Schwerter zu Pflugscharen

Liebe Gemeinde,

selten hab ich so hilflos vor einem Gottesdienst und vor einer Predigt gesessen wie diesmal. Israel, Gottes Volk Heiliges Land, „Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist.“

Gott hat sich dieses Volk ausgesucht, er hat es erwählt, zu seinem Volk, zu seinem Lieblingsvolk. Und, was hat dem Volk diese Patenschaft eingebracht? Nichts als Ärger, Ärger mit Gott u mit den anderen Völkern.

Ok, sie haben sich oft auch duselig angestellt. Woher kommt das alles, wie war das damals. Allein schon der Versuch, diese Geschichte bis heute zu sortieren ist fast unmöglich, ohne etwas falsch zu machen, ohne das es Widerspruch geben könnte. Ich möchte es trotzdem versuchen.

Es fängt nicht bei Adam u Eva an, sondern bei Abraham u Sarah.

Gott verspricht ihnen Nachkommen, so zahlreiche wie Sterne am Himmel u ein Land, das nicht das Ihre ist, von dem Strom Ägyptens, bis an den Fluss Euphrat. Weil Sarah keine Kinder bekommt, zeugt Abraham mit deren Magd Hagar einen Sohn, den Ismael. ER braucht schließlich unbedingt einen Erben. Als Sarah in hohen Jahren doch noch den Isaak gebiert, gibt es Streit unter den Frauen. So schickte Abraham Hagar und Ismael fort. Und Gott sprach seinen Segen über die beiden. Er sagte Ismael, er werde seine Nachkommen zu einem großen Volk machen u sein Gott sein. In dem Stammvater Abraham u seinem Sohn Ismael sehen alle Muslimen ihren Urahn.

Die Juden sehen sich als Nachkommen von Abraham u Isaak. Den Namen Israel hat Gott dem Enkel von Abraham Jakob gegeben, nach dem Kampf am Jabock, Israel – Gottesstreiter. Um es kurz zu sagen, die Kinder diesen beiden Brüder streiten sich nun seit 3000 Jahren. Sie prügeln sich in dem Land und um das Land in dem Milch und Honig fließt. Damals kam das Volk Israel aus Ägypten, aus der Wüste und mischte sich unter das Volk, das schon dort schon lebte. Seit 1000 v. Chr. leben neben den Kanaanitern die verschiedenen israelische Stämme. Es gab unzähliger Kriege und Scharmützel, Fehden u Verbrüderungen mit allen Stämmen der Gegend.

Oft haben sich die 12 Stämme Israels gegenseitig das Königsrecht streitig gemacht. Dadurch waren sie zerstritten u von außen angreifbar. So gaben sich die Eroberer quasi die Türklinke in die Hand. Den Babylonier folgten die Römer, Byzantiner, Seldschuken, Kreutzfahrer, Mamluken u Türken. Sie prügelten sich und die Bevölkerung um die Wette.

Was im Jahre 0 geschah wissen wir, deswegen sind wir hier in dieser Kirche. Im Jahre 70 n.Chr. werden Jerusalem und der Tempel komplett zerstört. Das Volk Israel wird über die ganze Welt verstreut. Das Land heißt nun Palästina. Es ist viel Platz dort, und so ziehen nach und nach viele Juden, aber auch Araber in das Gebiet und leben eigentlich in Eintracht. Nach dem 1. Weltkrieg fällt das Land an England. Gleichzeitig wächst in der Welt der Judenhass, besonders stark in Europa.

Wir können da gut mit reden. Die Juden müssen fliehen und glauben an die Verheißungen aus der Thora, das Gott ihr Jerusalem wieder aufbauen wird. So teilten die Engländer das Land irgendwie. Sie hatten nichts als Ärger dort und wollten es loswerden. Der eine Teil wurde den Arabern zu gesprochen u heißt heute Jordanien. Auf dem anderen wurde 1948 der heutige Staat Israel gegründet. Die dort lebenden Palästinenser mussten sich unterordnen, die meisten aber flohen oder mussten fliehen, je nach Sichtweise. Und das gefiel den anderen Völkern gar nicht. Sie fühlten sich bedroht, sie wollten ihr Land zurück. Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat Israel den Krieg. Und das Volk kämpfte den Unabhängigkeitskrieg und seit dem unzählige große und kleine Kriege.

Nur so viel habe ich verstanden. Gott hat Abraham ein Land versprochen. In der Bibel ist von dem Zweistromland die Rede, von Euphrat und Tigris, das entspräche dem heutigen Iran, Irak u Kuwait. Die Engländer haben den Juden eine Gegend zugeteilt, die David sich erobert hatte.

Nun sitzen sie da, komplett umgeben von Völkern, die ihnen nicht gut sind, um es vorsichtig auszudrücken. Es ist ein kleines Land, in einer Senke und ringsumher sind Feinde. Der iranische Präsident hat versprochen Israel in 50 Jahren von der Landkarte zu radieren. Es sei geschichtlich Unrecht, einfach ein Volk in einem Gebiet anzusiedeln, das einem anderen Volk gehört. Er hat vorgeschlagen, den ganzen Staat Israel doch nach Bayern zu verlegen.

Natürlich spielt auch mal wieder die große Weltmachtaufteilung eine Rolle. Eigentlich prügeln sich dort mal wieder zwei Lager, stellvertretend für die USA und die arabische Welt. Mal wieder haben die einen Öl und die anderen Geld und Waffen. Israel hat viel Geld aus den USA und eine der best ausgerüsteten Armeen der Welt. Sie haben nagelneuen Waffen aus Deutschland und USA.

Ein Freund meinte, Israel kommt ihm vor, wie ein Hund, der zu oft geschlagen wurde und nun schon bei dem Schatten einer Hand ausrastet und zubeißt.

Ich habe mich lange durch Lexika und Internetseiten gequält. Ich wollte es wissen, ich wollte eine eigene Meinung haben. Wer hat Recht, wer Unrecht? Ich habe es nicht herausgefunden. Immer taucht da ein großes „Aber“ auf. Ich bin sehr traurig, ärgerlich, besorgt über jeden Krieg, doch über diesen Streit in diesem Land besonders.

Israel, Jerusalem, das Heilige Land, die heilige Stadt.

Wie kann ich in einer christlichen Kirche eine Position finden. Können wir denen da etwas vorwerfen, Ratschläge erteilen?

Wir nicht, aber Gott.

[TEXT]

Gott hat Abraham dieses Land zugesagt. Abraham und seinen Nachkommen, und das sind sowohl Isamel und seine Erben, als auch Isaak und seine Nachkommen. Das sind aber auch wir Christen, als Nachkommen des Christus Jesus. Gott sagt Jesaja und allen Völkern glasklar, wie er sich den Frieden dort vorstellt. Ich stelle mir vor, was geschehen wird, wenn die Menschen statt sich zu bekämpfen, Gott mit ihrem Gebet in den Ohren liegen. Wenn aus allen drei Religionen tatsächlich Wächter auf den Mauern Jerusalems stehen. Im Schichtbetrieb, rund um die Uhr. Sie werden nach Kräften Gott darum bitten, das heilige Jerusalem wieder aufzurichten. Die Juden an der Klagemauer, die Moslems im Felsendom und die Christen in der Grabeskirche. Ein Gebet, ein unendlicher Hilferuf an Gott, diese, seine Stadt wieder zusammen zu führen, zu seinem Lobpreis auf der Erde. Und nach dem Gebet werden die Menschen das tun und leben und halten, was Gott für dieses Land und für diese Stadt will.

„Dein Getreide soll dir selbst und nicht deinen Feinden gehören. Deinen Wein sollst du mit deinen Freunden trinken und niemand soll ihn dir rauben.“ Ich weiß ganz genau, die Feinde von Jerusalem sind nicht die anderen: Die Araber, die Juden, eben jeweils die Anderen. Die Feinde von Jerusalem sind alle die, die Hass und Mord und Totschlag predigen und ausführen. Es sind die, die den anderen nicht gelten lassen. Es sind sowohl die Selbstmordattentäter, als auch die Kriegstreiber in der Knezet. Es sind die, die Katjuzschas auf Israel schießen, als auch die Siedlermilizen. Das sind die Feinde Jerusalems.

Gott will diesen Kireg nicht. „Brot und Wein sollen die ernten, die so viel Arbeit damit hatten, auf der kargen Erde. Sie sollen danken u alles genießen, in den Vorhöfen seines Heiligtums.“ Wir erinnern uns, es gibt 3 davon. Es gibt Menschen, die sich an Gotteswort halten. Es gibt kleine Gruppen, die dies leben. Ein kleines buntes Orchester, ein Fußballverein, ein Schule für Kinder aus beiden Völkern. Das ist dass, was Gott will.

„Geht hinaus vor die Stadt und räumt den Neuankömmlingen die Steine aus dem Weg. Machet den Weg frei. Macht Jerusalem zu einem Zeichen für die Völker der Erde“. Die Schriften der Religionen, der Koran, die Thora und unsere Bibel sind voll von Gottes Bezeugungen, dass dies Land und diese Stadt für ihn etwas Besonderes sind. „Siehe, der Herr läst es hören, bis an die Enden der Erde: Tochter Zion, siehe dein Heil kommt.“

„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat.“ Den Völkern in Israel ist aufgetragen, diesen Segen zu hören und zu leben. Allen Völkern auf der Erde ist aufgetragen, dieses Erbe zu hüten und zu fördern. Wir sollen uns unter die Wächter von Jerusalem mischen und nicht aufhören, Gott um die Erfüllung seiner Verheißungen zu bitten.

„Sie sollen ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es soll kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie sollen hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken“. Und das was Gott redet, zu den Völkern, durch die Propheten, das ist kein leeres Geschwätz, das wird er tun, dazu wird er uns bringen, dem wird er zum Sieg verhelfen.

„Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat’s geredet. Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit."

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