Zur Freiheit befreit

Liebe Gemeinde,

wo ist die Zeit geblieben, fragt sich heute mancher, der ein aufregendes, ereignisreiches Jahr hinter sich lässt.

Das Jahr hat lange gedauert, das sagen diejenigen, die in dieser Zeit viel Schweres durchmachen mussten.

Schon wieder ein Jahr vorbei, so schauen wir auf den Kalender und entdecken, dass sich heute nur eine Zahl ändert. Aber sie deutet mehr, als dass die Erde nun einmal wieder ihre Reise um die Sonne vollendet hat. Diese Zahl, die sich ändert, deutet an wir werden älter und lassen wieder ein Jahr an Erfahrungen hinter uns.

Wenn uns dann an dieses Jahr erinnern, fallen uns zuerst die Begegnungen ein: Weißt du noch, dass Jahr in dem mein Sohn geheiratet hat?

In dem unser Kind auf die Welt kam, in dem unsere Enkelin konfirmiert wurde, in dem Jahr als Opa gestorben ist.

Erst dann fragen wir nach: In welchem Jahr war das?

Das zeigt eines: wichtig sind die persönlichen Erlebnisse, die Begegnungen mit den Menschen und nicht so sehr eine Zahl, die sich heute ändert.

Trotzdem wollen wir uns als Christen heute Abend vergewissern, dass Gott auf unsere Seite ist auch im Jahre des Herrn 2007.

Wir hören nun, bevor wir mit dem Feiern beginnen , bevor die Sektkorken knallen und der Sekt getrunken wird, die Böller in den Himmel geschossen werden, um mit lautem Getöse das neue Jahr herbei zu schießen, auf ein Wort aus dem Johannesevangelium. Wir wollen das mit frohem Herzen tun, mit Dankbarkeit darüber, dass Gott an unserer Seite war und wir die Hoffnung haben, dass er auch bei uns ist im kommenden Jahr. Nicht so sehr mit Schwermut und Melancholie, sondern mit aufgewecktem Interesse, mit wachen Verstand und frohen Mutes. Wir beerdigen kein Jahr, sondern wir verabschieden uns und sagen zu den 354 Tagen, die vergangen sind: geht nun zurück in Gottes gute Hände, wir erwarten nun ein neues Jahr.

Hören wir auf den Text des Johannesevangelium aus dem 8.Kapitel:

[TEXT]

Mit gefällt an diesem Text, das Wort Freiheit: Ich glaube man kann es gar nicht hoch genug einschätzen. Wir haben eine Freiheit in unserem Land, von denen können andere nur träumen können. Ich kann, wenn ich will, meine Religion selbst aussuchen, keiner sagt mir, was ich denken muss, ich kann reisen, wohin ich will, vorausgesetzt, ich habe das Geld dazu.

Sie sehen: schnell kommt eine Einschränkung. Eine unbeschränkte Freiheit gibt es nicht.

Das wusste auch Jesus und entgegnet es seinen Jüngern: Ihr seid zwar frei vom Kaiserkult, und betet nur den einen Gott an, aber der anderen Seite, seid ihr auch Zwängen ausgesetzt und ihr müsst euch darüber klar werden.

Der Kaiser fordert Steuern und euer Glaube ist eingezwängt in Regeln und Reglements, die einen unbeschwerten Zugang zu Gott verhindern.

Manchmal ist es so, dass eure Regeln euch gefangen halten, weit weg von Gott, dass euch das Zutrauen zu ihm fehlt und ihr Gott nicht vertrauen könnt, weil so viel im Wege steht.

Das ist die Sünde: Ihr vertraut nicht.

Was würde Jesus heute zu uns sagen? Viele Jugendliche haben ein Band um ihren Arm, darauf steht: WWJD? Abgekürzt heißt das: What would Jesus do? Was würde Jesus tun? Ein reizvoller Gedanke heute Abend. Wo wir die Freiheit mitnehmen in das kommende Jahr.

Wie gesagt, strenge Reglements, wie zu Jesus Zeiten haben wir in der Religion nicht. Jeder muss vor seinem Gewissen verantworten, was er tut. Die Frage ist, gibt ein religiöses Potpourri aus Christentum, Buddhismus, Reiki, auch wirklich den Halt, den wir brauchen? Oder kommt da nicht viel eher eine große Unsicherheit hinein und ich bin wieder auf dem Weg eine Gesetzlichkeit einzuführen, vor die Jesus seine Jünger warnt: Es ist so verlockend, sich selbst zu erlösen, wenn du drei Räucherkerzen anzündest, dann geht es dir besser. Versklaven wir uns da auf der anderen Seite wieder und machen uns von neuen Dingen abhängig? Das muss jeder selbst wissen. Jesus ist da eindeutig. Macht euch nicht zu Knechten: Vertraut mir dem Sohn, denn der Sohn hat Freiheit, die Knechte aber nicht.

Unsere Freiheit wird begrenzt durch die Freiheit der anderen. Und unsere Freiheit wird auch dadurch begrenzt, was wir uns leisten können. Ob wir Arbeit haben oder nicht. Wenn wir Arbeit haben, dann wird uns bei jeder Gelegenheit gesagt: Wir sollen dich froh sein. So viel Freiheit haben wir nicht, wie wir meinen. Immer mehr wird der Wert eines Menschen gemessen an dem, was er leisten kann.

Menschsein ist kein Wert mehr an sich.

Dagegen meint die Freiheit, von der Jesus spricht, etwas ganz anderes. Jeder Mensch ist vor frei und wert geachtet. Ich kann diese Achtung und Freiheit aber nur erfahren, wenn ich sie selbst zugestehe und anderen auch. Ein Christ ist ein freier Herr und niemanden untertan, gleichzeitig ein Diener und jedermann untertan, wie es Martin Luther ausdrückt.

Unser Leben vollzieht sich in diesem Spannungsbogen. Das macht es reizvoll und anstrengend. Achten sie einmal im kommenden Jahr, von was mache ich mich abhängig? Wo mache ich mich zum Sklaven der Arbeit, meines Handys, der Meinung anderer. Wo mache ich andere abhängig von mir?

Was ist notwendig, was kann ich lassen. Wie schnell vergessen wir, dass wir frei sind.

Ich wette mit ihnen, morgen früh, haben die meisten schon vergessen, was ich heute Abend gesagt habe.

Die einzige Wahrheit ist: Gott ist uns. Er ist unsere Freiheit. Wir sind keinem genetischen Code unterworfen, noch dem Zeitgeist.

Wir sind bestimmt durch Gottes Liebe zu uns.

Dies ist der Grund, auf den wir uns gründen. Das ist unsere Bodenhaftung im kommenden Jahr und lässt uns auch gleichzeitig den Himmel greifen. Das bleibt. Tage, Monate und Jahre vergehen: Gottes Wort an uns bleibt. Zur Freiheit hat euch Christus befreit, wir dürfen es sagen: Wir sind frei. Darüber können wir wahrhaftig froh sein.

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