Freude bei Gott

Freude gehört für uns dazu, wenn Feste zu feiern sind, wenn Dankbarkeit gelebt werden will. Von der Freude redet Jesus in Bildern, von der unbändigen Freude Gottes über Menschen. Und davon, dass diese Freude nicht immer auf Liebe stößt. Ja manchen Menschen ist die Freude Gottes höchst suspekt:

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Alltagssituation, die den Menschen der Bibel täglich vor Augen stand. Das Bild von Psalm 23 steht im Hintergrund. ‚Hirte’ ist eine gebräuchliche Bezeichnung für Könige, die ihr Amt gut führen. Aber nicht nur das. Gleichzeitig sind Hirten auch schlecht geachtete Arbeiter am Rande der Gesellschaft.

Der Hirte kann ein Tagelöhner sein, der unter ungeheurem Druck steht. Es muss nicht die Liebe sein, die ihn auf die Suche nach dem Schaf treibt. Es ist die nackte Existenzangst. Die Verzweiflung, wenn einer weiß: Egal was passiert: es kann ihn die Existenz kosten. Ob er die Tiere im Schutz zurücklässt oder ungeschützt ist spielt keine Rolle. Es geht eh um alles oder nichts. Wenn er nicht alle 100 Schafe heil zurückbringt, hat er verloren.

Diese harte Situation ist den ZuhörerInnen Jesu bekannt. Für sie war die Spannung spürbar. Ihnen war das schöne Bild vom König als Hirten genauso vertraut, wie die alltägliche Verachtung, die man für die tatsächlichen Hirten empfand.

Genau in diesen Zwiespalt zielt Jesus. Es bleibt völlig egal, warum der Hirte das verlorene Schaf sucht. Er muss es suchen oder er sucht es, weil er es liebt.

Dem Schaf ist das egal. Mir ist das egal, wann ich mich verlaufe, wer mich aus welchen Gründen sucht und dann findet. Hauptsache, ich finde heraus aus einer misslichen Situation.

Ziel der Geschichte, die Jesus erzählt ist genau diese Freude bei dem Befreiten und ist die Freude bei Gott. Gott freut sich über jeden Menschen, der den richtigen Weg durchs Leben findet, den Weg, der von Jesus vorgelebt wurde, den Weg der Liebe und der Vergebung.

Es ist schon bedenklich, wenn ein Mensch allein gelassen mit den Gefahren des Lebens, nicht mehr weiter weiß – und es passiert doch immer wieder in einer Welt, in der Strukturen nicht tragen, nicht mehr belastbar sind. Solche Menschen sind es, die Jesus sieht – und er ruft uns in seine Nachfolge.

Ziel des Lebens von Jesus bleibt die Freude bei Gott über jeden Menschen, der sich verändert.

Die Menschen, die Jesus attackieren ärgern sich, weil ihr fromm sein nicht entsprechend gewürdigt wird. Ästimieren = wertschätzen ist das Stichwort. Wir wollen wertgeschätzt werden – und Jesus sagt Nein. Ihr dürft froh sein, wenn es euch gelingt, Euer Leben so zu gestalten, dass es keine Kritik gibt, dass ihr sauber dasteht. Seid dankbar und auch stolz und arbeitet mit an dem großen Ziel Gottes, der Freude über jeden Menschen, dem es gelingt, sein Leben zu ändern, ein besserer Mensch zu werden.

Niemanden verloren geben – das ist das Ziel Gottes mit den Menschen. Gott bindet sich selber an die Menschen, dass sie die Welt gestalten, die er geschaffen hat. Dass uns das nicht immer gut gelingt ist wohl wahr. Verbrechen und Egoismus prägen das Sein der Menschen auf dieser Welt. Und trotzdem gibt Gott nie auf, um uns zu ringen.

Darum hat er seinen Sohn Jesus in unsere Welt gesandt, den guten Hirten, der gerade denen, die verloren sind hinter her geht. Es geht aber auch um uns. Wem gehen wir hinterher?

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