Rückblick halten

<i>[13 Kerzen sind nötig. 12 Kerzen für die 12 Monate und die 13. für den Neujahrswunsch.]</i>

Liebe Gemeinde!

Bevor heute Nacht mit vielen Böllern und Raketen lautstark das Neue Jahr begrüßt wird, ist es gut nochmals innezuhalten und zurückzublicken, was uns als Kirchengemeinde in diesem Jahr bewegt und geprägt hat. Und für jeden Monat möchte ich darum eine Kerze entzünden.

Im Januar fand der Dankeschönnachmittag für alle Ehrenamtlichen in Windesheim statt. Erstmalig trat eine Kindertheatergruppe auf und erfreute mit seinem Stück die Anwesenden. Ich habe mich gefreut, dass es möglich war für dieses Projekt, das die Frauenhilfe Windesheim angeregt und gefördert hat, sich Kinder zusammengefunden, miteinander gelernt und fröhliche Stunden verbracht haben. Es blieb zwar nur bei dieser einen Aufführung. Doch allen bleibt wohl diese Zeit unvergessen. Nicht vergessen möchte alle, die regelmäßig die Kindergottesdienste besuchen, die Gruppenstunden der Jungschar, die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die Woche für Woche phantasievoll und kreativ die gute Botschaft weitersagen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Im Februar fanden wieder die Tauferinnerungsgottesdienste statt. Insgesamt wurden dieses Jahr 15 Kinder und Jugendliche getauft. Immer wieder wird in den vorbereitenden Gesprächen spürbar, wie wichtig Eltern ist, dass ihre Kinder nicht nur aus Tradition getauft werden, sondern vielmehr wissen, woher sie die Werte für ihr Leben gewinnen können.

In diesem Monat überraschte mich der Anruf des NDR, der mir mitteilte, dass Herr Johann Lafer seinen Gewinn aus einer Promiquizsendung unserem Ev. Kindergarten Guldental zugute kommen lassen will. So flossen 25.000 € auf das Konto. Ein wahrlich unerwartetes Himmelsgeschenk. Damit konnten in den Sommerferien die immer wieder aufgeschobenen Renovierungsmaßnahmen im Kindergarten zügig durchgeführt werden.

Und im Jahr seines 100jährigen Bestehens dieser Einrichtung, die aus einer Stiftung der Eheleute Kolb von 1903 entstanden ist, ist es weiterhin möglich , selbst den Kleinsten unserer Gemeinde christliche Werte zu vermitteln.

Dazu ist es notwendig, hinzu wiesen und ihnen vorzuleben, auf welchem zuverlässlichen Fundament wir Menschen aufbauen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Im März fand zum 25. Mal das traditionelle gemeinsame Treffen der beiden Frauenhilfen Windesheim-Guldental statt. Beide Gruppen sind ein fester Bestandteil unserer Gemeinde. Die Guldentaler Frauen durften im Mai ihr 100 jähriges Bestehen festlich begehen und die Windesheimer durften auf 85 Jahre zurückblicken. Auch wenn sich in den vielen Jahrzehnten die Aufgabenstellungen vielfach geändert haben, geblieben ist die stets nachwachsende Bereitschaft von Frauen, sich ehrenamtlich zu engagieren, sich zurüsten zu lassen und mit den je ihnen gegebenen Gaben und Fähigkeiten mit Herzen, Mund und Händen zu bezeugen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Zum Osterfest überraschte mich – auch das soll es geben – die Gemeinde, dass das Osterfrühstück nach den Gottesdiensten wieder belebt wurde. Denn schließlich ist Ostern das älteste christliche Fest. Ostern ist das Fundament unseres Glaubens, Gott hält, was er verspricht: Siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? (Jesaja 43, 19a)

Und siehe da, der Zuspruch hat die Initiatoren so erfreut, dass sei es im nächsten Jahr wieder machen werden.

Ende April und Anfang Mai wurden in Windesheim 9 und in Guldental 6 Jugendliche konfirmiert. In den jeweiligen Vorstellungsgottesdiensten hatten sie sich zum Thema Himmelreich in vielfältiger und überraschender Weise geäußert. Mit dem Denkspruch wurde ihnen auch ein Senfkornkreuz übergeben. Beides sind Ausdruck der SMS Gottes: HDGDL.

Wir brauchen immer wieder solche wiederkehrenden Feste wie Ostern und Konfirmationen. Sie wollen uns vergewissern: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Im Mai sollte nach den Vorstellungen des Bauausschusses in Guldental eigentlich schon mit der Innenrenovierung begonnen werden. Dankbar bin ich, dass wegen der beiden Festveranstaltungen: 100 Jahre Frauenhilfe und Jubiläumskonfirmation der Baubeginn um vier Wochen verschoben werden konnte.

Leider war es auch in diesem Jahr wegen des schlechten Wetters nicht möglich, den Himmelfahrtsgottesdienst im Grünen, auf dem Campingplatz im Lindelgrund, zu feiern. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass der ökumenische Gottesdienst an der Bergkapelle am Pfingstmontag möglich war und wieder eine gute Resonanz erfahren hat. Dazu beigetragen hat auch die Windesheimer Frauenhilfe mit ihrer Verpflegungsstation. Erwähnenswert ist, dass die von den diesjährigen Konfirmandengruppen erstellten Bilder für einen Kalender auf dem Weg zur Kapelle zu sehen sind. Sie stehen unter dem Thema: Das Himmelreich ist gleich… So veranschaulichen sie auf ihre Art und Weise: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Im Juni überschlugen sich die Ereignisse. In Guldental wimmelte es von fleißigen Helfern und Helferinnen, die die Kirche ausräumten, die ihre Traktoren und Anhänger, Scheunen und Hallen für die Unterstellung der Bänke zur Verfügung stellten, die in den folgenden Wochen und Monaten in Eigenleistung Kosten einsparen halfen. Die Mitglieder des Presbyteriums, die von Haus zu Haus gingen, um Spenden für die Renovierung einzusammeln. Dabei wurde sie nicht immer freundlich, geschweige denn herzlich aufgenommen, aber mehr als einmal positiv überrascht, wo sie es nicht vermutet hätten. Sie kehrten zurück mit dem Gesamteindruck: Keiner will die Kirche im Regen stehen lassen.

Im Juni fuhren mehr als 30 Gemeindeglieder aller Altersgruppen zum Kirchentag nach Köln. Sie empfanden diese Tage als ein Geschenk, das sie erfreut und aufbaut, auch wenn es oft anstrengend und stressig war. Doch das Wort Gottes zeigt sich lebendig und kräftig und schärfer.

Auf ganz verschiedener Art und Weise wurde so erfahrbar: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Am ersten Sonntag im Juli fand das Gemeindefest in Guldental rund um den Kirchturm statt. Das Thema: Grenzenlos glauben – Begeisterung teilen – gemeinsam feiern hatte das Treffpunktgottesdienstteam vorbereitet. Aus allen Orten unserer Gemeinde kamen Menschen zusammen, haben viele Hände dazu beigetragen, dass es ein Fest für jung und alt war. Der Erlös war für die Kirchenrenovierung bestimmt. Neben verschiedenen Darbietungen stellten die Konfirmanden ihren Kalender erstmals vor, Ebenso wurden Tassen mit den Motiven der Guldentaler bzw. Windesheimer Kirche angeboten. Beide, Kalender und Tassen, sind immer noch erhältlich. Und während die meisten von uns in die Ferien fuhren, machte die Kirchenrenovierung weitere Fortschritte, tagte unzählige Mal der Bauausschuss wegen der unverhofft auftretenden kleinen und großen Probleme. Stets um die beste Lösung bemüht, stets im einmütigen Geist verhandelt, um sichtbar werden zu lassen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Wie immer fand anfangs August der Kerbegottesdienst in Guldental statt. Dabei fiel mir auf, dass der offenen Einladung zum Abendmahl fast alle anwesende katholische Schwestern und Brüder folgten und so ein – wenn auch aus katholische kirchenrechtlicher Sicht nicht erlaubt – starkes Zeichen gewachsener und gelebter Ökumene setzten.

Drei Wochen später lud unser Posaunenchor zu einem Sommerevent ein. Zunächst gestaltete er den Gottesdienst unter dem Thema: „Du meine Seele singe“ mit. Damit hat der Chor und die Predigt an den bekanntesten Liederdichter nach Martin Luther erinnert: Paul Gerhardt, der vor 400 Jahren geboren ist. Anschließend gab es reichlich zu essen und zu trinken rund ums Gemeindehaus.

In die Sommermonate finden auch die meisten kirchlichen Trauungen statt. 9 Paare aus unserer Gemeinde gaben sich 2007 das Ja-Wort für ein gemeinsames Leben. Es bleibt ihnen zu wünschen, dass sie auf einem guten Fundament aufbauen, das stärker und tiefer gründet als ihre eigenen guten Absichten und Vorsätze. Das Fundament unseres Glaubens ist und bleibt: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Eine Delegation aus dem Partnerkirchenkreis Rubengera (Rwanda) besuchten Ende August/Anfang September unseren Kirchenkreis und waren u.a. in unserer Gemeinde, wo sie den Katechumenenunterricht besuchten, sich den Fragen der jungen Leute intensiv und bereitwillig trotz der Sprachprobleme stellten und am Partnerschaftsgottesdienst mit eigenen Beiträgen mitwirkten. Zwei Gemeindeglieder führten die Gäste u.a. durch die Weinberge, ließen sie auf einer Erntemaschine mitfahren, begleiteten sie nach Trier zur Konstantinausstellung u.a.m.

Im September fand nach der außerordentlichen wegen der Presbyteriumswahl 2008 die alljährliche Gemeindeversammlung statt, in der durchweg erfreuliche Mitteilungen anstanden: die neue Heizungssteuerung für das Gemeindehaus Windesheim war bereits eingebaut, die Innenrenovierung des großen Saales für Oktober/November fest eingeplant. Die Kirchenrenovierung in Guldental schritt zügig voran, die Finanzlage ermöglicht dank der vor einigen Jahren vorgenommenen Einschnitte eine augenblickliche Atempause. Mehr aber auch nicht. Unvorhergesehenes (z.B. ein undichtes Dach) kann weiterhin nicht aufgefangen werden. Vorausgegangen war ein Treffpunktgottesdienst unter dem Thema. „Wenn ihr soviel Glauben habt wie…“

Der Monat endete mit dem Erntedankfest, den die Konfirmandengruppen und Kindergottesdienste mitgestalteten, Der Förderkreis unseres Kindergartens zum Suppenessen ins Stift und die Frauenhilfe/Frauenchor zum Erntedankessen ins Gemeindehaus einluden.

Auch hier zeigte sich, alles Wirken in der Gemeinde dient dazu, darauf hinzuweisen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Den Menschen zur Klarheit verhelfen und die Freiheit des Glaubens erneuern – unter diesen Gedanken standen am 31. Oktober die Gottesdienste. Die neuen Katechumenen erläuterten dabei das Glaubenswappen des Reformators: Lutherrose. An dieser Stelle sei allen Gemeindekreisen und ihren Leitungen, dem Krabbelkreis, den Kinder- und Jugendgruppen, den Frauenhilfen und den Chören, den Bibelgesprächs- und Besuchsdienstkreisen, den Eltern des Kindergartens und seinem Förderkreis, unserer Bücherei und nicht zuletzt den Mitgliedern des Presbyteriums für alles Engagement herzlich zu danken. Das ist nicht selbstverständlich, vor allem wenn es nicht beachtet und gewürdigt wird und hin und wieder Enttäuschung und Frust sich einstellen.

Es war schwierig, in diesem Monat eine ausreichende Kandidatenliste für die Presbyteriumswahl 2008 aufzustellen. Schwierig, weil alle in der ersten Erkundigungsrunde gefragten Gemeindeglieder mit aus ihrer Sicht gewiss guten Gründen abgelehnt haben. Auch bei den weiteren Nachfragen gab es viele Abweisungen. Umso dankbarer sind alle Verantwortlichen des Vertrauensausschusses, dass es am Ende eine ausreichende Kandidaten/Kandidatinnenliste gab.

Da tut es immer wieder gut, sich zu vergewissern, in wessen Namen wir unterwegs sind und tätig werden: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Der diesjährige November hatte seinen besonderen Akzent durch den feierlichen Abschluss der Kirchenrenovierung in Guldental unter der Aufforderung: „Gebt unserm Gott die Ehre“. Auf vielfältige musikalische Weise durch Kirchenchor und Musikverein, auf symbolische Weise durch das Hineintragen von Kreuz, Altarbibel, Osterkerze, Taufschale und Abendmahlsgeräte, durch die liturgischen Gebete und Schriftlesungen und der Dialogpredigt über das Lied „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ (EG 326). Die Freude über das gelungene Werk möge noch lange nachwirken und ein guter Glaubenszeuge für die nächste Generation sein.

Am letzten Sonntag im Kirchenjahr gedachten wir der 16 Gemeindeglieder (Windesheim 11 und Guldental 5), die Gott aus diesem Leben abgerufen hat. Jörg Zink hat einmal den Satz gesagt: „Nicht das ist das Ziel, dass die Toten zurückkommen oder wir sie festhalten, sondern dass wir ihnen nachgehen.“ Darum ist es wichtig sich immer wieder daran erinnern zu lassen: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Es gehört seit vielen Jahrzehnten zur schön festen Tradition, dass 1. Advent mit den Gottesdiensten, von der Frauenhilfe gestaltet, eröffnet wird und in Guldental alle zwei Jahre der Musikverein mit dem Kirchenchor ein Konzert gibt. Der Treffpunktgottesdienst zum 3. Advent stand unter dem Thema: „Ave Maria – auf evangelisch“. Und unser Posaunenchor lud kurzfristig zu einem Adventssingen am selbigen Advent in die Windesheimer Kirche ein. Der gute Besuch hat eindrücklich gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, zur Ruhe zu kommen, sich dem Zauber des Advents und der Weihnachten auszusetzen. Dafür gilt dem Bläser, der so intensiv darauf beharrt hat, ein besonderes Dankeschön, dass er mit seiner Idee den Chor motivieren konnte.

Es gäbe noch viel mehr zu erwähnen und ich bitte um Vergebung, wenn ich vieles habe fallen lassen. Doch enden möchte ich mit einem Wunsch für uns als Einzelne wie als Gemeinde im Hinblick auf das neue vor uns liegende Jahr 2008. Diesen Wunsch möchte ich mit den Worten des Hebräerbriefes ausdrücken:

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.

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