Wer zu mir kommt …

Liebe Gemeinde,

seit dem Menschen existieren hat sich an ihrem Wesen nichts, aber auch rein gar nichts geändert. Zu allen Zeiten, sind sie immer das Gleiche geblieben. Wir Menschen sind immer auf der Suche nach Sättigung und Befriedigung unserer leiblichen Bedürfnisse. Sehnsüchte, die seit Anbeginn unseres Lebens vorhanden sind.

Ja, wir wollen leben. Der größte Teil der Menschheit steht heute in einem Kampf um das Leben, um das Überleben. Bei Millionen von Hungernden geht es um das Überleben.

Ein anderer Teil der Menschheit, der kleinere von uns, lebt im Wohlstand und im Überfluss. Und wir werden nicht müde uns zu fragen, wie wir noch mehr aus unserem Leben machen können.

Aber es gibt da noch eine weitere Kategorie von Menschen und zwar diejenigen, die des Wohlstandes unserer Gesellschaft überdrüssig sind und sich nach einem einfachen Leben sehnen.

Wir alle wollen Leben, das ewige Leben haben. Das ewige Leben ist, so denke ich, eine Ursehnsucht von uns und zwar seit Anbeginn unserer Existenz, die über das gewöhnliche Leben hinausgeht.

Leben, ja, jedes Leben braucht Nahrung. Unsere irdische Nahrung kann nur unser irdisches Leben erhalten. Gott aber bietet uns durch Jesus Christus eine Nahrung zum ewigen Leben an: Jesus, das Brot des Lebens. Diese, unsere tiefe Sehnsucht auf ein unvergängliches Leben soll für eine jeden und jede von uns erfüllt werden, die wir an Jesus Christus glauben.

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Schon etliche Menschen, Kaiser, Könige, sowie Diktatoren, haben uns in vergangenen Jahrhunderten Brot und Vergnügen versprochen. Doch das Ende ihrer Versprechen waren Kriege und Elend. Gegen solche Versprechen sind wir misstrauisch geworden und handeln lieber nach dem Motto: Jeder ist sich selbst der Nächste.

Wir verlassen uns lieber auf unsere eigenen Ellenbogen, statt auf fremde Versprechen. Und was dabei herauskommt, ist nicht von der Hand zu weisen. Das Ergebnis ist der Wohlstand fleißiger Ellenbogen. Und dennoch, hungern wir weiter. Wir hungern weiter nach Leben, nach Liebe, nach fernen Ländern, nach Abwechslung und Abenteuern.

Viele von uns wissen überhaupt nicht, wonach sie hungern. Sie haben alles, es geht ihnen gut und sie haben doch das Gefühl, dass sie zu kurz kommen. Denn der Mensch, liebe Gemeinde, lebt nicht vom Brot allein. Dieser sog. „Brotwohlstand“, so möchte ich diesen mal nennen, ist, so denke ich eine andere Form unseres Elends.

Diesem Elend unserer Unterernährtheit, dem Hunger nach Frieden, dem Hunger nach Versöhnung und dem Hunger nach Gott, dem stellt sich Jesus entgegen. Jesus erinnert die Juden daran, dass das Manna in der Wüste nicht das wahre Himmelsbrot war. Es war ein Zeichen, ein Hinweis auf das Wunderbare, was Gott uns schenken will. Ein Brot himmlischen Ursprungs, eine Gabe, die wahrhaftig Leben vermitteln kann.

Diese Gabe, liebe Gemeinde, liegt nicht in der Zukunft, sie ist hier und jetzt gegenwärtig, sie ist jetzt da! Es ist eine Gabe, die alles, aber auch alles in den Schatten stellt, was es bisher gab und sie übertrifft alle unsere Erwartungen.

Ob die Menschen von damals und auch wir heute das wohl richtig verstanden haben? Jesus sagt, dass dieses Brot von ganz anderer Art ist. Es ist nicht eine Gabe zur Sättigung, sondern seine Person. „Ich bin das Brot, das Leben schenkt“, sagte Jesus zu ihnen.

Alle Hilfe und alles Heil gehen von der Person Jesus Christus aus. In ihm und durch ihn hat Gott uns sein Leben mitgeteilt und schenkt uns seine Gegenwart. Gott lässt uns durch Jesus Christus an seinem Leben teilnehmen, davon leben wir.

Das ist Jesus Christus. Von ihm leben wir. Aus seiner Hand essen wir dieses allernotwendigste Lebensmittel. Es ist sein Geschenk. Er nennt dieses Geschenk: Brot.

Ja, liebe Gemeinde, dieses Brot ist Jesus Christus selbst, der aus der Ewigkeit gekommen ist und nach Gottes Willen uns allen das Leben geben kann und auch geben will. Wie wunderbar ist dieses Geschenk Gottes, dass er unser Brot sein will.

Durch das, was Jesus tut und auch sagt, will er uns mitteilen: Ich bin für euch da. Ich möchte euch nicht nur jetzt satt bekommen, sondern ich möchte euren Hunger nach Frieden, nach Freiheit und nach Freude stillen. Ja, ich möchte euren Hunger nach Geborgenheit, nach Glück, nach dem Sinn des Lebens und ebenso nach Verständnis zu eurem Nächsten stillen.

Und deshalb gebe ich euch das Brot der Liebe, das Brot der Hoffnung, das Brot der Gemeinschaft und das Brot der Vergebung und des Trostes. Dieses Brot, liebe Gemeinde, bekommen wir nicht nur für ein paar Minuten, Stunden, Tage und Monate, nein, das Brot des Lebens bekommen wir für immer. Wir können es essen, wir können es empfangen, indem wir zu Jesus Christus gehen, an ihn glauben und ihm vertrauen. Ja, davon können wir Tag für Tag leben.

Aus seiner Hand essen wir dieses allernotwendigste Lebensmittel. Im Brot der Gemeinschaft teilt sich Jesus Christus selbst mit. Hier kommt er uns nahe und er gibt uns sein Versprechen: Ich bin das Brot, das Leben schenkt“. „Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein.

Im Evangelium für den heutigen Sonntag haben wir es gehört: „Sammelt die Brotreste auf, damit nichts verdirbt“. Sie taten es und füllten zwölf Körbe mit den Resten. Soviel war von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben.

Als der Kirchenvater Augustinus einmal gefragt wurde, wie er sich dieses Wunder erklären könne, da hat er geantwortet: Von dem Brot damals essen wir heute noch.

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