschlichen Leben Sinn. Und Hoffnung ist eine der drei christlichen Haupttugenden, neben Glaube und Liebe. Jeder Mensch braucht Hoffnungsglauben und Zuversicht, um zu überleben und nicht an der Sinnlosigkeit des Daseins zu verzweifeln. Das Versprechen und die Verheißung der Zukunft und Hoffnung sind in der Bibel von Anfang an da. Gottes Hoffnung für uns Menschen ist die Botschaft, und unser Glaube und hoffender Trost auf die Anwesenheit Gottes in der Welt bleibt die Antwort. Glaube ohne Hoffnung geht zugrunde, so wie mancher Mensch an Hoffnungslosigkeit innerlich abstirbt oder zum Zyniker wird.
Was wären wir Menschen ohne Hoffnung!
Dergleichen Ansicht war der Apostel Paulus gewesen, als er die Zeilen des heutigen Predigttextes an die römische Gemeinde schrieb.
Er war voller Hoffnung und Freude über die Anwesenheit Gottes in Jesus Christus und tröstete die römische Gemeinde
mit dieser Hoffnung:
"der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes."
Er verspricht den Römern mit einer immer reicher werdenden Hoffnung im Glauben durch den Hl. Geist ausgestattet zu werden.
Ja, Hoffnung macht reich, nicht im materiellen Sinn, aber reich an innerer Lebensfülle, Gelassenheit, Geduld und Aussicht auf Zukunft. Hoffnung macht uns Christen innerlich reich. Und wer diese Hoffnung jemals gespürt hat, der weiß wie dieser Reichtum im Leben aussieht.
Jeder Mensch braucht Hoffnung und jeder versteht auch, was Hoffnung ist. Hingegen hat Hoffnung für uns Christen einen Namen: Jesus Christus ist unsere Hoffnung, er ist unser Heiland und Retter. Im Glauben an ihn und sein zukünftiges Reich werden wir stark an Hoffnung und können wir voller Hoffnung im Leben und auch im Tod auf ihn blicken.
Was wären wir Christen ohne unsere Hoffnung?!

Jedoch was passiert, wenn sich persönliche Hoffnungslosigkeit, Unglaube und Zweifel breit machen?
Wie z.B. bei Menschen, die harte Schicksalsschläge verkraften müssen. Die Angehörige früh verloren oder andere Schicksalsschläge als persönliches Scheitern begreifen, die keine Hoffnung auf Zukunft im eigenen Leben sehen, die nur Dunkelheit und persönliche Wüste sehen.
Was passiert mit der Hoffnung, wenn sich Pessimismus, Miesepetrigkeit und Lamentieren immer mehr als Grundhaltungen der Menschen ausbreiten?
Gerade uns Deutschen sagt man ja ein Hang zum Pessimismus nach.
Was passiert mit Menschen, die ihren persönlichen Fortschritt und ihre individuelle Zukunftshoffnung nur auf das eigene materielle Wohl ausrichten? Und Hoffnung mit materieller Absicherung verwechseln wie der reiche Kornbauer?
Zumindest die Versicherungen legen einem eine gute Altersabsicherung nahe. Hoffnung durch Anhäufung von Lebensversicherungen und privater Altersvorsorge?
Was wären diese Menschen ohne Hoffnung?!

Liebe Schwestern und Brüder, Hoffnung ist nicht immer etwas Leichtes; nach dem Motto "denke positiv" und "alles wird gut" wie uns Frau Ruge vom ZDF früher suggerierte. Hoffnung stellt sich in den schwierigen Lebenssituationen des Menschen nicht automatisch ein. Vieles scheint hoffnungslos und manches ist tatsächlich hoffnungslos. Aber es gibt auch den Trost, der die Hoffnung nährt und füttert und wie wunderbar ist es getröstet zu werden und aus dem Trost neue Hoffnung zu schöpfen.

Hat jemand allerdings einen Grund der Hoffnung, ein Fundament, worauf er seine Hoffnung baut, wie z.B. den Glauben an Jesus Christus, dann wird er zeit seines Lebens nicht hoffnungslos leben müssen. Selbst in den extremsten Situationen des eigenen Lebens. Unsere Hoffnung heißt Jesus Christus, der Gekreuzigte und der Erlöser, kennt allen menschlichen Schmerz und auch alle menschliche Hoffnungslosigkeit und doch ist er gerade dann denen nah, die seine Hoffnung brauchen, auch wenn Situationen hoffnungslos erscheinen.
Hoffnung, Aussicht auf Zukunft, Besserung der eigenen menschlichen Verhältnisse und göttlicher Trost in Jesus Christus kommen ganz unterschiedlich und verschieden zu uns Menschen.
Manchmal durch die gute und Nächsten liebende Tat von Mitmenschen, durch ein stilles und trauriges Halten und Streicheln von Händen am Sterbebett und der Gewissheit, dass das Leben nicht mit dem Tod endet. Eben in der Hoffnung, dass jemand vom Leid durch Gott erlöst wird und es ihm in Gottes ewigem Reich besser geht.
Und auch in der Hoffnung für die Hinterbliebenen, dass das Leben eines Tages wieder fröhlicher und gleichförmiger laufen wird. Und so wird Hoffnung die Sehnsucht des Menschen auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse. Aber auch die Sehnsucht nach Sinn und Orientierung im Leben.
Ohne Hoffnung, nur dem eigenen menschlichen Ego verpflichtet, geht die Welt zugrunde.
Und die Angst vor einer schlimmen Zukunft muss nur der haben, der keinen Glaubens- und Hoffnungsgrund hat.
Was wären wir Menschen ohne Hoffnung!?

Unsere Hoffnung des Glaubens heißt Jesus Christus. Und so wie wir in der Adventszeit in der Gewissheit leben, dass er kommt, Jesus Christus, eben in diese Welt und in unser Leben, um unserem Leben Sinn und Orientierung zu geben, so wächst unsere Hoffnung im Leben. Keiner ist allein und einsam. Jesus kommt zu ihm in Herzen und Gedanken. Niemand muss hoffnungslos leben, wenn Christus ihn ergreift, wenn seine Erlösung naht.

Und noch etwas: Dieser König, der kommt und kommen wird, unser Herr Jesus Christus ist ein König ohne Pomp und Starallüren, ein König des Herzens, der Barmherzigkeit, des Glaubens und der Liebe.
Hoffnung verheißt die Bibel, Hoffnung verheißt Jesus Christus denjenigen, die seine Worte hören und bewahren. Hoffnung ist etwas, was über das Äußere hinaus geht und in die inneren Regionen von uns Menschen vordringt und Leben erneuert, ja neues Leben schafft. Hoffnung des Glaubens produziert Herzenswärme und Liebe, die an andere weitergegeben wird. Hoffnung ist eine der tiefsten Sehnsüchte und Wünsche von uns Menschen nach gelingendem Leben.
Jesus hat uns im Glauben an ihn versprochen, einen Anteil an dieser seiner Hoffnung zu bekommen. Durch Jesus haben wir die Zusage, ja die Garantie, dass er alle Tage dieser Welt bei uns sein will.
An den guten und den schlechten, den erfüllten und traurigen, an den glücklichen und verzweifelten, an den schönen und verregneten. Jesus verspricht Ihnen und mir, Jesus verspricht uns allen, und an diesen Tagen ganz besonders mit seiner Anwesenheit und Ankunft, dass das Leben nicht nur beschwerlich, nutzlos und betrüblich ist, sondern voller Verheißungen, Wärme, Barmherzigkeit und Liebe ist und voller Hoffnung ist und bleibt.
Was wären wir Christen ohne Hoffnung!?

Und an diese Hoffnung, an diese Zuversicht und Gewissheit erinnert uns der Apostel Paulus. Er will seinen Lesern und Zuhörern mitteilen, dass diese Hoffnung durch Jesus Christus für uns zur Freude und zum Frieden werden.
Und wer an diesen Christus glaubt, wer aus ihm seine Hoffnung schöpft, wer auf ihn all seine Hoffnungen setzt, wer weiß, dass ein christliches Leben reich an Hoffnung und Zuversicht ist, wer aus der hoffenden Gewissheit des ewigen Lebens und der göttlichen Gnade lebt, der wird mit eben dieser reichen Hoffnung Gottes beschenkt und im Leben mit Gnade und Barmherzigkeit gekrönt.
Und so wie in der Geschichte vom verlorenen Sohn der reuige
Sohn seine Hoffnung auf den ihm vergebenden Vater setzte und gehofft hatte als Tagelöhner bei ihm zu arbeiten, so hatte den Vater die Hoffnung nicht verlassen, dass sein Sohn zurückkäme. Wahre Hoffnung wird nicht zuschanden. In der Geschichte vom verloren Sohn erfüllte sich die Hoffnung in beiderseitigem Einvernehmen überreich.
Was wären wir Menschen ohne das Prinzip Hoffnung?!

Und ohne das Prinzip Hoffnung, ohne die Hoffnung als Glaubensgrund für unser Leben und ohne den Hoffnungsträger Jesus Christus wäre unser Leben armselig.
Gott sei Dank wir haben unseren Hoffnungsträger und über diesen Hoffnungsträger Jesus Christus schreibt der Apostel:
"der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes."
Mit dieser Treue und Hoffnung beschenke uns Gott jeden neuen Tag.
Amen.

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