Christus- wollen wir dich nicht?

Da steht sie nun, die Krippe. Holzbretter, kalt, hart.
Für dieses Bild haben wir uns aufgemacht, durch die kalte Winternacht, über die Straße, durch den Schnee.
Heilig Abend ohne Kirche ist kein richtiger heiliger Abend. JA, das stimmt. Stille Nacht, heilige Nacht.
In diese Nacht gehört das Glockengeläut, gehören die bekannten Lieder und natürlich die Weihnachtsgeschichte wie sie im Lukasevangelium steht. Es begab sich aber zu der Zeit… ihr werdet finden ein Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus.

Da steht sie nun, die Krippe. Lichterglanz, und Kerzenschein. (Kerze aus Krippe im Glas in die Hand)

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht gerichtet werden.

Donnerwetter…. Gott hat die Welt lieb. Und das nicht nur per Fernbeziehung. Am Telefon ist ein „Ich liebe dich“ ja leicht gesagt.

Gott aber— lässt sich auf die Liebesgeschichte ganz ein. Sein eingeborener Sohn, liegt in der Krippe. Eingeboren- welch seltsames Wort. Monogenetos- Einzig geboren.
Das Kind in der Krippe ist mehr als ein Sohn. Es ist mehr als ein normales Menschenkind. Die Beziehung zwischen diesem Jesus und Gott reicht weiter als eine reine biologisch sexuelle Vaterschaft.
Also hat Gott die Welt lieb, dass er selbst zu uns kommt. Gott macht sich klein und liegt in der Krippe.
Von dort gibt er uns das Weihnachtslicht, dort lässt er uns den Glanz seiner Herrlichkeit ahnen. Ein Schimmer seiner Schönheit erfüllt unser Herz.

Aber ganz offensichtlich wollen wir sein Licht gar nicht haben.
Und das ist verständlich. Denn die eine oder die andere Sache lassen wir lieber im Dunkeln.
Am Frühstücktisch, wenn ich die Zeitung aufschlage, da würde ich so manches mal gerne in die Brotschale brechen wenn ich wie so oft von Betrug, Verschleierung und Fahrlässigkeit lese. Aber es sind nicht die anderen!

Die kleine Lüge hier und der große Streit da – wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Christus- Licht der Welt. Wollen wir dich nicht? (Glas fällt – zerspringt) -Pause-

Im Glanz der Weihnacht sind wir gerichtet. Nicht hingerichtet, sondern zurechtgerückt. So, wie ein Zimmermann den Dachstuhl aufbaut und das Richtfest feiert. So, wie der Arzt nach einem Unfall die Nase richtet, damit sie wieder gerade ist, So richtet Gott uns auf.

Die Scherben die wir jeden Tag hinterlassen wird Gott nicht heilen, aber er nimmt sie auf. Wir müssen uns nicht in der Dunkelheit verkriechen.
Ich muss nicht besser und immer besser werden, ich muss mich nicht hinter Lüge und Täuschung verstecken, Ich muss nicht immer Recht behalten, sondern ich kann wahrhaftig zu mir stehen. So, wie ich bin.

(Scherben in die Krippe)

Denn darin besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist.
Gott selbst bescheint uns mit seiner Herrlichkeit. Das ist nicht normal, das ist irre. Aber Liebe ist nun einmal irrational.

So rückt uns Gott ins rechte Licht.
[Engel haben uns die frohe Botschaft verkündet:] Freude kann kein Zufall sein, denn Gott lässt uns nicht allein. Er kommt in unsere Welt und das Leben wird erhellt.

Da steht sie nun, die Krippe. Sinnbild für die unbegreifbare Nähe unseres Gottes. So still diese Nacht auch sein mag, der Glanz Gottes macht sie unbezahlbar heilig.
Und Allen – uns allen, die wir noch im Finstern wandeln, gilt die Botschaft der Weihnacht: Geliebt, unendlich geliebt. Amen.

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