Zukunft sichern

Betrügereien, Bestechungen, Unterschlagungen, Veruntreuungen, Steuerhinterziehungen sind wesentliche Elemente, die unsere Gesellschaftsstruktur prägen. Es sind nicht nur die kleinen Leute, die sich korrupter Machenschaften bedienen, nein, es sind auch die großen Leute, die sich ohne Skrupel im großen Stiel dieser Machenschaften hingeben.

Der größte Skandal bei einem Korruptionsfall, ich denke hier an den Volkswagenkonzern, ist jedoch, dass gerade unter der Federführung eines gewissen Herrn Hartz Millionen von Arbeitslosen in Deutschland teilweise empfindliche Einbußen hinnehmen mussten. Während die gleichen Herrschaften auf Kosten unserer Gesellschaft ein herrliches Luxusleben genießen konnten.

Betrügereien, Bestechungen, Unterschlagungen, Veruntreuungen, Steuerhinterziehungen, Schmiergeldaffären, die gab es schon immer und sie wird es immer geben. In diesem Zusammenhang ist es schon interessant, zu erfahren, wie Jesus mit solchen korrupten Machenschaften umgeht.

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Das kann doch nicht wahr sein, werden Sie vielleicht jetzt denken. Jesus deckt solche Betrügereien. Ist das nicht schockierend?

Dann kann also ein Buchhalter, der diesen Predigttext gerade gehört hat, morgen, gedeckt durch das Wort Jesu, betrügerische Machenschaften vornehmen?

Natürlich nicht. Jesus weiß, wie es in der Welt zugeht. Und wir erwarten selbstverständlich, dass Jesus ein solches Vorgehen hart verurteilt.

Er aber spricht, ohne die tatsächlichen Verhältnisse gut zu heißen, ganz offen über diese korrupten Machenschaften. In der Welt wird gelogen und betrogen, alle sind nur auf ihren eigenen Vorteil aus.

Was müssen wohl die Angestellten und Werkstätigen von VW sich gedacht haben, als Gewerkschaftler und Betriebsräte durch Lustreisen und eingeflogene Prostituierte von der Unternehmensleitung gefügig gemacht wurden?

Was hat sich Jesus wohl dabei gedacht, als er den Zuhörern von damals und auch uns heute ein solches Gleichnis erzählt?

Der Verwalter befand sich in einer verzweifelten Situation, seine berufliche Existenz war zerstört. Er scheint am Ende zu sein. Und durch sein kluges, entschlossenes Handeln sichert er sich seine Zukunft.

Es wird also nicht der Betrug des Verwalters gerechtfertigt, sondern Jesus lobt die Klugheit des Verwalters, der seine eigene Situation richtig beurteilt und daraus Folgerungen zieht, um so seine künftige Existenz sicherzustellen.

Was hat sich Jesus dabei gedacht, als er den Zuhörern von damals und auch uns heute ein solches Gleichnis erzählt?

Jesus, so denke ich, erwartet von uns, die wir in seiner Nachfolge stehen, ebenso eine entsprechende Klugheit bei der Ausbreitung und Verkündigung seines Reiches. Wie ein roter Faden zieht sich es sich durch die gesamte Verkündigung von Jesus.

Gott wird seine Zurückhaltung wieder aufgeben, er wird wieder in diese Erde eintreten und die Geschichte aller Menschen beenden. Gott wird diese Welt zu einer neuen Welt umgestalten, zu einem Reich, in dem wir Gerechtigkeit erfahren und in Liebe und Frieden leben können.

Und wir werden Gott unmittelbar begegnen dürfen, wie in einer großen Familie werden wir um Gott versammelt sein.

Doch eines dürfen wir dabei nicht vergessen, das Reich Gottes wird mit einem Gericht beginnen. Wir müssen uns im Gericht Gottes bewähren, ehe wir in seinem Reich Einlass finden.

Und wer von uns seine Einladung erhalten hat, der wird keine Zeit mehr haben zu überlegen, ob sich eine jede und ein jeder von uns für die Sache Jesu verantwortlich fühlt. Wir haben dann keine Zeit mehr uns darüber Gedanken zu machen, dass wir ohne Jesus unser Leben verwirkt haben.

Und es wird dann auch nicht angehen, sich mit hinhaltenden Gedanken zu beschäftigen: Das muss ich mir noch gut überlegen; überstürzen, nein, das kann ich nicht; bevor ich ein Risiko eingehe, muss ich erstmal die Vor- und Nachteile abwägen. Wer es sich von uns zu leicht machen will, der wird das Reich Gottes verfehlen.

Liebe Gemeinde, Jesus will uns mit seiner Geschichte sagen, dass auch wir einmal unsere letzte Chance bekommen. Einmal müssen auch wir uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass es ein Ende hat mit uns und dass wir von hier gehen müssen. Einmal müssen wir begreifen, dass wir Rechenschaft geben müssen für alles, was wir getan haben und was wir unterlassen haben.

So wie sich der Verwalter durch sein kluges, entschlossenes Handeln seine Zukunft sicherte, so müssen wir uns nach Jesu Mahnung blitzschnell auf die neue Situation einstellen, uns rasch entscheiden und ebenso entschlossen handeln um uns so unsere Zukunft bei Gott zu sichern.

Wir alle, ohne Ausnahme, haben hier auf Erden nur eine kurze Zeitspanne zu leben und deshalb möchte Jesus, dass wir in seiner Verkündigung unsere Klugheit genau so einsetzen, wie der Verwalter in unserem heutigem Predigttext.

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