Advent – Zeit der Hoffnung

Liebe Gemeinde!
Wie sehr wir uns als oft so rationell geprägte Menschen von charismatischen Vordenkern ansprechen lassen, war bei der Wahl von Barack Obama weltumrundend zu spüren. Endlich einer, der in seinem Reden, Tun und Auftreten den Eindruck vermittelt, dass er Zukunftsoptionen eröffnen will. Das weckte große Hoffnungen auf der ganzen Welt.

Auch beim Einzug Jesu in Jerusalem waren die Menschen am Straßenrand von großen Hoffnungen erfüllt. Eine Woche später schrien sie "Kreuzige ihn" und schickten ihn ans Kreuz. Jesus ermutigte die Menschen, auf die Liebe Gottes zu vertrauen und diese untereinander zu leben. Die Römer konnte er auch nicht aus Israel verteiben. Diese Hoffnungen der Menschen waren noch nicht zu erfüllen.
Aber der Samen an Gottesvertrauen, den Jesus ausstreute, lies reichlich Saat aufgehen. Im vierten Jahrhundert gab es eine friedliche Revolution. Die dem christlichen Glauben innewohnende Kraft prägte und prägt bis heute das Leben der Menschen zum Guten. Wo Menschen für- und miteinander beten, ist Frieden. Da, wo jedoch die Liebe Gottes, die uns einen Blick auf das Lebensrecht des anderen eröffnet, nicht mehr gekannt und gelebt wird, ist die Gefahr von gewalttätigen Ausseinandersetzungen bishin zu Mord und Totschlag offensichtlich. Wir hören täglich in Zeitungsmeldungen und in Fernsehberichten über Familiendramen und Weltkrisen. Hätte nicht ein Gebet für den anderen das gewattätige Herz zum Einlenken bewegen können?

Sehnsüchte bewegen uns und fordern zur Bewältigung großer Aufgaben heraus. Der tägliche Lebensunterhalt muss verdient werden. Wir wünschen uns eine Welt, die auch für unsere Kinder und Enkel noch schön und erholsam ist. Wir wünschen uns Stabilität in Wirtschaft und Gesellschaft und ein einvernehmliches Miteinander in Kommunen, Ländern und auf der ganzen Welt.
Was kann jeder einzelne von uns dazu beitragen? Welche Wünschen stehen bei uns ganz oben? Worauf warten wir? Ist das Nachdenken über die Sehnsüchte und Hoffnungen das, was uns letztlich am Leben halten kann?

Im Bild des kommenden Christus sind wir eingeladen darüber nachzudenken, was unser Leben friedlich, hoffnungsvoll und tröstend gestaltet. Advent – wir erwarten und ersehnen die Welt Gottes unter uns. Wenn dazu Weihnachtsmarkt, Geschenke und Christbaum beitragen und unsere Herzen von Zuversicht und Vertrauen erfüllt werden, wird es eine gute Zeit gewesen sein. Gott will unser Leben mit Liebe und Aufmerksamkeit füreinander erfüllen. Auf das Kommen eines solchen Miteinanders warten und hoffen wir. Ich glaube, die Sehnsucht der Menschen danach ist sehr groß.

Ich wünsche uns eine erfüllte und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

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