Diese Predigt ist ja ein Gedicht!

Jitro hieß der Priester in Midian,

der an seine Schafe ließ den Mose ran.

Schließlich gehörte der als Schwiegersohn

seit langem zur Familie schon.

Mose ist fleißig unterwegs,

eine kurze Pause, vielleicht ein Keks,

dann geht es weiter, nicht rasten, nicht ruh’n,

ja, so ein Hirte hat viel zu tun.

„Horeb“ heißt der Berg, an den dann kommen sie,

an anderer Stelle ist der Name „Sinai“.

Welche Bezeichnung ist nun richtig?

Es ist Gottes Berg, und das ist wichtig!

Dort sieht Mose etwas, was er noch nie geseh’n:

’Nen brennenden Busch, von dem die Zweige noch steh’n.

Das Ding brennt und brennt und lodert lichterloh,

und wird nicht kleiner – Mose staunt: „Oh!“

Er denkt: „Das muss ich mir aus der Nähe beseh’n!“

Und macht sich auf, um ranzugeh’n.

Da fängt der Busch zu sprechen an –

und ruft Mose einfach mit Namen an!

„Hier bin ich!“, sagt Mose und ist gespannt,

mit wem er jetzt wohl wird bekannt.

Nähertreten soll er, so sagt die Stimm’,

und Schuhe auszieh’n, sonst wär’ es schlimm,

denn das Land, auf dem er steht, ist heilig –

so wird’s ihm erklärt, schnell und eilig.

Und dann wird für Mose folgendes klar:

Im Busch ist Gott selber ihm ganz nah.

Und dieser Gott ist nicht weit abgehoben

thront nicht in seinem Himmel oben,

sondern ist für die Menschen seines Volkes da,

deren Leid und Kummer in Ägypten er sah.

Das Leid will er wenden,

den Kummer beenden,

und dann soll’n sie weg aus Ägyptenland,

in eine Gegend, die Gott für sie fand.

„Kanaan“ ist der Name von diesem Stück Erde,

da sollen sie hin, damit endlich wahr werde,

was Gott schon dem Abraham verhieß:

„Milch“ und „Honig“ – klingt nach Paradies.

Aber noch ist es nicht ganz so weit,

und darum schlägt Gott den Mose breit –

er soll die Leute führen ins Gelobte Land,

Gott traut ihm zu eine gute Hand.

Mose sieht die Sache anders.

„Meinst du echt, ich kann das?!“

so fragt er Gott und der sichert ihm zu:

„Ich bin mit dir – und nun gib Ruh’!“

Ein letztes Mal noch meldet sich Mose,

er hat wohl Angst, das geht in die Hose.

„Und was ist, wenn mich jemand fragt

nach dem Namen von dem, der mir das sagt?“

„’Ich werde sein, der ich sein werde’,

das ist mein Name für Volk und Herde!“

so spricht Gott zu ihm diese Worte.

„Und nun mach’ dich auf, zu Pharaos Pforte!“

An dieser Stelle endet unser Predigttext.

Wer die Geschichte kennt, weiß, es ist wie verhext:

Erst stimmt der Pharao zu und sagt: Okay!

Etwas später dann heißt es von ihm: „Nee!“

So geht es hin und her mit dem, was er sagt –

es hängt davon ab, wie stark Gott ihn plagt.

Doch weg nun von Mose, hin zu uns heute.

Was wollen die Worte von uns, liebe Leute?

Zu welchen Gedanken laden sie ein –

und für was könnte Mose ein Vorbild sein?

Gott wusste genau, wie es seinem Volk geht.

Er weiß auch heut’, wie es um uns hier steht.

So wie das Flehen, Beten damals er gehört,

so ihn auch jetzt noch unser Leiden verstört.

Wir Menschen sind ihm nicht egal,

im Gegenteil – wir sind „1. Wahl“!

Das können wir schließlich auch daran seh’n,

dass damals das Weihnachtsfest ist gescheh’n.

Im Stall in der Krippe als kleines Kind,

so legte sich Gott zu Esel zu Rind.

Bei Mose war es ein Busch, der brennt. –

Wohl dem, der Gott auch heute erkennt!

Es kann eine kleine Begegnung sein,

etwas, das berührt mir das Herze mein.

Nach langer Krankheit wieder werden gesund,

oder ein gutes Wort zur rechten Stund’.

Versöhnung, an die ich schon nicht mehr gedacht,

oder ein Kind, das aus voller Kehle lacht.

Eine Umarmung, genau zur richtigen Zeit

oder eine liebevolle Aufmerksamkeit.

Einer, der zuhört und der mich versteht,

eine, die ein Stück des Weges mit mir geht.

Von solchen Situationen gibt es viele,

und das waren jetzt nur ein paar Beispiele.

Ich wünsche uns, dass wir Gott bemerken

und dann bereit sind zu den Werken,

die er als Aufgabe für uns hat bestimmt

und uns dann – wie Mose – in die Pflichten nimmt.

Und wenn wir meinen: „Das ist viel zu schwer!“

Dann erinnern wir uns doch, bitte sehr,

dass auch Mose sich zuerst drücken wollte,

als er mit dem Pharao reden sollte.

Gott als Begleiter, damals wie heut’,

das ist meine Botschaft, liebe Leut’.

Darauf können wir trauen

und unser Leben aufbauen.

Das wollt’ ich betonen in diesem Rahmen,

nun bin ich fertig und sage:

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