Worauf es ankommt, wenn er kommt

Liebe Gemeinde,

vor der Kanzel steht heute morgen eine Vase mit einem Strauß von dürren Zweigen. An den Zweigen finden sich bunte Friedenstauben und kleine Zettel mit wünschen. Sie stammen von der Ausstellung "Friede – Ängste – Hoffnung" letztes Wochenende beim Weihmachtsmarkt im Rathaus. Beide werden noch vorkommen, die Friedenstauben in der Predigt und die Wunschzettel im Fürbittengebet. Sie wird hier die nächsten drei Sonntag stehen und vor und nach den Gottesdiensten kann gelesen werden, was auf den Zetteln steht.

Noch etwas anderes war heute Morgen. Unsere Kinder haben wieder voller Freude eine Tür des Adventskalenders geöffnet. Seit dem 1. Dezember ist ihr erster Gang nach dem Aufstehen zu den Adventskalendern. Türen öffnen hat etwas Faszinierendes an sich. Und es wie beim Adventskalender: eine Tür die einmal geöffnet wurde geht nie mehr ganz zu, selbst wenn ich sie wieder zudrücke, bleibt sie immer einen kleinen Spalt geöffnet. Auch hier wird "eine Tür geöffnet, die niemand verschließen kann."

"Eine Tür öffnen" bedeutet, das es in Philadelphia Menschen gibt, die von Jesus hören und an ihn glauben. Das ist wie heute morgen in Hardheim, auch hier gibt es Menschen, die von Jesus gehört haben und an ihn glauben. Dort wo Menschen anfangen, an Jesus zu glauben, gibt es Gegenwind: andere Menschen versuchen die Tür wieder zuzuschlagen und ihnen den Glauben an Jesus Christus auszureden oder gar auszutreiben. Die lange Reihe reicht von den Juden und Kaisertreuen in Philadelphia über die Kommunisten in den Staaten des Ostens hin zu den Moslems in vielen islamischen Staaten. Hier gilt das Wort Jesu als Verheißung: "niemand kann sie verschließen."

Das bedeutet nicht, das die Christen in diesen Situationen besonderen Kräfte oder Glauben bekommen. Jesus sagt klar: "Deine Kraft ist klein." Auch hier können wir wieder die Zusage Jesus hören: eine kleine Kraft reicht aus, wenn du sagst mein Glaube ist klein, dann bist du bei Jesus genau richtig, es reicht ein kleiner Glaube, denn Satz geht weiter: "Deine Kraft ist klein; doch du hast an meinem Wort festgehalten und dich unerschrocken zu mir bekannt." Zwei Dinge sind es als, die zu dem kleinen Glauben dazu kommen:

Erstens das Festhalten an Gottes Wort der Bibel. Damit ich an ihr mich festhalten kann, darf sie jeden Tag in meinen Händen liegen, damit ich sie lesen kann. Weiter das Bekennen zu Jesus Christus. Es gibt heute so viele U-Boot-Christen die in der großen Masse mitschwimmen und nicht auftauchen und Flagge zeigen. Jesus macht hier dazu Mut, denn kleiner Glaube reicht dazu aus. Drei Dinge reichen für die offene Tür aus: dein kleiner Glaube, die Bibel, die dir zum Lesen gegeben ist und die Situationen, die dir Jesus schenkt, in denen du ihn bekennen kannst. Wenn wir diese drei Dinge hier in Hardheim leben, dann wird auch bei uns "eine Tür geöffnet, die niemand verschließen kann." Ja noch mehr, dann sind bereit, das Jesus zum zweiten Mal hier auf diese Erde kommen kann. Denn diese drei Dinge sind es, worauf es ankommt, wenn er kommt. Und sie sollen wir auch festhalten, so wie Jesus es hier sagt: "Darum halte fest, was du hast, damit dir niemand deinen Siegeskranz nehmen kann."

Der Adventskranz weist mit seinen vier Lichtern darauf hin, das er in vierfacher Weise ein Symbol ist. Er steht für den Siegeskranz, den Brautkranz, den Ehrenkranz und die Königskrone. Der Adventskranz ist ein Symbol für den Siegeskranz, von dem hier die Rede ist: "Darum halte fest, was du hast, damit dir niemand deinen Siegeskranz nehmen kann."

Sieger bin ich wenn ich andere Menschen gewinne und nicht wenn ich sie besiege. Wenn ich sie besiege, dann bleiben sie meine Gegner und warten nur darauf, dass sie mir eins auswischen können. Wenn ich sie aber gewinne, dann werden sie meine Freunde. In diesem sinne nehme ich auch auf, was hier im Strauß auf einer Friedenstaube steht: "Wenn ich eine Friedenstaub wäre, würde ich Krieg verhindern und alles Böse von der Welt schaffen und alle Waffen vernichten." Die erster Kerze zeigt uns den Adventskranz als Siegeskranz, der Gegner nicht besiegt, sondern gewinnt. Das ist es, worauf es ankommt, wenn er kommt. Lieber ein kleines Lichtlein am Adventskranz des Glaubens an Jesus zu sein, als ein großer Armleuchter.

Der Adventskranz ist ein Symbol für den Brautkranz: "denn sie sollen erkennen, dass ich dich liebe." Jesus ist unser Bräutigam und christliche Gemeinde ist die Braut. Hier deutlich, das wir christlichen Glauben nie befehlen können, so wie ich auch Liebe nicht befehlen kann. Wir werden christlichen Glauben auch nicht beweisen können, genauwenig wie ich Liebe beweisen kann. Liebe wächst und Liebe zeigt sich in unserem Handeln, einen anderen Befehl oder Beweis gibt es nicht, als das Liebe wächst und zeigt sich, hier will ich auch den Strauss vor der Kanzel zitieren: "Wenn ich eine Friedenstaube wäre würde ich den Armen einen Platz geben, an dem sie gebraucht und geliebt werden." Die zweite Kerze zeigt uns den Adventskranz als Brautkranz, der unsere Liebe zu Jesus wachsen und tätig sein läßt. Das ist es, worauf es ankommt, wenn er kommt. Lieber ein kleines Lichtlein am Adventskranz des Glaubens an Jesus zu sein, als ein großer Armleuchter.

Der Adventskranz ist ein Symbol für den Ehrenkranz: "Denn wer durchhält und das Böse besiegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen; er wird dort immer bleiben." Vielen berühmten Leute wurde schon ein Denkmal gesetzt. Manche davon stehen noch, die meisten der Denkmäler sind jedoch schon dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und keiner erinnert sich mehr an sie. Deswegen sollen wir nicht vor Menschen, sondern bei Gott Ehre sammeln. Das ist dann ein Denkmal, das alle Zeiten überdauert. Wer sich die kleine Kraft des Glauben von Gott schenken lässt, der kann durchhalten und wird zur Säule am Tempel Gottes. Das ist Gottes Geschenk, darum dürfen wir auch darauf hoffen und können auch unmögliches erwarten, so wie es Strauss steht: "Wenn ich eine Friedenstaube wäre, würde ich Bin Laden zu einem netten Menschen machen und den Menschen auf der Flucht in Afghanistan helfen." Die dritte Kerze zeigt uns den Adventskranz als Ehrenkranz, einer Ehre bei Gott, die unvergänglich ist. Das ist es, worauf es ankommt, wenn er kommt. Lieber ein kleines Lichtlein am Adventskranz des Glaubens an Jesus zu sein, als ein großer Armleuchter.

Der Adventskranz ist ein Symbol für den Königskrone: "Und er soll den Namen meines Gottes tragen und wird ein Bürger des neuen Jerusalem sein, der Stadt, die Gott selbst auf dieser Erde errichten wird. Auch meinen eigenen neuen Namen wird er erhalten." Der Kranz war damals der Hauptgewinn bei einer sportlichen Veranstaltung. So können wir ihn durchaus mit der Goldmedaille vergleichen. Fügen wir beides zusammen, so wird aus dem Adventskranz die Königskrone. Diese Krone wird Jesus von Gott verliehen, wenn er zum zweiten Mal auf diese Erde kommt. Nicht nur das Jesus der Herrscher und König dieser Welt sein wird, nein er hat versprochen, das alle, die zu ihm gehören, mitregieren dürfen. Wir werden also einmal mit Jesus in Gottes neuer Welt herrschen. Dieses Friedensreich Gottes sehnt die Friedenstaube herbei: "Wenn ich eine Friedenstaube wäre, würde ich dafür sorgen, das alle Menschen sich vertragen und es keine Armen mehr gibt." Die vierte Kerze zeigt uns den Adventskranz als Königskrone, das Zeichen das die Menschen, die zu Jesus gehören, einmal mit ihm regieren dürfen. Das ist es, worauf es ankommt, wenn er kommt. Lieber ein kleines Lichtlein am Adventskranz des Glaubens an Jesus zu sein, als ein großer Armleuchter.

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