Ein gut gemeinter Rat

Heute haben wir die dritte Kerze angezündet. Nur noch wenige Tage sind es bis Weihnachten. Wie werden bei Ihnen die nächsten Tage aussehen?

Es gibt noch sehr viel zu tun vor Weihnachten, viele Vorbereitungen sind zu treffen: Geschenke sind zu besorgen, diese einzupacken, Briefe zu schreiben, das Weihnachtszimmer muss hergerichtet und vieles mehr. Stress ohne Ende.

Hinzu kommen die übertriebene Werbung und die ständige Berieselung mit Weihnachtsmusik in den Supermärkten. Außer Puste geraten, erreichen wir dann das Weihnachtsfest.

Wir hoffen auf ein schönes Fest in Harmonie und Frieden, auf Geschenke und ganz sicher, dass es ein richtiges Weihnachtsfest werden möge.

Heute haben wir die dritte Kerze angezündet. Nur noch wenige Tage sind es bis Weihnachten.

Noch haben wir Adventszeit. Die Zeit des Advents, liebe Gemeinde, ist Hoffnungszeit. Seitdem die ersten Kerzen brennen, sind wir voller Hoffnungen und Erwartungen.

Doch was erwarten, hoffen und wünschen wir? Haben wir überhaupt noch Wünsche in dieser hektischen Adventszeit? Können wir dem Herrn Jesus Christus den Weg so bereiten, dass er zu uns findet, zu uns in unsere Welt, in unsere Zeit und in unsere Herzen?

Was erwarten wir? Was hoffen wir? Was wünschen wir? Wovon träumen wir?

Frieden für diese Erde, Frieden unter allen Völkern, Frieden für unsere Gemeinde, Frieden unter uns, Frieden in den Familien, das sind Wünsche, die eine jede und jeder von uns in Erwartung auf Weihnachten hat.

Doch dann, liebe Gemeinde, werde ich aus meinen Träumen vom Frieden jäh herausgerissen und ich muss im Umgang mit meiner Nächsten und meinem Nächsten andere Erfahrungen machen. Und ich muss erleben, dass die Unterschiede in unserer Gesellschaft so sehr betont werden, dass es uns nicht mehr möglich ist miteinander in Frieden zu leben.

So erlebe ich, dass Unterschiede zu unseren ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern so sehr betont werden, dass ein Miteinader nicht mehr möglich ist. Ich erlebe, dass die Unterschiede in den Religionen und den Lebensstilen zu ständigen Auseinandersetzungen führen. Es ist Adventszeit, Zeit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft im Zusammenleben mit unseren Nächsten. Allerdings stelle ich mir in diesem Zusammenhang die Frage, wie Menschen in unserer Gesellschaft, trotz der gravierenden Unterschiede und Meinungen, in Frieden und Harmonie leben können?

Antwort auf diese Frage finden wir in unserem heutigen Predigttext.

[TEXT]

Nehmt euch gegenseitig an! Ein gut gemeinter Rat des Apostels Paulus, den sich möglicher Weise auch unsere Regierung Anfang der 90er Jahre auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Die Grenzen unseres Landes öffneten sich. Alle Neubürgerinnen und Neubürger, gleich welcher Nation sollten willkommen sein in unserem Land, und alle diese Menschen sollten möglichst so leben können, wie sie wollten.

Mittlerweile mussten wir alle, auch die darauf folgende Regierung feststellen, dass diese Art des gegenseitigen Annehmens gescheitert ist. Tatsache ist, dass Deutschland heute zur Basis islamistischer Terroristen wurde.

Kehren wir zurück zu unserem Predigttext. Paulus sagt nicht nur: Nehmt euch gegenseitig an. Nein, liebe Gemeinde, diese Aufforderung geht noch weiter: So wie Christus euch angenommen hat. Das dient zum Ruhm und zur Ehre Gottes.

Es ist nicht unser christliches Verständnis von Freiheit, und Weltoffenheit und auch nicht unser engagiertes und besinnliches Leben als Christen, welches unsere Gesellschaft und auch unsere Gemeinde zusammenhält, nein, es ist Christus, der uns alle in unserer Verschiedenheit angenommen hat.

Ja, Liebe Gemeinde, Jesus Christus hat uns angenommen. Er rief Aussätzige zu sich, die wegen ihrer Krankheit als Sünder galten. Er schützte eine Ehebrecherin vor dem Tod durch die Steinigung. Er wandte sich Kranken zu, aber auch solchen Menschen, wie dem reichen Jüngling.

Alles hat Jesus aber nicht gut geheißen. So sagte er zu der Ehebrecherin, sie solle nun nicht mehr weiter Schuld auf sich laden. Den geheilten Aussätzigen hat er zu den Priestern geschickt und die reichen Zöllner hat er zum Teilen aufgefordert. Jesus hat zwischen den Menschen einerseits und ihren Taten andererseits unterschieden.

Nehmt euch gegenseitig an, so wie Christus euch angenommen hat. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Nächste und unseren Nächsten in ihrem Anderssein annehmen und ernst nehmen sollen.

Einander annehmen im Sinne Jesu heißt, sich unserer Nächsten und auch unserem Nächsten auch wirklich zuwenden und mit ihr und ihm die Diskussion zu suchen, natürlich mit einem notwendigem Respekt vor dem Anderen.

Denn nicht nur wir Christen sondern ein jeder Mensch dieser Erde ist von Jesus Christus angenommen und wo er ist, da fallen Schranken. Sicher werden wir oft genug Problemen wie z. B. Unterschiede zwischen glaubenden und nicht glaubenden Menschen oder auch Menschen, die unterschiedlichen Religionen angehören und dadurch eine massive Trennung erfahren, begegnen. Jesus Christus hat jedoch alle Menschen angenommen, nicht nur die Christen untereinander.

Ja, liebe Gemeinde, in ein paar Tagen ist es dann wieder so weit, dann begegnen sich viele Menschen in den Kirchen, in den Wohnzimmern und auch auf den Straßen. Menschen unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und unterschiedlicher Nationalitäten.

Sie alle begegnen sich in der Hoffnung auf Frieden für diese Erde, Frieden unter allen Völkern, Frieden für unsere Gemeinde, Frieden unter uns, Frieden in den Familien, ja, das sind Wünsche, die eine jede und jeder von uns in Erwartung auf Weihnachten hat.

Es geht also nicht um irgendeine, beliebige Hoffnung, die sich irgendwann oder vielleicht auch gar nicht erfüllen wird. Nein, in unserem Predigttext geht es schlicht und einfach um die Hoffnung, die sich auf das alleinige Handeln Gottes beschränkt.

Unsere Wünsche aber und ebenso unsere Erwartungen sind nicht mehr auf das gerichtet, was Gott schafft. Und durch übertriebene Werbung und ständige Berieselung mit Weihnachtsmusik in den Supermärkten ist es uns gar nicht mehr möglich uns auf das zu besinnen, was in naher Zukunft kommen wird.

Durch Jesus wird Gott Mensch und seine Liebe und Zuwendung zu uns wird somit Wirklichkeit. Jesus hat uns angenommen zu Gottes Lob und unserem Heil. Dieses Heil kennt keine Grenzen. Es gilt Juden, Heiden, ja allen Völkern.

Gott hat der Welt einen Erlöser versprochen und hat ihn auch gesandt. Gott hat versprochen, die Sünden der Menschheit zu tilgen und er hat sie durch Jesus Christus getilgt. Gott hat wissen lassen, dass er kein Gott der Toten ist, sondern ein Gott der Lebendigen und hat Jesus auferweckt.

Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Gott. Damit hat er in aller Hoffnungslosigkeit einen festen Grund der Hoffnung aufgerichtet, auf welchen eine jede und ein jeder von uns bauen kann.

So können unsere Vorbereitungen auf Weihnachten bei allem Stress doch gelingen, indem wir der Hoffnung auf Gottes Reich in uns Raum geben. Diese Hoffnung liebe Gemeinde, macht es uns möglich, offen zu sein für unsere Nächste und unseren Nächsten.

Diese Hoffnung macht es uns möglich, aufmerksam auf den anderen zu zugehen und ihn und sie anzunehmen. Denn wo wir einander begegnen und uns in unseren Unterschieden akzeptieren, ohne dabei gleichgültig zu werden, da bereiten wir Jesus den Weg.

Und wo wir Hoffnung ausstrahlen, das Licht Gottes in der Dunkelheit leuchten lassen, da bereiten wir Jesus den Weg.

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