Am siebenten Tag war endlich Ruhe!

[Anmerkung: Zu Beginn lese ich den Text "Die letzten sieben Tage" von Jörg Zink, zu finden unter <a href="http://www.joerg-zink.de/die-letzten-sieben-tage-der-schoepfung" target="_blank">http://www.joerg-zink.de/…</a>]

Ja, liebe Gemeinde, heute stehen wir fast vor einem Scherbenhaufen im Blick auf das, was wir mit Gottes Schöpfung angestellt haben. Tausende von Rindern werden in Europa getötet, nachdem wir sie mit genmanipuliertem Futter krank gemacht haben. Tausende Schafe, Hühner und Schweine werden verbrannt, weil wir der Seuchen nicht mehr Herr werden.

Wenn wir allerdings die Schöpfungsgeschichte, unseren Predigttext hören, so spüren wir, wie anders, dankbarer, und geregelter die Schöpfung von denen wahrgenommen wurde, die diesen Bericht für uns aufgeschrieben haben.

[TEXT]

Der sechste Tag der Schöpfung ist vergangen. Gottes Werk ist vollbracht. »Und siehe, es war sehr gut.« Aber wie geht es weiter?

Das ist, so denke ich die große Überraschung der Bibel. Zunächst arbeitet Gott an seinem Projekt Welt nicht weiter, sondern er setzt sich nieder und ruhte sich am siebenten Tage von aller seiner Arbeit aus. Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an diesem Tage von allen seinen Werken ruhte.

Das ist der Unterschied zwischen Gott und uns. Wenn uns etwas gelingt, dann machen wir am liebsten gleich weiter, um etwas noch Besseres zu erreichen. Gott ruht. Und diese Ruhe hat offenbar kein Ende.

Er ist also nicht hektisch rund um die Uhr beschäftigt, sondern er nimmt Abstand von seinen Aufgaben. Gott ruht von seiner Arbeit und segnet das, was sich ihm als gute Schöpfung darstellt. Gott ruht. Und diese Ruhe hat offenbar kein Ende.

Vielleicht fehlt uns die Ruhe und Besonnenheit, ja, der Abstand zu dieser Erde, um zu erkennen, dass unser Auftrag, der uns von Gott gegeben wurde, seine Ruhe aufzunehmen und seine Ruhe fortsetzen.

So ist es jedenfalls in der Schöpfungsgeschichte. Der erste Tag des Menschen nach seiner Erschaffung gehört der Ruhe, ja, der Ruhe Gottes. Nicht der Arbeit und auch nicht der Leistung. Sondern dem Fest und der Freude. Deswegen haben wir Christen den Sonntag auch zum ersten Tag der Woche erklärt.

Vom heutigen Sonntag aus, sollte die Woche nicht hektisch beginnen, sondern hoffnungsvoll ihren Anfang nehmen. Die Ruhe, liebe Gemeinde, soll nicht das Ende sein, so wie bei uns heute, wo der Sonntag zum Wochenende gerechnet wird.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. So fängt es an. Alles hat er geschaffen. Es war alles sehr gut. Die Welt, sie ist Gottes Schöpfung, nicht nur die Erde, sondern auch der Himmel. Die Welt und ebenso der Himmel ist eine schöne und wunderbare Sache, deren Zugang wir durch unser zerstörerisches Verhalten entgegenwirken.

Nicht wir sind die Herren der Schöpfung, sondern Gott. Gott hat uns Menschen eingesetzt, dass wir in seinem Auftrag seine Schöpfung schützen und bewahren sollen und so mit seiner Schöpfung verantwortungsvoll umgehen sollen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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