Gottes Heil bestimmt die Zukunft

Das Medium Fernsehen, liebe Gemeinde, hat bei mir seit Jahren eine Antipathie entwickelt, so dass ich im wahrsten Sinne des Wortes einen weiten Bogen um dieses Gerät mache. Es ist nicht nur bei der Tagesschau, nein, auch bei Talkshows, Spielfilmen, um nur ein paar Beispiele zu nennen, wo ich einfach nicht mehr hinsehen und zuhören kann.

Wenn mein Blick mal rein zufällig beim Vorbeigehen auf das Fernsehgerät fällt, dann bin ich schon recht tief getroffen von der Gewalt, von dem Hass und von dem Starrsinn einzelner Menschen, einzelner Gruppen und auch einzelner Parteien.

Ja, ich bin getroffen von der Unmenschlichkeit, mit der Menschen mit einander umgehen und sich gegenseitig bekämpfen. Ist es nicht grausam mit ansehen zu müssen, wie erst kürzlich in London oder im Irak die Selbstmordattentäter andere, unschuldige Menschen mit in den Tod reißen? Ganz egal, ob die einzelnen ihnen etwas getan haben oder nicht.

Und jetzt zu der Ferienzeit, die Staus auf den Autobahnen hervorgerufen durch grausame Unfälle bei denen unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen.

Wir Menschen sind die Ursache aller Not auf dieser Welt. Wir sind auch nicht bereit diese Nöte zu beseitigen, nein, wir vermehren sie nur.

Nichts von all dem, was bisher erfunden wurde, in der Absicht unser Leben zu erleichtern um eine bessere Welt zu schaffen, hat der Not in aller Welt ein Ende bereitet. Ganz im Gegenteil, die Gegensätze unter uns werden immer größer. Und die Menschheit scheut nicht mehr davor zurück einen anderen Teil auszurotten, um ihr Ziel zu erreichen.

Nein, liebe Gemeinde, ich mag einfach nicht mehr hinsehen und zuhören.

Bei allem Verständnis für unsere Abneigung an den schlimmen und brutalen Nachrichten dürfen wir unsere Augen und Ohren Gott gegenüber nicht verschließen, denn diese Nachrichten sind nicht Gottes Weg und Ziel.

Die Welt und die Menschen, die so oft bedrückt sind und ohne Vertrauen den Tag beginnen, weil es hier oft so schlimm zugeht, haben dennoch eine Zukunft. Und diese Zukunft, liebe Gemeinde, gibt ihnen Gott.

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2700 Jahre ist es etwa her, als Jesaja den Menschen damals Mut machte und ihnen erklärte, dass sie trotz allen Leids eine Zukunft haben, die ihnen Gott gibt. Jesaja redete zu Menschen, die auch nichts mehr sehen und hören wollten. Er redete zu Menschen, die keine Freude mehr am Leben hatten.

Ja, er redete zu Menschen, die ihres Glaubens wegen verachtet wurden und schlimme Demütigungen hinnehmen mussten. Jesaja redete zu Menschen, die am resignieren waren und für sich keine Zukunft mehr sahen.

Jesaja redete zu Menschen, die einfach nicht mehr hinsehen und zuhören wollten. Er bezeichnet sie als Blinde und Gehörlose. Blind und taub sind die Menschen, die die Worte der Verheißung nicht wahrhaben wollen. Sie reden zwar von Gott, wollen aber von der Auslegung der Schrift nichts wissen.

Wo stehen wir, liebe Gemeinde? Wie sehen wir in solch einem Zusammenhang unsere Erfahrungen? Können wir von uns sagen, dass Gott unsere Angelegenheiten zu den seinigen gemacht hat?

Erinnern wir uns der letzten 60 Jahre. Ich denke an unser zerstörtes Land nach dem furchtbaren Krieg. Fast alle von uns hatten immense Schwierigkeiten über Jahre hinweg ihre Frau und ihren Mann zu stehen. Einige von uns resignierten und bei vielen anderen wuchs das Bewusstsein: wir werden gebraucht, wir müssen was ändern und wir müssen mithelfen, damit alles anders wird, dass sich alles zum Guten wenden kann.

Was hat sich alles verändert in den letzten 60 Jahren? War es Gottes Werk und waren es unsere Erfahrungen mit ihm?

Der Prophet sagt uns, dass Gott nie aufhört uns nach seinem Bilde umzugestalten. Was wir nicht können, das kann und tut Gott. Alles wird sich wandeln. Natur, Gesellschaft und Gemeinde werden den Wandel durch Gottes Heil erfahren.

Mitten im Unheil schafft er Heil und an die Stelle der Ungerechtigkeit setzt er sein Recht. An die Stelle der Lüge setzt Gott die Wahrheit und vernichtet Spötter, Tyrannen, Irrlehrer und Verführer. So handelt Gott immer.

Gottes Heil bestimmt die Zukunft, nicht die Einschränkungen, die Behinderungen, die Gewalttäter und die Spötter, egal wie stark, klug oder beherrschend sie sich auch präsentieren. Eine gewandelte Welt bleibt eine realistische Hoffnung der Zusage Gottes wegen.

Die Welt behält ihre Zukunftschance, wenn sie die göttliche Kraft anerkennt und in sich wirken lässt. Dadurch erhalten wir unsere Kraft, in unvollkommenen Strukturen zu leben, Unrecht zu bekämpfen und Lasten zu tragen.

Wenn die Welt, in der wir leben noch eine Zukunft haben will, liebe Gemeinde, dann müssen wir zu anderen, zu neuen Menschen, eben zu Menschen mit und unter Gott werden.

Und wenn wir die Welt, in der wir leben, nicht ganz und gar den Menschen und ihrer Willkür und Gewalt, der Angst und Verzweifelung überlassen wollen, dann müssen wir zu anderen, zu neuen Menschen, eben zu Menschen mit und unter Gott werden.

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