Die gute Nachricht

Dies ist die Nacht, in der Jesus geboren wurde. Nicht heute, aber damals in Bethlehem im Stall. Heute denken Christenmenschen auf der ganzen Welt daran, was in Bethlehem damals passierte. Was für ein Wunder sich damals ereignet hat.

Dabei wissen wir kaum etwas darüber. Die Bibel ist sparsam sie schreibt nicht viel. Es gibt diesen kleinen Bericht im Evangelium des Matthäus, den Frau Fellmann gerade vorgelesen hat.
Da geht es um einen Mann, der sich möglicherweise betrogen fühlen könnte. Aber soweit kommt es nicht. Der Engel des Herrn greift ein, erscheint Josef im Traum und erinnert in an alte Verheißungen: „Eine Jungfrau wird schwanger werden und ein Kind gebären. Josef, das ist diese Frau und ihr Kind ist dieses Kind Immanuel – Gott ist mit uns. Josef, verstehst du? Du musst ihr jetzt beistehen.“

Ob er verstanden hat, weiß ich nicht, aber er hat dem Engel geglaubt, was nicht selbstverständlich ist. Er hat die Gefahr auf sich genommen, verlacht zu werden. „Na, Josef, hat sie dir ein Kuckucksei untergeschoben?!?“

All das wird aber nicht erzählt.
„Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland…“ – so geht es weiter. Da war Jesus schon geboren.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging…“ – wir alle kennen diese Worte: Die Weihnachtsgeschichte, wie sie Lukas erzählt. Geradezu magische Worte, mystisch. Durch die wird Weihnachten erst zu Weihnachten. Dabei ist dieser Text doch genauso einfach und ebenso schlicht, wie der andere: Maria und Josef, kein Raum in der Herberge, nur einen Stall.
Und dann die Hirten, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und Licht war um sie und der Engel sprach diese Worte: „Fürchtet euch nicht“, denn offensichtlich war es auch für die Menschen damals nicht normal, dass ihnen Engel erschienen. Darum: „Fürchtet euch nicht. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus.“

Dieser Worte begleiten die meisten Menschen schon seit ihren Kindertagen. Wer hat sie noch nie gehört? Wer weiß nicht worum es geht?
„Es begab sich aber…“ – mehr muss man nicht sagen und schon sind die Bilder im Kopf und mehr noch: schon bewegt sich etwas im Herzen. Diese Worte bewegen im Herzen, wie Maria die Worte in ihrem Herzen bewegte.
Und es werden Erinnerungen wach an so viele Weihnachtsfeste: Früher mit den Eltern unter‘m Baum, Freude über die Geschenke. Das erste Mal ohne Eltern, mit Freund/Freundin, mit Frau oder Mann. Mit den eigenen Kindern, den Enkeln. Gottesdienste – in dieser Kirche, in den Kirchen der Kindheit und der Jugend.

Weihnachten bedeutet so vielen Menschen so viel. Und dabei begann es doch so unscheinbar: in einem Stall, in einem Notquartier. Es begann mit einer Geburt, die doch jedes Mal ein Wunder ist, aber insofern auch nicht besonderes.
Zwei arme Menschen bekommen ein Kind, von dem der Vater glaubt, ja weiß, dass er eben nicht der Vater ist. Und zu dem er trotzdem steht – auch ein Wunder, vor allem damals.
Und trotzdem: unscheinbar, wenn wir gucken, was daraus wurde.

Dieses Wunder und als das Wunderbare daran, liegt in seiner Einfachheit und daran, was die Menschen darin sahen.

Dies ist die Nacht, in der der Retter geboren wurde – Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und als alles vollbracht war, als das Kind als Mann am Kreuz gestorben war und als die Nacht schwand und der dritte Tag erschien und als das Kind aus der Krippe neu zum Leben stieg – da war das Wunder groß.

Und plötzlich lasen die Menschen die alten Schriften mit neuen Augen. War das nicht alles schon lange vorhergesagt? Hatten nicht die alten Propheten gewusst, dass es so kommen würde?
Und plötzlich erkannten die Menschen, welches Wunder sich in Bethlehem ereignet hat. Ist nicht Gott selbst in dieser Nacht auf die Erde gekommen? Kann es denn eine normale Geburt gewesen sein, wenn das Kind doch ein ganz besonderes Kind war – mehr noch als eigentlich jedes Kind etwas besonderes ist?

„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Dies ist die Nacht in der Gottes Sohn geboren wurde. Dies ist die Nacht, in der die Welt neu geschaffen wurde. Dies ist die Nacht, in der Gott sein größtes Wunder begonnen hat und in der er sein größtes Geheimnis in die Welt bracht. Das Geheimnis dieser Nacht und dieses Kindes. Wir wissen, was wir wissen müssen. Wir brauchen nicht mehr.

Dies ist die Nacht, in der Gott sein größtes Wunder begonnen hat. Es dauert noch. Wir sollen mit unserem ganzen Herzen und unserem ganzen Glauben ein Teil davon sein.

»Diese Gute Nachricht«, schreibt Paulus, »hat Gott durch seine Propheten in den Heiligen Schriften schon lange angekündigt. Es ist die Botschaft von seinem Sohn, Jesus Christus, unserem Herrn. Als Mensch geboren, ist er ein Nachkomme des Königs David. Durch die Kraft des Heiligen Geistes als Erster vom Tod erweckt, ist ihm die Macht übertragen, die ihm als Sohn Gottes zusteht. […] <Und> Gott hat euch in die Gemeinschaft mit Jesus Christus berufen. […]
Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn!«

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