Wider das Vergessen

Liebe Gemeinde,

ich gestehe es, ich gehe gerne mal auf Friedhöfe, auch zu den Soldatengräbern, in Flensburg oder in Kiel. Auch die Gedenkstätten begleiten mich seit meiner Kindheit, besonders natürlich das Laboer Ehrenmal. Als Kinder war es für uns eine Mutprobe, die Treppe im Innenturm hochzusteigen (die offen zur Mitte hin ist), erst später begriff ich dann, besonders durch die Erzählungen meines Vaters, worum es bei der ganzen Anlage eigentlich ging. Und auch heute, wenn wir mal wieder durch Garden spazieren, frage ich ihn nach jenen Jahren. Er hat noch viele Erinnerungen an die Zeit damals, an die zugenebelten Straßen bei Luftangriffem in Kiel, jede Nacht und immer öfter auch tagsüber die bange Frage: Werden wir noch einen Platz im Luftschutzbunker finden? Einmal waren sie tagsüber im Kleingarten meiner Oma, da heulten die Sirenen. Im ersten Bunker war kein Platz mehr, nach einem wilden Lauf kamen sie dann woanders unter. Er war damals noch ein kleiner Junge von 8 Jahren, als sein Vater im Krieg vermisst blieb. Und er hat nie herausbekommen, wo er gefallen ist. Aber sein Leben lang, so begreife ich es heute, hat er ihn gesucht, in zahllosen Büchern über den Zweiten Weltkrieg, in Vorträgen und Filmen. Er ist ein absoluter Experte, was diese Zeit und die Schlachten anging und weiß noch heute mehr als mancher Professor, den er heute als Rentner dann auch noch dazu hört. Damals in den 90ern, nach dem Fall der Mauer, stellte er Suchanfragen. Er bekam keine Antwort. Sie wussten es nicht, wo er geblieben war. Seine Mutter, meine Oma Anni, wartete noch bis in die 50er Jahre vergeblich auf ihn und hat nie wieder einen anderen Mann näher kennen gelernt.

Einzelschicksale, wie es sie viele gibt. Jeder aus dieser Generation könnte auch seine Geschichte erzählen, oder die Geschichte von Verwandten, Freunden, Eltern und Großeltern. Es ist so wichtig, dass diese Geschichten überleben. Wider das Vergessen, so lautet auch ein Motto des heutigen Tages, an dem wir der ungezählten Opfer von Kriegen und Gewalt gedenken. Wider das Vergessen! und ich würde dieses Motto gerade in unserer heutigen Zeit am liebsten auf jeder Plakatsäule sehen oder per Massenemail versenden. Wir dürfen in unserer ach so bunten Medienwelt nicht die Augen verschließen vor der Realität. Wir dürfen die Vergangenheit nicht verdrängen und die Gegenwart nicht ignorieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir auch heute im Jahr 2007 reichlich Anlass zur Besinnung haben, dass wir reichlich Anlass haben, die Mahnung "wider das Vergessen" ernst zu nehmen.

Und ich sage das ganz bewusst als Christ, als jemand, der sein Leben Jesus Christus gegeben hat. Ich sage "Wider das Vergessen", weil Gott es mir sagt, in seinem Wort, in der Heiligen Schrift. Hört den Predigttext, aufgeschrieben im Propheten Jeremia:

[TEXT]

Das sind Worte der Klage und der Anklage. Worte der Buße, keine harmlosen Schmeicheleien. Gott klagt über sein Volk, das in so jämmerlichen Zustand ist. Da ist Lüge und Trug, da ist falscher Gottesdienst, da ist Stolz und die fehlende Bereitschaft, Buße über die eigene Boshaftigkeit zu tun. Da ist ein schreckliches Vergessen aller Gebote Gottes. Gott sagt: Ihr seid weniger als die Tiere geworden, denn die kennen ihre Ordnungen, aber mein Volk sagt Gott, hat meine Ordnungen schon lange vergessen. Und Jeremia sagt dem Volk diese Botschaft Gottes natürlich "wider das Vergessen".

Gott sagt dem Volk durch Jeremia die bittere Wahrheit: Ihr seid total auf den falschen Wege und ihr geht ihn nicht nur, nein , ihr stürmt darauf voran wie durchgegangene Pferde, ihr wollt in das Verderben, ihr wollt nicht umkehren. Ich gestehe es, ich frage mich manchmal: Was würde Gott zu unserem Volke sagen, was würde der heilige Gott sagen, zu dem, was bei uns so jeden Tag passiert in unserem Land. Zu der unersättlichen Habgier vieler Menschen, die nur für das Geld und den Besitz leben, immer mehr, immer mehr, nie ist es genug. Und die im Traum nicht daran denken würden, ihr Geld und ihre Zeit zur Ehre Gottes einzusetzen. Was ist hier los?

Was würde Gott sagen zu dem täglichen Ehebruch, der uns aus den Zeitungen mittlerweile als das normalste von der Welt entgegengehalten wird. Maybritt Illner liebt Rene Obermann von der Telekom. Achja, zwei Ehen, ach ja, Kinder. Aber das macht ja nichts, da muss ja Platz sein für die neue Liebe. Es ist ein Elend, was hier geschieht, nicht nur in der High Society. Neulich sagte mir ein Bekannter, letzten Montag herrschte in der Klasse einer befreundeten Lehrerin auch Volkstrauertag. Vier Eltern von Kindern hätten sich getrennt. Was ist hier heute los? Was ist los, wenn immer mehr Kinder getötet werden, ob nun im Mutterleib oder später, weil sie der individuellen Lebensplanung im Weg stehen? Was sagte die Frau am Mittwoch im NF-Tageblatt: Sie habe ihre drei Kinder getötet, weil sie ihren ständig wechselnden Männerbekanntschaften im Weg standen. Was ist hier los bei uns? Was ist hier los bei uns, wenn Jugendliche nichts anderes mehr zu tun haben, als sich Gewalt und Pornografieexzessen am Computer oder dem Handy auszusetzen. Haltet ihr das für übertrieben? Fragt einmal die Lehrer an den Schulen! Was ist hier los?

Was würde Gott sagen zu dem falschen Gottesdienst bei uns, in unserem sogenannten christlichen Land, wo Menschen, die sich Christen nennen, sich lustig machen über andere, die regelmäßig zum Gottesdienst gehen? Ein Volk, in dem du kein Problem hast, wenn du sagt: Ich war bei dem und dem und haben meine Warzen beschwören lassen oder habe einen Stein auf meinem Fernseher gegen negative Energien. Aber in dem du komisch angeguckt wirst, wenn du sagst: Ich habe zu Jesus gebetet und er hat mir geholfen. Wo Christen, die der Bibel glauben und danach leben wollen, als Fundamentalisten abgeurteilt werden. Wo das Christsein aus Tauf und Konfirmations- und Trauschein besteht und dann eben oft zum Scheinchristentum wird. Ist das zu hart gesagt?

Gut, dann überleg einmal selbst, wie du reagieren würdest, wenn dir jemand begegnet und erzählt, wie er Christ geworden bist, wie er Jesus als persönlichen Herrn und Heiland im Gebet angenommen hat, wie er sich zum lebendigen Gott weg von den toten Götzen bekehrt hat, Und wie Jesus Christus seine Schuld mit seinem Blut am Kreuz bezahlt hat. Und dass Jesus lebt und noch heute jeden Tag sein Leben verändert und wie aktuell und lebendig die Bibel ist. Was würdest du über den denken, sei mal ganz ehrlich!?

Was ist hier los? habe ich eben bestimmt 10x gefragt und die Antwort ist: Ein großer Teil unseres Volkes ist Gott los geworden und lebt auch so. Gott sagt: Sie gehen in die Irre. Das Recht des Herrn interessiert sie nicht.

Gott kennt unsere Gedanken und er sieht ins Herz, er hat damals in Israel gesehen, wie blind und stolz sein Volk ins Verderben rennt. Er, der Lebendige, hat auch gesehen, wie verblendet damals das deutsche Volk dem größten Führer aller Zeiten zujubelte, er hat die Lästerungen seines Namens gesehen und gehört. "Adolf Hitler, unser Retter, er ist unser Gott." so wurde damals in den Schulen gesungen, ich habe die Filme gesehen, und Gottes heiliger Name in den Schmutz gezogen. Nicht Gnade und Vergebung, nicht das heilige Blut Christi und das Kreuz standen im Mittelpunkt, sondern der arische Götze mit seinem Blut und Boden und seinen ganzen okkulten Zeichen, den Runen, der Swastica/dem Hakenkreuz. Natürlich, man feierte vielerorts Weihnachten und Ostern, der Religionsbetrieb ging weiter, aber Gott hatte sich von diesem gottlosen und verführten Volk schon lange abgewendet. Da konnte "das Christentum" wenig ausrichten. Nur Menschen, die wirklich dem Herrn Jesus gehörten, waren in der Lage den Betrug zu durchschauen, es waren sehr wenige. Die Masse der getauften Heiden in den Großkirchen rannte unter den Predigten von unbekehrten und selber verführten Pastoren den Lauf in den Abgrund.

Und es kam so wie Jeremia dann schon ein paar Kapitel vorher sagte: Jer 2,19 "Deine Bosheit ist schuld, dass du so geschlagen wirst, und dein Ungehorsam, dass du so gestraft wirst. Und du mußt innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten, spricht Gott, der HERR Zebaoth."

Wider das Vergessen. Diese Worte Jeremias sind unerhört aktuell. Sie sollen uns wachrütteln, sie sollen uns erwecken wie die Sirenen damals die Bevölkerung nachts bei Luftangriffen. Sie sollen uns zeigen, wo wir stehen, wie Gott uns ansieht. Und sie sollen uns zur Buße und zur Umkehr leiten, und zu dem einzigen Ort, an dem wir Rettung erfahren: am Kreuze von Golgatha. Bei Jesus allein ist wahrer Friede, ein ganz anderer Friede als der, den die Welt kennt. Nicht der selbstgestrickte Friede der Ideologien "Alle Menschen werden Brüder". Sondern der tiefe Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft. Es ist ein Friede, der unser Herz tief erfüllt, der die tiefe Sehnsucht in unserer Seele stillt. Es ist ein Friede, der dadurch zustande kommt, dass ich meine Schuld und Sünde erkenne und von Gott bekenne und ihn um Vergebung bitte und loswerde, nicht mehr mich ständig selbst rechtfertigen und in die Mitte stellen, muss, sondern darum bitte, dass Gott allein von nun an mein Herr sein soll. Dass mein Leben ihm gehört. Das ist die größte Freiheit, zu der ein Mensch finden kann, dass er völlig abhängig von Gott lebt. Dass er das ernst nimmt, was Luther im Morgen und Abendsegen betet: Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände." Die Bibel nennt das Umkehr oder Bekehrung. Wenn Du heute merkst, das Du das noch nie getan hast, dann überlege, ob du deinen Lauf wirklich so weiter gehen willst. Wenn Du wach geworden bist, dann lege dich nicht zurück und schlafe wieder ein, sondern steh auf und gehe zu Gott. Und wenn Du sagst, ich kann das nicht alleine, dann komm zu mir oder geh zu einem anderen bekehrten Christen und bete mit ihm zusammen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die einzige Chance zum Frieden, die unser Volk und auch die andren Völker haben können, in einer Umkehr zu Gott besteht, einer radikalen Kehrtwendung zu Jesus Christus. Ich weiß nicht, ob das stattfinden wird, ob Gott noch einmal so eine große Erweckung hier bei uns schenken wird. Gott hat einen Plan mit seiner Welt und noch ist die Gnadenzeit, noch können Menschen und Völker umkehren. Lasst uns dafür beten, lasst uns nie vergessen, worin der wahre Grund für soviel Elend und Not in der Geschichte der Menschheit besteht, lasst uns dafür beten, dass Lüge und Trug, falscher Gottesdienst und Scheinchristentum, Gewalt und Unrecht durch die unermessliche Liebe Gottes überwunden werden.

Auf das wir ein Volk werden, das dem Herrn gefällt. Und ein Volk, das so dem Frieden dient. Und das nie wieder den Namen und die Gebote Gottes vergisst. Wider das Vergessen!

Unser Gott ist heilig und würdig. Ihm sei Ehre und Lobpreis und Anbetung von Ewigkeit zu Ewigkeit.

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