Bis Er kommt (Kurzansprache)

Ja, schon klar: Die Generation damals hat die Wiederkunft Jesu nicht erlebt; sie nicht, spätere Generationen ebenso wenig. Da können wir getrost ein Häkchen dran machen. Und diejenigen, die über die ganzen Jahrhunderte hinweg aus Katastrophenängsten Kapital schlagen wollten, haben auch Pech gehabt. Also: Darüber brauchen wir uns nicht weiter unterhalten.

Und eventuellen Spekulationen, ob mit dem Wort „Generation“ vielleicht etwas völlig anderes gemeint war, verschließe ich mich: Weshalb sollte ich den Versuch unternehmen, einen Satz, der sich nicht erfüllt hat, doch noch „wahr“ zu machen? Ich werde mich hüten: Hiobs Freunde haben Ähnliches versucht und sind bei dem Versuch ganz schön auf der Nase gelandet.
 
Was aber bleibt – auch für mich da ist, wenn ich nur will –, das ist Gottes Wort. Das hat allen Widerständen zum Trotz die Jahrhunderte unbeschadet überstanden.
 
Dem entnehme ich, dass die Zeit, in der Himmel und Erde eben doch noch nicht vergangen sind, die Zeit, die Ihnen wie mir anvertraut ist, Gnadenzeit ist. Gnadenzeit – das ist die Zeit, in der Sie ebenso wie ich die Chance haben, unsere Leben doch noch so zu gestalten, dass Leben gelingt. Zeit, um dem Auftrag Jesu zu folgen, dem (1) „Geht hin in alle Welt, überzeugt Menschen, mir ganz nachzufolgen, tauft sie, gebt ihnen weiter, was ich Euch aufgetragen habe.“ Und (2) das Gebot der Gottes-, der Nächsten und Selbstliebe.
 
Alles andere wird sich ergeben: Neuer Himmel und neue Erde inbegriffen. Aber jetzt geht es erst einmal um das Heute und Morgen dieser Erde und der Menschen hier, Sie und mich inklusive. Und um die Verantwortung, die wir Gott schuldig sind. Und es bleibt Advent, Warten auf Seine Wiederkehr. Bis Er kommt. Darauf allerdings setze ich – ohne ein Datum anzufügen: Wozu auch?

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