Lebendiges Wasser

Liebe Gemeinde, Liebe Taufeltern,

Wasser ist bei einer Taufe unverzichtbar. Und Wasser hat zwei Gesichter: Wasser kann vernichten, Wasser kann lebendig machen. Vernichtendes Wasser haben wir bei der Flutwellenkatastrophe letztes Jahr gesehen. Vernichtend ist für einen Ertrinkenden das Wasser. Zerstörend ist ein Wasserrohrbruch in einem Haus, wenn er alle Wände feucht macht. Auf der anderen Seite kann Wasser leben schaffend sein. So wird es in unserem heutigen Predigttext verwendet, so gebrauchen wir es in der Taufe: Lebendiges Wasser ist, wenn ich eine Oase in der Wüste finde, wenn ich mich vom Staub und Dreck reinigen kann oder wenn ich an einem heißen Tag mich mit einem Schluck Wasser erfrische.

Glaube ist wie das lebendige Wasser einer Oase in der Wüste. Unser Leben gleicht manchmal einer Wüste. Da kann es sein, das wir einen leiben Menschen verloren habe, um den wir trauern. Wir fühlen uns allein, inmitten von vielen Menschen. Wir fühlen uns ausgetrocknet, wir sind in die Wüste der Trauer geraten. Eine Geschichte aus Nordafrika erzählt von einem Beduinen, der sich immer wieder der Länge nach auf den Boden legt und sein Ohr an den Wüstensand drückt. Stundenlang horcht er in die Erde hinein. Verwundert fragt ihn jemand, der ihn so auf dem Boden liegen sah: „Was machst du eigentlich auf der Erde?“ Der Beduine erhebt sich lächelnd und antwortet: „Freund, ich horche; ich horche wie die Wüste weint. Ich glaube, sie möchte gern ein blühender Garten sein.“

Wie oft ist es, wenn wir in uns hinein horchen, auch dort wüst und leer. Und wie gerne möchten wir ein blühender Garten sein. In uns allen steckt ein ungeheurer Lebensdurst. Und jeder von uns versucht seinen Lebensdurst auf seine Weise zu befriedigen. Wir wissen es ja selber aus unserem eigenen Leben, was wir schon alles ausprobiert haben, um glücklich zu werden. Da war so manche Fata Morgana dabei, die sich in Luft aufgelöst hat. Wir wollen unsere Probleme selbst lösen. Deshalb fällt uns die antwort auch so schwer, das wir sie nicht gerne hören. Unseren Lebensdurst können wir bei Jesus stillen. Jesus sagt: «Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken!»

Bei Kinder fällt uns das noch einfacher, ihr tragt sie heute zur Taufe. Das ist der erste Schritt. Der weitere Schritt wird sein, das ihr ihnen beibringt, das sie selber Füße haben und in die Gemeinde und in den Gottesdienst kommen Und wie bringt ihr ihnen das bei: Kinder lern am Besten die Dinge, die man ihnen vorlebt. Wenn wir selber Gottesdienst und Gemeinde besucht, dann werden eure Kinder es nicht schwer haben, die zu lernen.

Der Taufspruch „Der Herr segne dich und behüte dich. 4. Mose 6, 24“ heißt nicht, das den Kindern alle Wüsten des Lebens erspart sein werden. Aber er heißt, dass wenn sie mit Jesus Christus leben, dass sie wieder den Weg zu Oasen des Lebens gewiesen bekommen, an denen sie sich erfrischen können. Das hilft uns auch in der Wüste der Trauer. Jesus ruft auch ihnen zu: «Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! »Trost und Hoffnung ist, wer es möchte kann und darf es ergreifen.

Glaube ist wie das lebendige Wasser, das uns von Schmutz reinigt. Nicht alles in unserer Welt glänzt. Und auch für viele Dinge, die auf den ersten Blick toll erscheinen, gilt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ Das liegt daran, dass wir Menschen nicht perfekt sind und uns immer wieder mit unseren Fehlern herumschlagen müssen. Wenn wir das einmal erkannt haben, sind wir schon einen großen Schritt weiter. Viele Leute suchen, wenn etwas schief läuft, die Schuld bei den anderen, oder den Umständen. Das ein Teil der Schuld bei uns selber liegen könnte, wird oft übersehen. Das merken wir erst, wenn wir unser Leben in das Licht der Bibel stellen, so wie Jesus hier sagt: «Wer an mich glaubt, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt.»

Der Taufspruch „Der Herr segne dich und behüte dich. 4. Mose 6,24“ heißt nicht, dass sie in ihrem Leben nie Fehler machen werden. Aber er heißt, dass wenn sie mit Jesus Christus leben, dass sie diese Fehler vor Gott bekennen und sich vergeben lassen können.

Glaube ist wie das lebendige Wasser, eine Erfrischung an einem heißen Tag. Wenn wir an einem heißen Tag etwas trinken, dann werden wir wieder Durst haben. Wenn wir jedoch das lebendige Wasser von Jesus trinken, dann wird unser Lebensdurst gestillt sein. Jesus sagt einmal: „Wer von diesem Wasser trinkt, den wir nie mehr dürsten.“

Noch etwas anderes ist Besonders. Wer das lebendige Wasser hat, der kann es andere weitergeben. Er gleicht einem Menschen, der einem Verdurstenden in der wüste sagen kann, wo es Wasser gibt. Das ist es, was Jesus meint, wenn er sagt: «Wie ein Strom wird Leben schaffendes Wasser von ihm ausgehen.» Der Taufspruch „Der Herr segne dich und behüte dich. 4. Mose 6, 24“ heißt nicht, dass sie nie ausgebrannt und erschöpft sein werden. Aber er heißt, dass wenn sie mit Jesus Christus leben, dass sie immer wieder Erfrischungen durch den Glauben bekommen, die ihnen die kraft geben, weiter zu machen.

Lebendiges Wasser können wir ganz praktisch demonstrieren. Heute ist Muttertag, die Mütter bekommen heute am Ende des Gottesdienste eine kleine Aufmerksamkeit: „Von Herzen kommt das, was im Leben wirklich zählt.“ Es soll an das lebendige Wasser erinnern, denn das ist es, was im Leben wirklich zählt.

– die nette Aufmerksamkeit

– der freundliche Blick

– das ermutigende Wort

– das kleine Geschenk

Alles, was von Herzen kommt, macht das Leben wertvoll. Unser Herz blüht auf, wenn uns mit Liebe begegnet wird. Wer geliebt wird, ist glücklich, denn in unserem Herzen ist Sehnsucht nach Liebe tief verwurzelt. Die Liebe hat ihren Ursprung in Gott. Er kennt unser Herz in seiner jeweiligen Stimmungslage. Wie gut, dass er uns liebt und wir einen festen Platz in seinem Herzen haben. „… ich habe dich lieb“, sagt Gott. (Die Bibel: Jesaja 43, 4) Darum .. von Herzen alles Gute!

Nächste Woche ist Pfingsten. Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche durch den Heiligen Geist. So lade ich euch alle herzlich zum Geburtstagsgottesdienst der Kirche am nächsten Sonntag ein.

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