Gottes Liebe ist stärker als der Tod

Für mich, liebe Gemeinde, gehören die ersten Geschichten der Bibel, die sog. Urgeschichten, immer wieder zu den spannendsten Geschichten der Bibel überhaupt.

Nicht weil es da um sehr anschauliche Dinge geht, wie z.B. die Erschaffung der Welt, den Sündenfall, den Bericht von Kain und Abel, die Sintflut oder den Turmbau zu Babel.

Die Urgeschichte berichtet sehr einfach und auch sehr lebendig von uns Menschen und von unserem Wesen. Sie erzählt uns auf die verschiedenste Art und Weise, wie wir Menschen sind.

Es sind also keine Geschichten, wie es vielleicht mal gewesen sein könnte, sondern Geschichten von uns Menschen, wie wir von Anfang an und bis heute sind.

Es sind Geschichten zu der Frage: Was geschieht eigentlich unter uns, immer neu und anders, aber im Grunde doch immer wieder dasselbe?

Für mich ist dies immer wieder erstaunlich, wie klar und deutlich die Bibel uns einen Spiegel vorhält und wie wenig sich in den tausenden von Jahren geändert hat. Und gleichzeitig erzählt uns die Bibel auch von Gott und wie er mit uns Menschen umgeht.

[TEXT]

In den zwei Brüdern, Kain und Abel, werden zwei verschiedene Lebensarten wiedergegeben. Der eine, der mit viel Mühe seinen Acker bestellt, – und der andere, der eher beschaulich seine Schafe hütet. Jeder tut seine Arbeit.

Der eine versteht nicht viel von der Arbeit des andern. Und so denkt jeder vom andern, dass der andere es doch viel besser hat. Der eine hat keine körperliche Schwerstarbeit und der andere lebt in keiner großen Gefahr. Der eine kann immer nach Hause kommen, sich ausruhen und essen und der andere erhält besonders gute Sachen.

Gründe für ein solches vergleichendes Hin- und Herschauen gibt es bei uns immer. In der Familie, unter Geschwistern genauso wie unter Freunden, Arbeitskollegen, unter Nachbarn, sowie unter den Völkern dieser Erde.

Liebe Gemeinde, es ist schlicht und einfach unsere Angst, zu kurz zu kommen, es ist unser heimliches Aufpassen, ob unsere Nächste und Nächster es nicht viel besser und viel leichter und ebenso viel schöner hat als wir. Und dabei übersehen wir, dass wir von dem Leben unserer Nächsten gar nicht so viel wissen.

Der Anlass bei Kain ist, dass die Opfer beider Brüder verschieden angesehen werden. Beide haben, wie es der religiösen Vorstellung ihrer Zeit entsprach, ein Opfer gebracht als Dank und als Bitte an Gott, sie weiter gut zu versorgen.

Gott, liebe Gemeinde, kann uns Menschen verschieden behandeln. Das bestätigt uns das tägliche Leben. Und genau das ist für uns ein Ärgernis, ja, eine Provokation.

Kain war über seine Zurücksetzung so empört, dass er zum Brudermörder wurde. Und gerade das sollte uns stutzig machen. Kain konnte seine Zurücksetzung nicht annehmen. Er schlug im wahrsten Sinne des Wortes gegen den "ungerechten" Gott.

Wie hätte Kai reagiert, wenn er gemerkt hätte, dass er hier geprüft wurde? In dieser alten Geschichte wird dies deutlich: Gott hat Kains Opfer zwar nicht angeschaut, aber Gott hat auf Kain selbst geschaut, Gott hat ihn sehr aufmerksam beobachtet.

Kain wurde zwar zurückgestellt, aber nicht vergessen. So frage ich mich, wie reagieren wir denn, wenn wir übergangen werden, wenn wir uns zurückgesetzt fühlen? Bekommen wir Magenbeschwerden, erleiden wir etwa Verbitterung, oder leiden wir unter Minderwertigkeitsgefühle?

Liebe Gemeinde, Kain steckt in uns allen. Und zwar der Kain, der dem Herrn das Herrenrecht streitig machen will.

Gott liebt nicht den Mord, aber den Mörder; Gott liebt keine Sünde, aber uns Sünder liebt er. Er lässt es nicht zu, dass die Sünde wie ein Schneeball immer größer und größer und schließlich zu einer Lawine wird.

Gott schaut auf die Schwachen. Von Anfang an ist Gott auf der Seite der Schwachen. "Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde."

Keines der Gewaltopfer ist bei Gott vergessen. Die Stimme all derer, die von brutalen und rücksichtslosen Menschen gequält werden, kommt bei Gott an. Gott wird solche Unrecht- und Gräueltaten verfolgen, auch dann, wenn kein irdisches Gericht dahinter kommt oder sich dafür interessieren sollte.

Die Bibel, sie erzählt uns von der Grausamkeit der Menschen und gleichzeitig von der Gnade, die Gott vor das Recht setzt, damit auch wir uns von seiner Gnade prägen lassen sollen.

Kain und Abel, das ist die Geschichte vom tödlichen Neid, von der menschlichen Verantwortung füreinander und es ist die Geschichte von der Barmherzigkeit Gottes, die uns ein Beispiel sein soll für unser Leben.

Gott gibt Kain ein Schutzzeichen auf die Stirn, damit er vor der Blutrache geschützt ist.

War der erste Tote der Weltgeschichte ein Ermordeter, so ist der, der von der ganzen Menschheit grausam am Kreuz Ermordete, ein Lebendiger. Denn die Liebe Gottes zu uns wird durch Mord nicht getötet. Gottes Liebe ist stärker als der Tod und reicht bis zu uns Kainsleuten. In den zwei Brüdern, Kain und Abel, werden zwei verschiedene Lebensarten wiedergegeben. Der eine, der mit viel Mühe seinen Acker bestellt, ─ und der andere, der eher beschaulich seine Schafe hütet. Jeder tut seine Arbeit.

Der eine versteht nicht viel von der Arbeit des andern. Und so denkt jeder vom andern, dass der andere es doch viel besser hat. Der eine hat keine körperliche Schwerstarbeit und der andere lebt in keiner großen Gefahr. Der eine kann immer nach Hause kommen, sich ausruhen und essen und der andere erhält besonders gute Sachen.

Gründe für ein solches vergleichendes Hin- und Herschauen gibt es bei uns immer. In der Familie, unter Geschwistern genauso wie unter Freunden, Arbeitskollegen, unter Nachbarn, sowie unter den Völkern dieser Erde.

Liebe Gemeinde, es ist schlicht und einfach unsere Angst, zu kurz zu kommen, es ist unser heimliches Aufpassen, ob unsere Nächste und Nächster es nicht viel besser und viel leichter und ebenso viel schöner hat als wir. Und dabei übersehen wir, dass wir von dem Leben unserer Nächsten gar nicht so viel wissen.

Der Anlass bei Kain ist, dass die Opfer beider Brüder verschieden angesehen werden. Beide haben, wie es der religiösen Vorstellung ihrer Zeit entsprach, ein Opfer gebracht als Dank und als Bitte an Gott, sie weiter gut zu versorgen.

Gott, liebe Gemeinde, kann uns Menschen verschieden behandeln. Das bestätigt uns das tägliche Leben. Und genau das ist für uns ein Ärgernis, ja, eine Provokation.

Kain war über seine Zurücksetzung so empört, dass er zum Brudermörder wurde. Und gerade das sollte uns stutzig machen. Kain konnte seine Zurücksetzung nicht annehmen. Er schlug im wahrsten Sinne des Wortes gegen den "ungerechten" Gott.

Wie hätte Kai reagiert, wenn er gemerkt hätte, dass er hier geprüft wurde? In dieser alten Geschichte wird dies deutlich: Gott hat Kains Opfer zwar nicht angeschaut, aber Gott hat auf Kain selbst geschaut, Gott hat ihn sehr aufmerksam beobachtet.

Kain wurde zwar zurückgestellt, aber nicht vergessen. So frage ich mich, wie reagieren wir denn, wenn wir übergangen werden, wenn wir uns zurückgesetzt fühlen? Bekommen wir Magenbeschwerden, erleiden wir etwa Verbitterung, oder leiden wir unter Minderwertigkeitsgefühle?

Liebe Gemeinde, Kain steckt in uns allen. Und zwar der Kain, der dem Herrn das Herrenrecht streitig machen will.

Gott liebt nicht den Mord, aber den Mörder; Gott liebt keine Sünde, aber uns Sünder liebt er. Er lässt es nicht zu, dass die Sünde wie ein Schneeball immer größer und größer und schließlich zu einer Lawine wird.

Gott schaut auf die Schwachen. Von Anfang an ist Gott auf der Seite der Schwachen. "Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde."

Keines der Gewaltopfer ist bei Gott vergessen. Die Stimme all derer, die von brutalen und rücksichtslosen Menschen gequält werden, kommt bei Gott an. Gott wird solche Unrecht- und Gräueltaten verfolgen, auch dann, wenn kein irdisches Gericht dahinter kommt oder sich dafür interessieren sollte.

Die Bibel, sie erzählt uns von der Grausamkeit der Menschen und gleichzeitig von der Gnade, die Gott vor das Recht setzt, damit auch wir uns von seiner Gnade prägen lassen sollen.

Kain und Abel, das ist die Geschichte vom tödlichen Neid, von der menschlichen Verantwortung füreinander und es ist die Geschichte von der Barmherzigkeit Gottes, die uns ein Beispiel sein soll für unser Leben.

Gott gibt Kain ein Schutzzeichen auf die Stirn, damit er vor der Blutrache geschützt ist.

War der erste Tote der Weltgeschichte ein Ermordeter, so ist der, der von der ganzen Menschheit grausam am Kreuz Ermordete, ein Lebendiger. Denn die Liebe Gottes zu uns wird durch Mord nicht getötet. Gottes Liebe ist stärker als der Tod und reicht bis zu uns Kainsleuten.

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