Das Heil der Welt ist Gnade

Liebe Gemeinde,

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Für viele von uns ist dies ein Anlass zur Freude – und für andere ein Fest, dem sie am liebsten aus dem Wege gehen würden, weil sie der Rummel, der bereits im September begonnen hat, anwidert; – oder sie sich an diesen Tagen mehr als sonst alleine und einsam fühlen.

Der heutige Predigttext, ist der Anfang des weihnachtlichen Geschehens, der uns von der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus erzählt. Gottes Handeln wird hier kristallklar herausgestellt. Nicht wir verdienen uns das Heil, sondern Gott ist es, der es uns anbietet und auch schenkt.

[TEXT]

Ein Engel erscheint der Maria, eine einfache Frau aus dem Volk und grüßt sie mit den Worten: „Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir; er hat dich zu Großem ausersehen“! Dieser Engel verkündet die Botschaft Gottes. Er kündigt Maria an, was geschehen wird.

Gott hat Maria ausgewählt, Gottes Sohn auf die Welt zu bringen. Sie wird ihn gebären, wie jedes Kind auf dieser Erde geboren wird und sie soll ihm den Nahmen Jesus geben.

Erstaunlich dabei ist, dass die Frage der Jungfrauengeburt von Maria selbst gestellt wird: „Wie soll das zugehen? Ich bin doch mit keinem Mann zusammen“.

Jährlich kommen tausende Kinder zur Welt, die ohne Zeugungsakt, sondern durch künstliche Befruchtung entstanden sind. Jungfrauengeburten sind also möglich und keine Seltenheit mehr. – Liebe Gemeinde, bei der Jungfrauengeburt, so wie sie uns im Text geschildert wird, handelt es sich mit Sicherheit nicht um einen biologischen Vorgang. Das Wundersame an diesem Vorgang ist nicht die Geburt, sondern, der Geborene. Die Jungfrauengeburt ist eine Botschaft von einem neuen Anfang, den Gott gesetzt hat.

Das Heil der Welt kommt nicht aus einer menschlichen Werkstatt und ist auch nicht von Menschenhand erzeugt worden. Das Heil der Welt ist Gnade und ein freies Geschenk Gottes an uns. Genau das, wird uns von dem Engel ganz klar und deutlich gesagt. Jesus Christus ist wahrer Gott. Er kommt aus dem Heiligen Geist und das Heilige, was geboren wird ist der Sohn Gottes.

Gottes Liebe wurde in Christus Jesus für uns Menschen sichtbar und ebenso erfahrbar. Wie konnte das geschehen? Dies konnte geschehen, weil Gottes Ruf von Maria gehört wurde und ebenso in entsprechender Art und Weise beantwortet wurde: „Ich gehöre dem Herrn, ich stehe ihm ganz zur Verfügung“.

Das Wunder der Menschwerdung, liebe Gemeinde, geschah im Einklang von Gottes Ruf durch den Engel und der Antwort von Maria.

Auch heute kann Gottes Wort, Gottes Ruf, Gestalt annehmen. Ja, auch heute kann Gottes Liebe durch uns erfahrbar werden, wenn wir uns dem Wort und dem Ruf Gottes nicht verschließen und ihn außen vor lassen. In unserer heutigen Zeit wird Gott Mensch, wenn wir seine Liebe annehmen und diese auch weitergeben.

In Jesus Christus hat Gott für uns einen neuen Anfang gemacht und an Weihnachten lässt er uns diese Botschaft neu hören. Den Weg allerdings, wie wir an diese Botschaft und ebenso zum Glauben kommen, den schreibt Gott uns nicht vor.

Und Gott fragt uns auch nicht: Glaubst du an die Jungfrauengeburt ohne zu zweifeln? Vielmehr wird er uns fragen: Nimmst du Jesus Christus als mein endgültiges Wort, als meinen Sohn an? Bist du offen für die Erlösung, die er dir gebracht hat?

Heute, liebe Gemeinde, ist der letzte Advent. Der Heilige Abend rückt näher. Und ich denke, wir können diesen Abend nicht feiern wenn wir uns darüber nicht im Klaren sind, dass Jesus, der aus Maria geboren wurde, nicht allein von Maria und Josef ist, sondern von Gott ist.

Gottes Geheimnisse sind groß. Jesu Geburt und Tod, Anfang und Ende seines Lebens gehören dazu. Uns allen bleibt das Geschehen Jesu Christi unbegreiflich.

Maria beugte sich dem Willen Gottes: „Es soll an mir geschehen, was du gesagt hast“. Für uns hat Gott seinen Sohn gesandt, dessen Name Jesus ist, das heißt: Gott hilft. Und weil er es ist, liebe Gemeinde, hat es auch einen Sinn seinen Eintritt in diese Welt so überschwänglich zu feiern.

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