Das wahre Lebensbrot

Liebe Gemeinde,

geht es Ihnen oft auch so, dass Sie Haus, Hof und Garten, ja ihre Familie am liebsten hinter sich lassen möchten und irgendwo in einer anderen Welt ein neues, ja ein anderes Leben beginnen möchten?

Und auch unsere Jugendlichen haben heute schon manchmal das Leben satt. Ich denke hier an die Lebensweise, die sie in der Familie durch fehlende Kommunikation, oder in der Schule durch den immensen Leistungsdruck, oder in der Arbeitswelt durch unsachgemäßes Konsumverhalten, vorfinden.

Durch ihre eigenwillige Kleidung oder Musik und ebenso durch ihr ungeheures Gewaltpotential lehnen sie sich oft dagegen auf und suchen das Leben, wie sie es mögen. Da hilft kein Mahnen, kein Fordern und auch kein Abwarten. Der Mensch will leben.

Ist das bei uns älteren nicht mehr so? Haben wir vielleicht andere Ziele und andere Wünsche? Ich denke, wir haben in unserem Leben gelernt, dass das Leben hart ist, niemand von uns bekam etwas geschenkt.

Damit Jugendliche und auch wir Älteren das Leben nicht länger satt haben, sollten wir uns unseren Nächsten zuwenden, so wie Jesus es tat. Durch ihn erfuhren die Menschen, die das Leben schon satt hatten, dass Verstehen, Freude und Wahrheit, Kritik und Liebe in dieser Welt doch möglich sind.

Und sie erfuhren auch, dass wir nicht alles haben können, wenn wir das Leben unter uns nicht zerstören wollen.

[TEXT]

Wir Menschen, wir wollen leben. Und ein großer Teil von uns Menschen steht im ständigen Kampf um das Leben. Und bei Millionen von Hungernden geht es schlicht und einfach um das Überleben.

Und ein anderer Teil von uns Menschen, ich denke es ist der kleinere Teil, der lebt im Wohlstand und im Überfluss. Bei diesen Menschen ist stets die Frage im Vordergrund: „Wie kann ich noch mehr aus meinem Leben machen?“

Wieder andere, des Wohlstandes unserer Konsumgesellschaft müde geworden, suchen nach einem einfachen Leben, denn Leben ist der Urdrang, ja die Ursehnsucht von uns Menschen. Eine Jede und ein Jeder von uns, ja, jedes Leben braucht Nahrung. Unser irdisches Leben kann nur durch irdische Nahrung erhalten bleiben.

Gott aber, liebe Gemeinde, bietet uns in und durch Jesus Christus eine Speise zum ewigen Leben an. Jesus, das Brot des Lebens. Unsere tiefste Sehnsucht, die auf ein unvergängliches Leben zielt, soll für die Menschen erfüllt werden, die an Jesus glauben.

Das Mühen und das Ringen um das tägliche Brot macht bei den meisten von uns den Großteil unseres Lebens aus. Diese Mühe um das tägliche Brot ist für Jesus allerdings zweitrangig.

Den irdischen Speisen, genügt ein vergängliches Leben. Die Speise, die Jesus aber meint, die entspricht einem ewigen Leben. Es ist ein Leben einer anderen Qualität. Selbst wenn alle Nahrungsprobleme der Erde gelöst wären, bliebe doch der ungestillte Hunger nach ewigem Leben.

Doch was bedeutet dann das Zeichen des Brotes? Brot, das ist ein notwendiges Lebensmittel. Und wenn wir unsere Bitte an Gott richten: „Unser tägliches Brot gib uns heute" so bitten wir darum, dass Gott uns heute am Leben erhält.

Jesus, das Brot des Lebens, das heißt doch, dass er für uns lebensnotwendig ist, ja, dass Gott nur in ihm und durch ihn Leben schenkt. Er ist das Zeichen vor allen Zeichen. Er ist der Christus, durch den Gott an uns handelt.

Unser heutiger Predigttext, liebe Gemeinde, will uns verdeutlichen, dass dieses Brot, von dem Jesus spricht keine Sache, sondern eine Person, ein Mensch ist.

Dieses Brot ist Jesus selbst, der aus der Ewigkeit gekommen ist und nach dem Willen Gottes allen Menschen das ewige Leben geben kann und es auch geben will. Ist diese Gabe Gottes nicht phantastisch, dass er unser Brot sein will?

Wir können es essen wir können es empfangen, indem wir zu Jesus gehen, an ihn glauben, uns ihm anschließen, ihm anvertrauend und ihm vorbehaltlos zuwenden. Jesus ist das Brot des Lebens. Wahres Leben haben wir nur von ihm selbst. Er hat es uns durch sein Leiden und Sterben ermöglicht und teilt es mit vollen Händen aus.

Darüber, liebe Gemeinde, dass Gott uns das lebendige Brot schenkt, darüber dürfen wir uns freuen. Ja, er schenkt uns sich selber, damit wir, die wir sonst den Tod verdient hätten, das ewige Leben erhalten.

Jesus Christus ist das wahre Lebensbrot. Er ist auch unsere Nahrung. Bei ihm wird unser unruhiges Herz zufrieden. Er ist unser Leben bis in die Ewigkeit.

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