Gehet hin und habt keine Angst!

Liebe Gemeinde in Jesu,
Jesus der den Tod besiegt hat, der auferstanden ist, der das irdische entkleidet hat und nun in das ewige Leben geht, steht da vor seinen Jüngern als der Sieger und als der wahre Gottes Sohn, als der verheißene Messias im ewigen Glanz. Und nun spricht er laut und deutlich, machtvoll und göttlich die Worte: „Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben“ – oder wie es Luther formuliert: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Das sind göttliche Worte des Auferstandenen. Die Erlösung ist vollbracht. Der Tod, die ewige Finsternis ist besiegt. Aber diese göttlichen Worte sind nicht jedem zugänglich, sie sind nur den Menschen zugänglich, die glauben. Sicher, es gibt zahlreiche Menschen, die Jesus in ihr Leben zwar eingeladen haben, aber dennoch keine Gewissheit im Glauben haben, von Gott wirklich angenommen worden zu sein, also auch über den Tod hinaus für immer zu ihm gehören. Wie sehr sie sich auch bemühen, Gott zu gefallen, Gewissheit über ihre Beziehung zu Gott kennen sie nicht. Und wie kommt es, dass so viele Menschen, die ernsthaft mit Gott leben wollen, in einer solchen Ungewissheit leben? Ich bin der festen Überzeugung, dass vielen diese Gewissheit einfach deshalb fehlt, weil sie nicht wirklich wissen, wer Gott ist, was die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus bedeuten, und was es heißt, ihn als Herrn und Erlöser anzunehmen. Christ zu werden bedeutet, im tiefsten Glauben das größte Geschenk anzunehmen, das den Menschen je angeboten wurde. Jesus sagte es selbst: „Ich und der Vater sind eins“ Johannes 10, Vers 30 und weiter sagte Jesus: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ Johannes 14, Vers 9.

Liebe Gemeinde, um wahrhaftiger Christ zu werden, muss man sich ernsthaft mit diesen Worten auseinandersetzen und nicht nur mit dem Verstand glauben, sondern auch und vor allem mit dem Herzen glauben, dass Jesus Gott ist, dass er für unsere Sünden und Schuld dort am Kreuz starb, begraben wurde und auferstand, und dass er als Herr und Erlöser in unser Leben kommen möchte.
Seit seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung hatte Er die Macht, allen, die ihm Gott gegeben hat ewiges Leben zu geben.

Der Auftrag Jesu enthält drei Befehle:

1.) „Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen!“ Jesus geht nicht davon aus, dass sich die ganze Welt bekehrt. Indem Jünger damals und wir heute das Evangelium predigen, sollten einst die Jünger und sollen wir heute Menschen dazu bringen, Schüler und Nachfolger des Erlösers zu werden. Unser Auftrag lautet: Das Evangelium zu predigen und Menschen für die Sache Gottes zu begeistern.

Indem wir das Evangelium weitergeben und predigen, geben wir ein persönliches Glaubenszeugnis ab. Jesus ermahnt uns, es muss und soll ein glaubwürdiges Weitergeben sein.
Liebe Gemeinde, es gibt in meinem Leben kein schöneres Erlebnis, als anderen von Jesus Christus zu erzählen. Ich habe mich bewusst für ein Leben mit Jesus Christus entschieden, es ist ein gesegnetes und ein erfülltes Leben. Einer fragte mich mal, was kann ich für einen anderen Menschen tun? Ich antwortete: Ihm, den Suchenden dabei helfen, Jesus Christus kennenzulernen. Schade finde ich es, dass es relativ wenige Christen gibt, die mit anderen über Jesus offen sprechen.

Wenn Sie, liebe Gemeinde, ein typischer Christ unserer Tage sind, dann haben Sie wahrscheinlich noch nie jemanden mit Jesus bekannt gemacht. Sie würden das zwar gern tun, und im Grunde Ihres Herzens wenn Sie auch, dass Sie von Gott dazu berufen sind, aber es fällt ihnen schwer. Sicher, nicht jeder hat die Gabe das Evangelium zu predigen, aber jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt, ist aufgerufen, das Evangelium zu verkündigen. Es ist ein Vorrecht und unsere Verantwortung, Zeugen unseres Herrn Jesus Christus zu sein. Und dieser Missionsauftrag gilt allen Christen. Es ist unsere Verantwortung, Christus nachzufolgen. Es ist seine Verantwortung uns zu „Menschenfischern“ zu machen. Hier auf der Erde hat Jesus keine anderen Füße und keine anderen Lippen zur Verfügung als die unseren. Gott hat Menschen und nicht Engel dazu erwählt, die Welt für Jesus Christus zu erreichen und zu begeistern. Es ist unsere Verantwortung, Christus nachzufolgen.

2.) „Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Ja, die Verantwortung liegt bei uns, die Taufe zu lehren und sie als Befehl anzusehen und ernst zu nehmen.
Das sollen wir tun, das ist unser Auftrag und das sollen wir feiern, die Taufe. Wir feiern den unglaublichen Glauben, dass ein ewiger Gott nicht nur die Welt irgendwie und überhaupt geschaffen hat, sondern das Schöpfung bedeutet: Gott hat mich – und dich – geschaffen. Und dass Taufe bedeutet, Gott hat dich – und mich – erwählt, diese Liebe und die Gemeinschaft mit Gott in der Gemeinschaft von Menschen – in der Kirche als Leib Christi – zu erfahren und zu erleben. Gott hat dich geschaffen. Gewollt und geschaffen. Er hat dazu das Universum geschaffen, er hat die Evolution in Gang gesetzt, er hat eine lange Geschichte gewirkt, in der Menschen in Freiheit ihren Weg gehen. All diese Wege und all diese Mühe, weil Gott dich will und liebt und geschaffen hat. Das ist Schöpfung: Gott will und liebt und gibt Leben. Wir stellen uns leicht die Schöpfung als irgendetwas vor, das halt ganz, ganz früher ein Teil und Beweggrund in unserer Welt ist. Schöpfung aber findet immer dort statt, wo es überhaupt etwas gibt, und insbesondere dort, wo Leben ist, dort ist Schöpfung. Gott ist nicht Teil unserer Zeit und unserer Welt. Gott ist der liebende Grund von all dem.

Geht hin und tauft.
Nur wenn ich das glaube, kann ich verstehen, warum Jesus die Jünger sendet: zu allen Menschen in allen Völkern um alle zu taufen. Da ist nicht irgendein Größenwahn oder irgendwelche Weltbeherrschungspläne. Da ist schlichtweg die Botschaft, dass diese wunderbare Möglichkeit keinem Menschen vorenthalten werden soll. Die Möglichkeit ist: Zu erfahren, dass du nicht das Produkt eines Zufalls bist, sondern Gott dich liebt und will und daher Gott dich, ja dich, geschaffen hat. Zu erfahren, dass Gott uns nicht fern ist, sondern wir hineintauchen dürfen in die Gemeinschaft Gottes, die konkret erfahrbar wird in der Gemeinschaft der Getauften. Die Wendung „auf den Namen“ bedeutet, die Übereignung an Vater, Sohn und Geist. Auch wenn wir noch den irdischen Tod sterben müssen, bedeutet die Taufe eine Versiegelung für das ewige Heil. Das Neue, die neue Schöpfung, was wir in der Taufe erleben und was in der Taufe versiegelt wird, wurde durch den Auferstanden Jesus gestiftet: Jesus Christus ist mit uns in der Taufe verbunden und im Herzen versiegelt!

3.) „und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe.“ Dieser Auftrag geht über die Evangelisation hinaus. Es ist nicht genug, einfach möglichst viele zu bekehren und für das Evangelium zu begeistern und sie dann für sich allein kämpfen zu lassen. Nein, sie müssen gebildet werden, den Geboten Gottes zu gehorchen, zu befolgen, wie wir sie im Neuen Testament finden.
Unsere Verantwortung ist, Menschen zu gewinnen und auszurüsten, wenn sie geistlich wachsen und ihren Auftrag in der Welt ausführen wollen. Das Neue Testament lehrt uns, dass jeder Christ Teil hat an diesem Auftrag und dass Gott uns für den Dienst, zu dem er uns berufen hat, ausrüstet. „und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe“ das bedeutet: „alles zu befolgen“ soll eine Herzenshaltung sein, dass wir bereitwillig auf Gottes Anweisungen hören und beherzigen, was Jesus uns allen aufgetragen hat. Kein Pflichtgefühl, sondern aus Liebe sollen wir all das beherzigen. Gott will uns persönlich durch den Heiligen Geist führen. Diesen Auftrag Jesu sind auch wir verpflichtet. In der Kraft des Heiligen Geistes zu leben heißt, im Glauben an Gott und sein Wort zu leben. „und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe“ das bedeutet, dass wir bereit sind, Jesus Christus täglich sein Leben durch uns leben zu lassen. Gott freut sich, wenn wir seine Gegenwart suchen. Wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf Gott richten, kommen wir ihm immer näher und können seinen Auftrag klar erkennen.

Und am Ende sagt Jesus: „Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ Wir brauchen nicht allein und ohne Führung zu gehen. Bei all unseren Dienst, Aufgaben und Reisen können und dürfen wir uns der Gemeinschaft des Sohnes Gottes sicher sein. Jesus verspricht uns, uns nie wieder zu verlassen, egal was auch passiert. Bei allem, was wir in der Zukunft mit Jesus und für Jesus tun wollen, können wir uns darauf verlassen. Er ist uns nahe. Mit der Allmacht seines rechten Armes unterstützt er die kleinen Schritte zu den Menschen genauso wie großen Aktionen. Und mit der Allgegenwart seines linken Armes gibt er uns Halt. Wir dürfen uns darauf verlassen: Jesus ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

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