Jesus ist Sieger, Jesus lebt

Liebe Gemeinde,

von den ersten Tagen nach Ostern an wurde es versucht. Es wurde behauptet, dass das Grab nicht leer war. Da waren zuerst die Römischen Soldaten, die das Grab bewacht hatten. Ihnen wurde Geld gegeben, um das Gerücht vom vollen Grab in die Welt zu setzen. Dann waren es die Atheisten aller Zeiten, die es nicht verwinden können, das Gott mit seinem mächtigen handeln in unsere Welt eingreift. Und nun stimmen selbst eine Theologen in dien Ruf ein und merken nicht, wie sie selber den Boden unter den Füßen wegziehen. Das sich Bücherschreiber und Filmemacher dieses Themas annehmen, wunder nicht und so ist ein Film wie das „Jesus Video“ ein kleines Steinchen im Mosaik des vollen Grabes.

All diese Behauptungen haben nur einen Nachteil: sie haben keinen historischen Bericht, auf den sie sich stützen können. Alle arbeiten sie mit Behauptungen oder Verschwörungstheorien.

Wir dagegen haben einen historischen Bericht vom leeren Grab, den wir gerade als Predigttext gehört haben. Wer das leere Grab leugnet, wird sich schwer tun, einen zeitgenössischen, historischen Bericht für seine Behauptung zu finden.

Wir dagegen haben Augenzeugen, Paulus führ über 500 an. Für das volle Grab gibt es keine Augenzeugen, sieht man einmal von den bestochenen römischen Soldaten einmal ab. Warum hält sich die Theorie vom vollen Grab trotz dieser fehlenden Beweise dann bis heute? Lasst mich meine Meinung an einem Beispiel aus dem Tierreich erläutern. Das lässt sich sehr gut an Heringen studieren. Normalerweise sind Heringsschwärme führerlose Gesellschaften, in denen sich jeder beständig an den anderen orientiert, wodurch sich gleichsam nach dem Prinzip des Gemeinsinns der Kurs des Schwarms ergibt. Davon gibt es eine Ausnahme. Sieht ein Hering Futter, achtet er nicht mehr auf die anderen, sondern schießt zielstrebig auf die Beute zu und wird so vorübergehend zum Führer. Denn diese Entschlossenheit veranlasst den Rest des Schwarmes, dem Hering zu folgen und ihn damit kurzzeitig als Führer zu bestätigen.

Nun haben Wissenschaftler einen Hering, nennen wir ihn Neptun, aus dessen Schwarm genommen, ihm das Sozialisationszentrum aus dem Gehirn entfernt und wieder in den Schwarm zurückgebracht. Die Folgen waren katastrophal. Der teilgehirnamputierte Neptun kümmerte sich nun überhaupt nicht mehr um das, was der Schwarm tat, sondern schwamm, wie er gerade lustig war. Sein Schwarm aber zeigte sich von der kühnen Entschlossenheit des Hirngeschädigten derart beeindruckt, dass er ihm überall hin folgte und auch die verrücktesten Zick-Zack-Bewegungen noch mitmachte. Der Gehirngeschädigte avancierte zu einem im Heringsschwarm eigentlich nicht vorgesehenen Dauerführer.

Manche Regisseure, Bücherschreiber, Theologen, Künstler, Modezaren, Trendredakteure, Designer, Unternehmensberater, Motivations- und Managementtrainer haben es mit ähnlichen Kühnheiten ähnlich weit gebracht. Im Management großer Unternehmen führen solche entschlossenen Orientierungslosen gelegentlich in die Pleite, was aber regelmäßig mit hohen Abfindungen für die Gehirngeschädigten honoriert wird.

So schaffen es auch immer wieder Leute, die die Auferstehung leugnen und ein volles Grab behaupten, damit Aufmerksamkeit zu bekommen. Ja sie schaffen es sogar, dass ihnen die Masse folgt. Glücklicherweise wacht über der Kirche derjenige, der auch für das leer Grab gesorgt hat: Gott.

Lassen wir uns nicht von den Meinungsmachern bestimmen, halten wir uns lieber an den historischen Bericht und bekennen mit dem Chor:

<i>(Lied des Chores: Jesus ist Sieger, Jesus lebt, sein Grab ist leer, Halleluja]</i>

In den letzten Jahren hat es eine bedeutungsvolle Verlagerung gegeben. Fragen wir nach dem wichtigsten christlichen Fest, würde sicher Weihnachten die absolute spitze halten. Hätten wir die ersten Christen gefragt, so hätten sie als wichtigstes Fest Ostern genannt. Die Auferstehung war ihnen so wichtig, dass sie am Auferstehungstag, dem Sonntag, den Gottesdienst feierten. so verlagerte sich der Ruhetag vom Sabbat/Samstag auf den Sonntag.

Lasst uns von den ersten Christen lernen und wieder Ostern zu unserem wichtigsten Fest machen: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Ein Pfarrer predigte zu Ostern: »Ostern – das ist das Fest der erwachenden Natur. Gehen wir doch hinaus, lauschen wir auf das Erwachen des Lebens, wie es uns überall entgegen klingt: Das Leben siegt! – Das ist Ostern!« Ein Zuhörer bat ihn: »Würden Sie mir einen Gefallen tun?« Pfarrer: »Das kommt darauf an, was es ist.« »Ich wollte Sie gern bitten, zu meinem Freund mitzukommen und ihm das über Ostern zu sagen, was Sie mir eben erklärt haben. Freilich möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass der Mann durch eine Krankheit seine Sehkraft verloren hat. Vielleicht freut es ihn, wenn er Ihre Osterpredigt hört …« Pfarrer: »Ja, aber wenn der Mann blind ist, wie soll ich ihm da von der erwachenden Natur erzählen! Aber da fällt mir ein, der Mann ist doch wohl verheiratet und hat Kinder?« »Ja, gewiss, einen Sohn hat er.« Pfarrer: »Gut, dann gehe ich mit und will ihm sagen, dass das Leben – Ostern ist eben Fest des Lebens, wie ich es wenigstens verstehe -, dass dies Leben in seinen Nachkommen weitergeht, dass er gleichsam eine Auferstehung in seinen Kindern erlebt.« »Ach, sagen Sie das dem blinden Mann nicht. Es würde ihn bestimmt nicht trösten.« Pfarrer: »Ja, aber warum denn nicht?« »Sehen Sie, sein Sohn ist eben sein großer Kummer. Der ist – wie man so sagt – aus der Art geschlagen. Er hat krumme Sachen gemacht und sitzt augenblicklich.« Pfarrer: »Ja, aber was soll ich dem Mann denn da sagen? Da ist Ihr Freund aber auch eine ganz besondere Ausnahme.« »Sagen Sie das nicht. Es gibt mehr Leute, als Sie ahnen, die Sie wegen Ihrer Osterpredigt auslachen würden. Was übrigens meinen Freund betrifft, brauchen Sie keine Bange zu haben. Der feiert auch so Ostern. Der kennt nämlich den lebendigen Heiland. Wenn er auch blind ist, so hat er doch das Heil in Christus Jesus erkannt. – Wirklich, den brauchen Sie nicht zu trösten. Aber wenn Sie mal Trost brauchen, dann will ich Sie zu ihm führen. Der Mann weiß, was Ostern ist. Darum ist ihm geholfen, und darum kann er auch Ihnen mal in trostloser Stunde helfen.«

Ja, das ist Ostern, ist mehr als die erwachende Natur. Die Natur erwacht und stirbt wieder. Jesus Christus dagegen ist auferstanden und hat das ewige Leben. Das hilft blinden und sehenen Menschen.

Ja, Ostern ist mehr als das weiterleben in unseren Kindern und Taten. Unsere Kinder sollen wir loslassen, damit ais einmal ihre eigenen Wege gehen. Unsere Taten werden einmal vergessen sein. Was wir aber mit Jesus und für ihn gemacht haben, das Ewigkeitswert. Das hilft bei geratenen und ungeratenen Kindern.

Es führt kein Weg an Jesus vorbei, wir dürfen uns heute zurufen, der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Das ist unser Trost und unsere Hoffnung.

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