Glaube im Gegenwind

Liebe Gemeinde,

am Mittwoch haben wir uns im Gemeindeseminar darüber unterhalten, das wir Gegenwind erhalten, wenn wir unseren christlichen Glauben aktiv leben und davon weitersagen. In unserem Predigttext heute ist genau davon die Rede.

Hier redet Jesus darüber, warum er auf diese Erden kommen musste. Und es ist ganz schön ernüchternd, wenn wir hören, dass es nicht deshalb geschah, um auf Erden den Frieden zu bringen. Aber was singen die Engel, dann an Weihnachten: „Frieden den Menschen seines Wohlgefallens.“ Hier müssen wir ganz genau hinhören: der Frieden gilt den Menschen, die Gott wohlgefällig leben wollen. Aber wollen das alle. Willst Du Gott wohlgefällig leben?

Ich kenne eine ganze Menge Leute, denen ist das ganz egal, ob sie gottgefällig leben. Ja, diese stören sich dann auch noch daran, wenn andere es tun. Wenn wir aktiv als Christen leben sind wir das personifizierte schlechte Gewissen der anderen Leute. Gott macht also nicht schnipp und es ist „Frieden“, sondern der Friede ist eine hart umkämpfte Sache.

Hat es dann überhaupt Sinn, sich auf den christlichen Glauben einzulassen. Jesus macht hier eine ganz einfache Rechnung:

Versuche ich mein Leben zu retten, d.h. mein Leben ohne Gott zu leben, werde ich es am Ende im ewigen Tod verlieren.

Versuche ich mein Leben nach Gottes Richtlinien zu leben, werde ich am Ende das ewige leben gewinnen.

Rechnerisch ist es klar, aber wichtig ist, es, dass wir es auch in unserem Leben Wirklichkeit werden lassen: Der christliche Glaube hat absolut Vorrang, Vorrang vor der Familie, Vorrang vor den Freunden, Vorrang vor allen anderen Beschäftigungen. Jesus redet hier ganz klar von unserer Beziehung zu Gott: „Sei ganz sein, oder lass es ganz sein.“

Der Kampf fängt bei uns selber an. Bin ich nur hier, weil andere mich hier her gebracht haben, oder bin ich selber mit dem Herzen dabei. Mache ich Gottes Sache zu meiner Sache und gewinne so das ewige Leben. Die Kosten sind hoch: es kostet mein Leben. Der Gewinn ist noch höher: das ewige Leben.

Es läuft auf Kampf hinaus, aber er wird nicht den Waffen dieser Welt, sondern mit den Waffen des Glaubens geführt. Das Schwert des Glaubens ist die Bibel. Je besser ich mich darin auskenne, umso besser kann ich Kampf bestehen. Wer nie ein Schwert in die hand nimmt, brauch sich nicht wundern wenn er schon nach wenigen Schlägen verloren hat. Wer die Bibel in die Hand nimmt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er im Glauben keinen festen Stand findet. Mit Alexander und Alexej habe ich in der Bibel gelesen, im Konfirmandenunterricht lesen wir in der Bibel. Das soll helfen, dass ihr selber die Bibel in die Hand nehmt, sie für euch persönlich lest und ihr so einen festen Stand im Glauben bekommt.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch die Taufsprüche uns anschauen:

Angelina: Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Psalm 27,1

Wir brauchen keine Angst haben, uns diesem Kampf zu stellen. Gott selber wird mit uns gehen und uns immer wieder die Kraft geben, die wir brauchen. Wenn wir mit Gott leben, dann merken: die kraft bekommen wir nie im Voraus, sondern immer erst dann, wenn wir sie brauchen. So merken wir immer wieder, wie sehr wir Gott brauchen. Wenn es dunkel ist, dann sehen wir Gottes Licht, wenn wir verloren sind, dann erfahren wir Gottes Heil, wenn wir Angst haben, dann tröstet uns Gott, wenn wir schwach sind, dann erfahren wir Gottes kraft. Leute, die nicht zugegeben, das es dunkel ist, oder das sie verloren sind, oder Angst haben oder das sie schwach sind: die haben bei Gott schlechte Karten. Denn wie sollen sie Gottes Licht und Heil oder Gottes Trost und Kraft erfahren. Ich wünsche Angelina, dass sie in ihrem leben den Mut findet, die negativen Dinge zu Gott zu bringen, damit sie sein Wirken erfahren kann.

Alexander: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Psalm 139,5

Gott ist da. Die Frage ist nur, ob ich bereit mich, damit zu rechnen. Viele Leute meinen heut, das wenn sie sagen: „Gott gibt es nicht“ damit sei die Sache erledigt. Ich kann ja auch sagen, Strom sehe ich nicht, also gibt es ihn nicht. Das macht dem Strom aber wenig aus, er kommt weiterhin aus der Steckdose. So umgibt mich die unsichtbare Wirklichkeit Gottes und ich wünsche Alexander, dass er sich darauf einlässt und so in seinem Leben immer wieder die Erfahrung von dieser Anwesenheit Gottes und seinem Schutz macht.

Florian: Gott stärkt mich mit Kraft und weist mir den rechten Weg. 2. Samuel 22,33

Hier ist von dem richtigen Weg die Rede. Den Wegweiser dafür finden wir bei Jesus Christus. Er hat unds dieses Leben in der Kraft Gotttes vorgelebt. Er hat uns gezeigt, wie trotz Gegenwind ein erfülltes und sinnvolles Leben ausieht. Ich wünsche Florian, das er sich immer wieder auf diesen Wegweiser Jesus Christus ausrichtet und so zu dem Ziel seines Lebens findet.

Alexej: Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 8,12

Wir haben zur Vorbereitung der Taufe uns einige Mal getroffen und dabei auch viel über Jesus Christus erfahren. Wir haben uns angeschaut, wie er sich von Johannes taufen ließ, wie er seinen Jüngern das Vaterunser beigebracht hat. Wir haben uns auch seine Verurteilung seinen Gang ans Kreuz angeschaut und Hoffnung aus seiner Auferstehung geschöpft.

Sein Anspruch besteht seit 2000 Jahren: „Und wer nicht bereit ist, diese Lasten auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht zu mir gehören.“

Hier ist von Kampf dir Rede, auf der anderen Seite gibt es auch Familien, die gemeinsam an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Hier liegt eine Kraftquelle unschätzbarer Art, in der man sich gegenseitig stärken kann. Wem dies nicht geschenkt ist, dem kann die christliche Gemeinde zur Familie werden, in der diese Geborgenheit erlebt wird.

Wenn wir unseren christlichen Glauben konsequent leben und weitersagen, dann gibt es Gegenwind. Wir sollen ihn jedoch nicht heraus fordern oder suchen. „So weit es an euch liegt, haltet Frieden mit allen Menschen“

Jesus redet hier Klartext: Wir sollen uns alles Mögliche tun, um friedlich mit anderen zu leben und uns trotzdem nicht wundern, dass unser christlicher Lebensstil andere zu unseren Feinden macht. Das wahre Leben gewinnen wir nur im Loslassen: „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es endgültig verlieren. Wer es aber für mich einsetzt, der wird ewig leben.“

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