Wie ein mächtiger Held

Liebe Gemeinde,

hier schüttet Jeremia Gott sein Herz aus und legt ihm seine innersten Gefühle offen. Er hat das Gefühl, dass Gott ihn überredet und ihn bei den Leuten zum Spott gemacht hat wegen der Botschaft, die er von Gott ausrichten soll. In aller Treue hat er sie vor Krieg und Gewalt gewarnt, die als Gottes Strafe kommen werden, wenn die Menschen nicht von ihren falschen Wegen umkehren. Aber sein Lohn besteht nur in ihrem Hohn und Spott. Mutlos geworden denkt Jeremia daran, Gottes Worte nicht weiterzugeben, um so der Verfolgung zu entgehen. Aber als er das tut, brennt Gottes Wort in seinem Herzen wie ein Feuer, so dass er es gar nicht für sich behalten kann. Jeremia will seinen Dienst niederlegen, weil die Menschen sich gegen ihn verschworen haben. Die Botschaft, das etwas Schreckliches kommt, die er selbst ständig verkündigt, fällt nun auf ihn zurück. Selbst seine Freunde laueren darauf, ob er fällt, indem er etwa eine falsche Vorhersage macht, so dass sie sich an ihm rächen können als an einem falschen Propheten. Jeremia fährt in seinem Gebet fort, indem er sein Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringt. Er fordert Gott auf, ihn zu rächen. Auch wenn er sich von Gott betrogen fühlt, erkennt er doch, dass Gott bei ihm ist wie ein mächtiger Held. Da der Herr auf der Seite Jeremias kämpft, ist er sicher, dass die, die ihn jetzt noch verfolgen und verspotten, fallen und letzten Endes zuschanden werden. Jeremia tritt für die Wahrheit Gottes und wart vor Krieg und Gewalt als Folge, das sich die Leute von Gott abgewandt haben und erfährt gerade deswegen Gewalt von Menschen gegen ihn. So kann es bis heute Menschen gehen. Im Konfirmandenunterricht haben wir uns darüber unterhalten, welches Thema wir im Gottesdienst einmal behandeln sollen. Eines der Themen, das dabei am häufigsten genannt wurde, war Krieg und Gewalt. So wollen wir heute in der Predigt die Frage behandeln, was Gott zu Krieg und Gewalt sagt.

Gehen wir zuerst einmal der Frage nach, warum es Gewalt und Krieg gibt? Wie der aktuelle Kinofilm "Das Experiment" zeigt, steckt das Böse tief im Menschen. Es scheint nur ein Spiel. Die Teilnahme ist freiwillig. Was soll daran gefährlich sein? Nichts, bis auf – das Böse im Menschen. Der Mensch ist im Innersten böse. Er funktioniert wie ein Automat. Nach außen hin tarnt er sich als soziales Wesen, aber unter der dünnen Schicht aus Moral und Fortschrittsglauben lauert die uralte Sünde, die nur einem Ziel dienen: dem Überleben der eigenen Person. Fressen oder gefressen werden. Der Film schildert ein Experiment an einer Universität. 20 Männern werden zufällig in Wärter und Gefangene eingeteilt und sollen zwei Wochen lang ihre Rolle spielen. Aber aus dem Spiel wird bitterer Ernst. Allein durch die Umstände werden sanfte Männer zu den Mördern ihrer Peiniger und unterdrückte Menschen gebrauchen ihre Macht. Solche psychologischen Experimente zeigen uns, das nur geringer Dinge bedarf, dass Menschen jegliche Mitleidfähigkeit verlieren und im blinden Gehorsam Gewalt üben. Krieg und Gewalt gibt es, seit der uralten Sünde als Adam und Eva gemeint haben, sie können für sich selber, ohne Gott über ihr Leben entscheiden. In dieser Grundentscheidung hat jeglicher Krieg und Gewalt begonnen. Was hast das aber mit heute zu tun. Lasst mich das an einem zweiten Film zeigen, der gerade im Kino läuft: Hannibal Warum hat ein Kino-Film wie "Hannibal" soviel Erfolg. Doch ich will zuerst die Frage beantworten, die die Konfirmanden mir diese Woche gestellt haben: Ob ich im Film war?

Ich war nicht im Film und werde ihn mir auch nicht antun, denn das was ich über ihn gelesen und gehört habe, weckt in mir nicht das geringste Interesse daran. Warum rede ich trotzdem darüber? Weil der Erfolg des Films ein Schlüssel, dafür ist, das wir das mit der Gewalt richtig verstehen. Menschen, die diesen Film gesehen haben sind gleichzeitig fasziniert und angeekelt von der Gewalt dieses Filmes. Hier gilt das Wort "Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust" Und hier in diesem Film darf man die böse Seele, zumindest in Gedanken, einmal richtig ausleben. Aber schon das ist gefährlich, den Gedanken führen zu Worten und Worte führen zu taten. Das ist einer der Gründe, warum ich mit den Film nicht ansehe. Denn diese beiden Seiten wohnen in beiden Menschen. Und ich kann es mit zwei Tieren vergleichen. Welchem Tier gebe ich Nahrung. Wenn ich mir eine Film wie Hannibal, oder Horrorfilme, oder Gewaltfilme ansehe, dann gebe ich dem bösen Tier in mir Nahrung und es wächst. Wenn ich mich mit Gottes Wort beschäftige und was der christliche Glauben in meinem Leben Gutes tun kann, dann gebe ich dem guten Tier in mir Nahrung. Ein Stück weit liegt es also an mir, von was ich mich prägen lasse. Wenn wir das gesagt auf ein weiteres Thema an, das von euch Konfirmanden kam: "Gewalt in und nach der Schule". Wenn solche Filme im Kino kommen und wenn ihr Euch überlegt, wie viele Morde du im Fernsehen siehst, warum wunderst du dich, das es Gewalt in der Schule gibt. Das Wunder ist vielmehr, wenn es keine Gewalt gibt in der Schule und die Schüler lernen, ihre Konflikt auf eine gewaltfreie Art und Weise zu lösen. Deswegen werden in der Realschule auch neue Wege gegangen und mit "Zoff Solution" wird versucht Streit und Probleme gewaltfrei zu lösen. Ältere Schüler lassen sich schulen und helfen jüngeren Schülern ihre Probleme ohne Streit und Gewalt zu lösen. Hier wird dem guten Tier im Menschen Nahrung gegeben und dem Bösen Nahrung entzogen. Bei "Zoff Solution" geht es darum andere Menschen zu akzeptieren, sich untereinander zu verständigen und die Mehrheit bei demokratischen Abstimmungen zu anzuerkennen. Das ist ein wichtiger Ansatz, der dabei helfen kann, das Schule friedlicher wird, das Grundproblem wird dadurch leider nicht gelöst. Und hier stehen wir an der Frage, warum jeremia so angefeindet und von den Menschen verfolgt wurde.

Warum ist es so gefährlich Gottes Worte über Krieg und Gewalt weiterzugeben? Das liegt am Ansatzpunkt von Gottes Wort: Gottes Wort setzt bei mir an, und will mein Herz, zu Krieg und Gewalt verändern. Der einzige Mensch, den ich ändern kann, bin ich selber. An der Stelle, wo ich mich ändern soll, fühle ich mich angegriffen und gehe zur Verteidigung oder Angriff über. So kommt es, das Gottes Botschaft von Frieden und Versöhnung, manche Menschen noch aggressiver und gewaltbereiter macht. Und hier stehen wir vor dem erstaunlichen: Die Botschaft von dem Frieden und der Liebe Gottes in Jesus Christus ruft zwei ganz unterschiedliche Reaktionen hervor: Wer sie ablehnt, der wird noch aggressiver und angriffslustiger. Wer sie aber annimmt, der erfährt Gottes Frieden inmitten von Krieg und Gewalt Was sagt Gott wie lange es Krieg und Gewalt geben wird? Aufhören wird die Spirale das Bösen erst in Gottes neuen Himmel und neuer Erde. Erst dann wird Gott den Drachen Gewalt und Krieg endgültig besiegen, so wie im Bild zum Ausdruck kommt, das Sandro sich ausgesucht hat. Dein Sieg gegen krieg und Gewalt ist Gottes Sieg Denn jede eigene Gewalt oder Vergeltung würde die spirale des Bösen weiter antreiben und dem bösen Tier in dir Nahrung geben.

Was kann ich gegen Krieg und Gewalt tun? Der einzige Mensch, den ich ändern kann, bin ich selber. Ich kann anfangen mit meinen Mitmenschen friedlicher umzugehen. Wir brauchen uns nicht schämen, den Glauben offen zu leben. Das sehen wir am Beispiel Jeremias. Er hat sich trotz aller Widerstände gegen Krieg und Gewalt eingesetzt und so der Spirale des Bösen gewährt und dem guten Tier Nahrung gegeben. Aber es wurde deutlich, dass er Gewalt und Krieg nicht aus der Welt schaffen konnte. Doch wen wir auf Gottes Seite stehen, dürfen wir uns in allen, auch wenn wir Gewalt erleiden, auf Gottes Zusagen verlassen: Aber du, Herr, stehst mir bei wie ein mächtiger Held!

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