Erscheinungsfest

Liebe Gemeinde,

hätten Sie’s gewusst? Epiphanias ist das zweitälteste christliche Fest nach Ostern und wird heute am 6. Januar begangen. An diesem Tag wird die Offenbarung der Göttlichkeit, Epiphanie, des Herrn gefeiert.

Das Fest Epiphanias ist bis heute natürlich nicht das Fest der „Heiligen Drei Könige“, sondern es ist das Fest des Kindes in der Krippe, welches der Heiland der Welt ist. Dieses Fest hat seinen Ursprung in der Ost-Kirche und ist noch heute das Weihnachtsfest orthodoxer Christen.

Im Laufe der Zeit verlagerte sich in der Kirche des Abendlandes der Schwerpunkt auf die drei Weisen aus dem Morgenland, wodurch ein engerer Bezug zum Christfest hergestellt wurde. In der Ost-Kirche hingegen lag der Schwerpunkt auf der Taufe Jesu.

Als einziger der Evangelisten berichtet Matthäus von Männern, die aus dem Osten kamen, um das Kind anzubeten. Doch bei Matthäus ist weder von Königen noch von der Zahl Drei die Rede.

Und der griechische Kirchenlehrer Origines spricht erstmals von drei Magiern. Diese Zahl Drei, ist offenbar durch die Geschenke, die Matthäus erwähnt, Gold, Weihrauch und Myrrhe, beeinflusst. Die Bezeichnung der drei Waisen als Könige kann erst seit dem 6. Jahrhundert nachgewiesen werden. Und drei 300 Jahre später erhalten die Könige die Namen Caspar, Melchior und Balthasar.

Allerdings steht im Vordergrund des heutigen Sonntags die Epiphanie, die greifbare Erscheinung Gottes in Jesus Christus.

Liebe Gemeinde, das ist die Weihnachtsbotschaft, dass Gottes Herrlichkeit erschienen ist. Gott, er ist in seiner ganzen Größe zu uns Menschen gekommen.

Gott, er hat mit seinem Licht die Welt erleuchtet. Und wir sollen versuchen unseren Nächsten diese Botschaft klar und deutlich weiter zu geben.

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Hier wird von Menschen erzählt, die das helle Licht der Weihnachtsbotschaft nicht sehen können, weil sie geblendet werden. Der Gott dieser Welt, er aber leuchtet und strahlt für sie. Er leuchtet so hell, dass sie das Licht des Evangeliums nicht sehen können.

Vielleicht mag es manchen von uns über die Weihnachtsfeiertage ähnlich ergangen sein. Konnten sie an Weihnachten das „helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Jesu Christi“ sehen?

Ich muss gestehen, dass bei mir die vielen bunten Weihnachtslichter eher gemischte Gefühle hinterlassen haben. Es sind die Lichter in den Supermärkten und die vielen Lichter in der Fußgängerzone unserer Kreisstadt. Sie alle vermischen sich mit den vielen Lichtern, unserer Kirche und mit denen, die wir zuhause angesteckt haben.

Und jetzt im neuen Jahr? Die Lichter des Weihnachtsfestes sind verblasst, und das neue Jahr fragt uns ob es das wohl gewesen sei? Ein Lichterspektakel für nur eine kurze Zeit?

Ein Licht ist in dieser Welt aufgegangen. Eine jede und ein jeder von uns kann es sehen, wenn er oder sie es nur will. Es ist uns nicht verborgen, es ist überall, es erleuchtet an vielen Stellen in unseren Familien, in unserer Gesellschaft, ja, und auch in unserer Gemeinde.

Immer wieder erweckt der lebendige Gott durch seinen Geist Menschen, die auf das Neue hören und Jesus allein in die Mitte ihres Lebens und der Gemeinde stellen.

Da wird Christus mit seinen Gaben und seiner Vollmacht immer wieder gegenwärtig.

Da geschieht immer wieder eine Erneuerung durch das lebendige Wort Gottes. Da wird der Mensch klein und Jesus Christus groß und die Macht des Heiligen Geistes wird mächtig sein. Der Geist Gottes erneuert nicht nur uns, sondern auch die Gemeinde.

Der Geist Gottes ist wie Jesus Christus; er richtet uns wieder auf und rettet uns. Ja, er wird brennen wie ein Licht und er hat uns die Verheißung gegeben, dass die Finsternis ihn nicht überwältigen wird. Ja, liebe Gemeinde, wir werden froh darüber sein, dass wir in ein neues Leben kommen dürfen.

Aber unser Unvermögen, unser Verstand, unser Denken und auch unser Unglaube hindern uns aber oft genug daran in den Schein dieses Lichtes zu kommen. Wenn uns aber Gottes Wort ergreift, dann erfahren wir diesen hellen Schein. Stückweise erfahren wir dann seine Güte, die Güte Gottes und wachsen in seiner Erkenntnis.

Wer über Gott Klarheit gewinnen will, der braucht und soll nicht länger in nebelhafter Ferne nach ihm Ausschau halten. Er soll in das Angesicht Jesu Christi schauen, in dem Gottes Klarheit sich widerspiegelt.

Gott hat seine Unsichtbarkeit gelüftet und sich bei uns vorgestellt. Christus ist das Ebenbild des lebendigen Gottes. Ja, Gott hat uns zu neuen Menschen gemacht. Unser Glaube hat uns neuen Mut gegeben, Mut zum Leben. Wer ihn anschaut, erfährt, was Gott mit dieser Welt vorhat.

Sein Licht, der helle Schein, macht uns lebendig und unser Leben wird zu einem ständig neuen Suchen und zu einem Wachsen im Glauben.

Ja, sein Licht, der helle Schein macht uns lebendig zu einer Dienstbereitschaft an meiner Nächsten und an meinem Nächsten. Sein Licht, der helle Schein erwärmt uns und ermutigt uns auch andere Menschen in diesen Lichtkreis mit hinein zu nehmen.

Das Licht der Erkenntnis bewegt auch uns und es veranlasst uns zu einem ständigen neuen Suchen und zu einem Wachsen im Glauben.

Das Licht der Erkenntnis hat die Weisen bewegt, und es hat auch diesem Festtag heute seinen Namen gegeben: Epiphanias, Erscheinungsfest, Menschen erkennen in einem Kind, das aussieht wie alle anderen Neugeborenen, den Heiland und Retter der Welt!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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