Sand im Getriebe

Liebe Gemeinde,

wie wir vorhin in der kurzen Filmszene „Das Mahl“ gesehen haben, ist es gar nicht so einfach mit Kritik in guter Weise umzugehen. Das sind dann Dinge, die uns in unserer Beziehung zu Gott und in unserem Wachstum im Glauben entscheidend hindern. Eine Sache ist die Unversöhnlichkeit.

Unversöhnlichkeit zeigt sich darin, wenn ich dem anderen noch nach Jahren oder Jahrzehnten nachtrage, was er falsch gemacht hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob er sich entschuldigt hat oder nicht. Der Groll über dieses Fehlverhalten ist in mir zur Unversöhnlichkeit geworden, die sich in äußerlichen Dingen zeigen kann: Ich bin nicht bereit, dem anderen die Hand zu geben oder mit ihm zu reden. Letzte Woche haben wir in Gemeindeseminar und Gottesdienst vom Gegenwind von außen geredet, der dann auftritt wenn wir vom christlichen Glauben weitersagen. Heute ist vom Gegenwind innerhalb der christlichen Gemeinde die Rede.

Unversöhnlichkeit wirkt wie Sand im Getriebe und hindert uns auch daran, den Glauben weiterzusagen oder verhindert, dass unser Zeugnis als Gemeinde glaubwürdig ist. Im Johannesevangelium hat Jesus von der Gemeinde gesagt, dass Außenstehende sie daran erkennen werden, dass sie untereinander lieb haben. Unversöhnlichkeit ist also nicht nur ein Frage meiner persönlichen Meinung, sondern ein entscheidender Hemmschuh, wenn der christliche Glaube weitergesagt werden soll. Warum schlage ich nicht vor, das wir es einfach so machen, wie Jesus es hier vorschlägt: liegt etwas offensichtliches vor, dann redet einer mit der Person, dann redet der Kirchengemeinderat mit der Person und dann redet die Gemeindeversammlung mit der Person. Hilft alles nicht, dann können die Rechte der Kirchenmitgliedschaft ruhend erklärt werden.

Wenn das so einfach wäre, wir brauchen in der Kirchengemeinde nur die Berichte der Gemeinden anschauen, die das so gemacht haben, stoßen wir auf ganz große Konflikte in diesen Fragen. Das liegt daran, dass bei einem Streit meistens zwei Personen beteiligt sind, bei denen jede der Parteien eine Mitschuld trägt. Die Streitfälle, bei denen eine Partei zu 100 % allein Schuld ist, sind selten. Die Streitfälle, bei denen jedoch eine Partei nicht bereit ist, sich mit an den runden Tisch zu setzen, sind häufig. Hier muss ich jedoch darauf hinweisen, das jeder, der nicht vergebungsbereit ist, sich selbst die Vergebung Gottes entzieht: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Viele Menschen wollen in den Himmel, das ist nicht das Problem. Die Schwierigkeit zeigt sich darin, ob diese Menschen auch bereit sind, den Weg Jesus zu gehen. Der Weg Jesu ist nicht der Weg des Rechthabens und des Nachtragens, nein er ist der Weg der Vergebung. Und nur wenn ich diesen Weg begebe, dann gehe ich auf den Weg in Richtung Himmel.

Wenn solche Dinge vorhanden sind, hindern sie auch am gemeinsamen Gebet. Die Prüffrage zum Thema Unversöhnlichkeit ist, ob ich mit einer anderen Person zusammen beten kann. Jesus hat auf das gemeinsame Gebet eine gewaltige Verheißung gelegt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Das gilt jeden Sonntag Gottesdienst, mittwochs im Konfirmandenunterricht und immer dann, wenn zwei Menschen sich treffen, um miteinander zu beten. Schauen wir uns an, was andere über das Beten sagen:

Film-Szene von Menschen zum Thema „Gebet hat Folgen“

Gebet verändert unser Leben und vertieft die Beziehungen. Wenn ich bete, dann verändert sich mein Blick anderen gegenüber und ich werde bereit, Ihnen zu vergeben. Gebet auch wenn wir uns dazu nicht in der Lage fühlen, weil die Seele ein Gegenüber braucht. Tief in unserem innern sehnen wir uns nach dem Gegenüber Gottes. Dieser Platz beleibt leer, solange wir nicht beten. Gebet auch in ausweglosen Situationen, denn Gott es auf wunderbare Weise erhören. Gott kann auch in den Lagen, in denen wir nicht mehr weiter wissen, auf wunderbare Weise helfen. Gebet in schweren Lebenslagen zeigt mir, dass ich von Gott getragen bin. Gerade bei den Themen tot und Krankheit ist es wichtig, sich in den Händen eines stärkeren zu wissen.

Die Frage ist, ob wir heute damit rechnen, dass Jesus unter uns ist und dass er unser Herz anrührt und unser Leben verändert. Dann merken wir auch, wie sehr wir das Gebet als Sauerstoffverbindung zu Gott brauchen.

Lasst mich noch einige Gründe anführen: „Warum Gebet zu zweit oder dritt“

– Zeitnah: zu zweit oder dritt kann ich mich schnell und unkompliziert treffen und beten

– Vertraulich: was vier oder sechs Ohren hören, bleibt in der Gruppe

– Effektiv: es kann gezielt für anliegen gebetet werden

– es hilft gegen den Sand im Getriebe: Gebet verändert uns, wir werden beriet zu vergebe und so den Sand aus dem Getriebe unserer Beziehungen zu nehmen. So kann ich nur jedem raten: sucht euch einen Partner, eine Partnerin mit dem, mit der ihr beten könnt.

Wir nennen das Basisgruppe. Des Weiteren wollen wir gezielt beten für Gemeindewoche und Kirchenjubiläum. Damit wir informiert beten können, lade ich ein für das Gemeindeseminar nächsten Mittwoch um 19.30 Uhr. Hier geht es weiter mit dem

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