Beim Namen gefrufen

Liebe Gemeinde,

Aufstehen, dem Leben in die Arme springen. Heute gehen wir mit Maria aus Magdala ihren Weg zum Leben, sie verlässt ihren Weg des Entsetzens und Verzweifelns und der Tränen. Karfreitag war das Ende aller Hoffnung, Entsetzen über den Tod des geliebten Jesus. Jetzt geht sie erneut zum Grab.

Hören wir die Worte aus dem Johannesevangelium dem 20. Kapitel

[TEXT: Bibel in gerechter Sprache]

Liebe Gemeinde, Maria weint, voller Trauer über den Verlust, und sie möchte am Grab ihre Trauer zum Ausdruck bringen, sie will auch sehen ob das Grab ordentlich ist und sie beugt t sich hinein. Sie folgt ihrer Tradition, wie wir zu unseren frischen Gräbern gehen um das,, was geschehen ist, in die eigene Lebenswirklichkeit zu holen. Sie rennt nicht weg. Sie entzieht sich nicht und dämpft nicht ihren Schmerz. Sie geht ihren Weg.

Ihr Weg führt ihren Blick in das Grab, sie nimmt wahr, welche Veränderungen sich ankündigen. Sie sieht zwei Engel, sie nimmt die Gegenwart Gottes in ihnen wahr. Sie hört die Frage nach ihrer Trauer: Warum weinst du? Sie spricht aus, was sie verloren hat. Ich weiß nicht, wo jetzt mein Rabbi ist. Ich möchte sehen und begreifen, festhalten und selber Halt bekommen. Das spüre ich ihrer Antwort ab. Ich kenne sie auch die Frage wo ist jetzt unser Sohn, ich möchte wissen und ich weiß, die Antwort ist nicht unmittelbar zu bekommen. Maria bekommt keine Antwort von den Engeln.

Kennen sie das auch, dass sie manchmal spüren, dass sie von hinten angeschaut werden? Sich spontan umdrehen und nachschauen, wer das ist?

Maria hat gespürt, dass sie umkehren muss, sie vollzieht eine Kehrtwendung, sie dreht sich um, riskiert eine neue Sicht, sie sieht, sie ist nicht allein, steht da der Gärtner? Hat er etwas mit dem Verschwinden des Leichnams zu tun? Warum weinst du? Was ist geschehen? Noch einmal spricht sie davon, dass sie ihn nicht findet und ihn zurückholen will. Das alles soll nur ein Alptraum sein. Aufwachen und wieder zusammen sein. Der Alltag soll, wie gewohnt, wie immer schon, weiter gehen. Noch einmal wendet sich Maria um.

Sie hört ihren Namen, Dich habe ich gerufen. Ich sehe dich, du bist mein, spricht Gott schon zu den Propheten des ersten Testaments. Maria, sie hört die vertraute Zärtlichkeit und will los, auf Jesus ihren Rabbuni, ihren Lehrer zu, ihn in die Arme schließen, ihn festhalten, nie mehr loslassen, das geht nicht mehr körperlich, das ist schwer und auch hart. und sie muss sich erneut umwenden.

Ihr Rabbuni ist nah, sie hat ihn erkannt. Er zeigt ihr einen Weg. Auf einmal weiß sie,, wie ihr Weg weitergeht. Sie weiß, ihren Weg geht sie jetzt nicht allein. Sie weiß, ihr Weg geht jetzt weiter zu den Jüngerinnen und Jüngern. Sie hat den Lebendigen gesehen und ist mit ihm ins Leben zurückgekehrt. Sie ist in die Gemeinschaft zurückgekehrt. Sie ist mit ihrem Namen gerufen, sie ist erwählt. Nicht nur sie allein,, die Jüngerinnen und Jünger Jesu, die, die sich von ihm ins Leben rufen lassen. Er kennt die Seinen.

Ostern das Fest des Lebens, liebe Gemeinde, aufstehen ins Leben. Maria zeigt einen Weg. Sie haben vielleicht einen anderen Weg, gemeinsam ist unseren Wegen, dass wir alle gerufen sind mit der Taufe und im Abendmahl in die Gemeinschaft hinein, gemeinsam ist auch dass, die Umkehr, die Kehrtwendung uns am Leben hält. So haben wir alle vielleicht schon Ostern erlebt. Als Auferstehung von Schwerem, von Trauer, von Verlusten, von Abschieden, hin zum Lebendigen, zum Leben.

Ostern hat sich im ganz persönlichen Leben Marias ereignet. Sie hat sich auf den Weg gemacht und ist zur Quelle ihres Lebens gelangt.

Das gibt ihr die Kraft, die sie zum leben braucht. Sie bleibt nicht stehen, bei dem, was sie hat. Sie geht hin zu den Jüngerinnen und Jüngern und sagt das, was sie gehört hat. Sie fügt nichts dazu und verschweigt nichts.

So hören wir an diesem Ostermorgen. Gehen wir je unseren Weg. Auch wir sind bei unserem Namen gerufen und wir gehen nicht allein. Der Lebendige geht uns voran, er führt uns zur Quelle und zum Leben auf je unserem Weg.

So kann es für eine jede und einen jeden von uns heute zu Ostern werden, zu sehen und zu schmecken den Saft und das Brot, Stärkung auf dem Weg.

Gehen wir unseren Weg, er wird gesegnet sein. Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre uns, unsere Herzen und unser Fühlen und alles was wir sind, in Jesus Christus, dem Auferstanden und lebendigen Herrn und Bruder.

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