Der Reichtum Gottes

In unserer Gesellschaft, liebe Gemeinde, spielen Eigentum und Reichtum eine große Rolle. Unter großen Anstrengungen und unter dem Einsatz all unserer Kräfte versuchen wir reich zu werden, um so zu Eigentum zu gelangen. Ohne Zweifel gibt Eigentum und Reichtum die notwendige Sicherheit und auch ein gewisses Ansehen.

Ja, Eigentum und Reichtum machen ein schöneres Leben möglich. Wertpapiere, Immobilien, das eigene Haus garantieren uns den Wohlstand. Und damit nur ja nichts schief läuft, können wir unseren Besitz gegen alles Mögliche versichern.

Nach dem Motto: Reichtum, Eigentum und Geld, machen zwar nicht glücklich, aber sie beruhigen, danach leben wir. Reichtum und Besitz können uns ganz schön in Beschlag nehmen, so dass wir nichts anderes mehr im Sinn haben, als diese zu erhalten und zu vermehren.

So können Reichtum und Besitz uns den Zugang zu Gott total versperren. Dann werden Reichtum und Besitz zu der Wirklichkeit, auf die wir vertrauen. Gott, liebe Gemeinde, tritt dann in den Hintergrund.

Aber auf unserem Weg zu Gott aber, kommt es letztlich gar nicht auf Besitz und Reichtum an.

[TEXT]

Wird also wieder einmal unser Wohlstand schlecht gemacht, werden manche von uns denken und sich ärgern. Und das, was ich mir durch harte Arbeit erworben habe, soll mir das etwa die Lust am Leben nehmen? Muss ich denn als Christ mit schlechtem Gewissen rumlaufen, wenn ich mir ein Haus leisten kann?

Jesus, liebe Gemeinde, verachtet die Güter dieser Erde keineswegs. Auch er hatte Reiche unter seinen Freunden, wie z. B. Josef von Arimathäa und auch wohlhabende Frauen unterstützten ihn.

Ihnen allen war eins gemeinsam: Sie hielten ihr Geld und Gut nicht fest, sondern setzten es dort ein, wo es Gottes Reich und den Armen diente. Nicht der Besitz und der Reichtum regierte ihr Leben, nein, sondern Gott der Herr.

Gott der Herr, er steht an erster Stelle. Auch Jesus lebte sehr bescheiden und dennoch lehnte er Gutes nicht ab und feierte mit; er war dankbar und teilte mit anderen.

Warum dann diese harten Worte vom Reichen, der keine Chance hat in das Reich Gottes zu kommen?

Kaum jemand von uns gehört doch zu denen, die viel besitzen. Aber wir alle gehören zu denen, die Besitz haben.

Will Jesus nun, dass wir uns von unserem Besitz trennen? Will Jesus, dass wir unser Bemühen und unser Streben nach Besitz aufgeben? Ist es sein Wille, dass wir uns nichts mehr gönnen? Und ist es sein Wille, dass wir von der Hand in den Mund leben?

Wir haben von dem Konflikt gehört, in den der Mann geriet, der ein großes Vermögen hatte. Er war enttäuscht über das, was Jesus ihm sagte, und ging traurig weg.

Wie würde es uns ergehen, wenn wir unser Hab und Gut aufgeben sollten? Würden wir dann nicht auch enttäuscht weggehen?

Großes Vermögen kann uns den Zugang zu Gott total versperren. Es wird dann zu der Wirklichkeit, auf die wir vertrauen. Gott tritt dann in den Hintergrund.

In unserem Predigttext stellt Jesus Besitz und Reichtum nicht als eine widergöttliche und böse Macht hin, aber doch als eine Macht, vor der wir uns in Acht nehmen müssen, da wir sonst von ihr abhängig werden. Jesus geht es auch nicht darum, uns eine Droh-Botschaft zu vermitteln, nein, er will uns eine frohe Botschaft vermitteln.

Euer größter Reichtum ist der, den Gott euch schenkt. Gott sorgt sich um euch. Bei ihm seid auch ihr in der größten Not noch in Sicherheit. Täglich macht Gott euch reich. Er schenkt euch Leben, Freude und Kraft, sowie die Zeit Gutes zu tun, um von seinem Reichtum etwas weiterzugeben.

Wer von uns, liebe Gemeinde, diesen Reichtum erkannt hat, hat es überhaupt nicht mehr nötig an seinem irdischen Besitz zu kleben. Dankbar werden wir sein und uns nicht mehr an die Realität unseres Besitzes klammern.

Sind wir bereit, in allen Bereichen unseres Lebens Gott, den Herrn, den Vater Jesu Christi, walten zu lassen?

Wenn wir, liebe Gemeinde, allen Ernstes Christen sein wollen, dann steht nicht weniger und auch nicht mehr dieser Entschluss fest: Wir wollen, dass er, Gott der Herr, auch der Herr in unserem Leben ist. Dann werden wir frei sein und können unsere Nächste und unseren Nächsten an dem teilhaben lassen, was wir selbst empfangen haben, den Reichtum Gottes.

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