Weihnachten ist High Noon der Weltgeschichte

Liebe Gemeinde,

wenn beide Zeiger der Uhr oben sind, ist High Noon, zeigen sie auf die Mitte des Tages. Wenn Weihnachten ist, zeigt es auf die Mitte der Zeit. Das merken wir schon daran, dass wir nach der Geburt Christi unsere Zeit messen. Wir trennen die Jahre in die vor und die nach Christi Geburt. Besser als damit kann das nicht ausgedrückt werden, was Paulus meint mit der von Gott festgesetzten Zeit. Die Zeit war reif dafür, dass Jesus kommen konnte. So reif, das wir unseren Kalender nach diesem Kommen berechnen. Aber wozu ist Jesus gekommen? Was bedeutet es, das wir Weihnachten feiern? Das wir Geschenke bekommen? Schauen wir hin, was Paulus schreibt:

4, 5a Er sollte uns befreien, die wir Gefangene des Gesetzes waren … In Deutschland passt die Bedeutung des Weihnachtsfestes und die Zeit, in der es gefeiert wird, recht gut zusammen. Wir haben gegenwärtig die kürzesten Tage, viel Nacht und wenig Tag. So sah es aus, als Christus auf Erden erschien; so sieht es noch überall und in jedem Herzen aus, wo noch nicht Jesus als der menschgewordener Gott eingezogen ist. Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker und die Herzen. Es ist Winter in den Herzen, bevor die Sonne der Gerechtigkeit darin aufgeht. Aber die Sonne des Lebens hat sich der Menschheit zugewandt. Wie nach Weihnachten die Sonne von Tag zu Tag wieder länger am Himmel steht, weil der kürzeste Tag schon vorüber ist. So hat sich in Jesus Christus die Sonne Gottes der Welt zugewandt, die alles beleuchtende, erwärmende Sonne, ohne die alles tot ist erstarrt in Sünde und Schuld und darin gefangen bleibt. Das ist es was Paulus meint, wenn er schreibt: „Er sollte uns befreien, die wir Gefangene des Gesetzes waren" Wir kennen die Gesetzte, z.B. die „Zehn Gebote". Das Gesetz ist gut und wir wollen es sogar halten. Und trotzdem scheitern wir immer wieder daran. Das ist die Gefangenschaft des Gesetzes. Es ist uns gegeben, damit wir uns daran orientieren können. Aber wenn wir uns daran orientieren, merken wir immer wieder, wie wir in der Schuld gefangen sind, wie sehr wir daran scheitern. Das Gesetz ist uns dazu gegeben, damit wir unser Scheitern erkennen, das wir merken, wir können Gott nichts bringen. Christus hat uns erlöst: durch sein Leben hat er uns gezeigt, wie uns das Gesetz zum Leben dient: indem er uns die Last der Vergangenheit befreit, damit wir neu anfangen können. Und zwar so neu, wie wenn wir neu geboren würden. Zu einem Kind meiner Eltern werde ich durch die Geburt. Zu einem Kind Gottes werde ich durch die Neugeburt, den Glauben an Jesus Christus. Und hier spricht Paulus davon, wie ich ein Kind Gottes werden kann: durch Neugeburt.

4, 5b damit Gott uns als seine Kinder annehmen konnte … Es ist eines der unbegreiflichen Wunder, dass der heilige und allmächtige Schöpfer und Herr des Universums gleichzeitig unser Vater sein will. Wir dürfen ihn „lieber Vater nennen, wörtlich steht da „Abba", was ein Kosename ist und etwa mit „Papa" übersetzt werden kann. Schon dieser Name drückt aus, dass Gott keine formelle Geschäftsbeziehung, sondern ein herzliches, inniges Verhältnis mit uns haben will. Wir können jederzeit und gerade so wie wir sind, zu ihm kommen. Er freut sich, wenn wir uns im Gebet an ihn wenden. Er will keine zurechtgemachten Gebete, sondern ehrliche; er will keine wohlformulierten Sätze, sondern aufrichtige. Wir dürfen zu ihm sprechen, wie mit unserer besten Freundin oder unserem besten Freund. Das augenscheinlichste, was ein Kind von einem Gefangenen unterscheidet, ist die Freiheit. Wer sagt: eigentlich bin ich doch ein guter Mensch, ich lebe ordentlich, ich tue recht und scheue niemand, ich zahle pünktlich meine Steuern, auch die Kirchensteuern, spende für „Brot für die Welt" oder „Hilfe für Brüder". Gott muss mich doch gut finden. Der ist ein Gefangener seiner Wünsche und Vorstellungen. Wer dagegen weiß, dass er den Anforderungen Gottes nicht genügen kann, weil er Fehler macht, weil er schuldig wird, aber gleichzeitig auch weiß, dass er in Jesus diese Schuld vergeben bekommt, der wird frei und ein Kind Gottes. Die Instanz, die das wirkt, ist der Geist Gottes.

4, 6 Weil ihr nun seine Kinder seid, schenkte euch Gott seinen Heiligen Geist, denselben Geist, den auch der Sohn hat. Deshalb dürft ihr jetzt im Gebet zu Gott sagen: «Lieber Vater!» … Der Heilige Geist, ist die Person Gottes, die uns gewiss macht, dass es Gott gibt, er macht uns wie ein Diener in dreifacher Weise das Wirken Gottes klar: Ein König sagte zu seinem Diener, der Christ war: »Ich will Gott sehen!« Der antwortete: »Schau in die Sonne!« – »Soll ich blind werden?« fragte er empört. Der Diener antwortete: »Darum hat sich Gott verhüllt in ein Kind. Dort kannst du ihn sehen.« Der König fragte weiter: »Was macht Gott?« Der Diener antwortete: »Lass uns die Kleider tauschen.« Nach anfänglicher Ablehnung gab der König nach. Welch ein Bild: der König in Lumpen und der Diener in königlicher Amtstracht! »Das macht Gott«, antwortete der Diener. Der König fragte weiter: »Warum tut das Gott?« Der Diener überredete den König zu einer Bootsfahrt. Während der Fahrt warfen zwei Mitfahrer eine Puppe in den Kleidern der Königstochter aus dem Boot. Ohne zu zögern sprang der König aus dem Boot. Seine väterliche Liebe ließ ihn so handeln. Die Antwort des Dieners war: »Darum tat das Gott.« Damit wir Gott begreifen und sehen, ohne Schaden zu nehmen, kam Gott als Kind in der er Krippe. Hier werden wir nicht von der Größe Gottes erschlagen, sondern Gott macht sich in seiner großen Gnade klein, damit wir ihn in Jesus Christus sehen können. Gott weiß, das wir ihm nichts bringen könne, er schenkt uns, was wir zu einem neuen Leben brauchen. Er nimmt unsere schmutzigen Kleider der Schuld und zieht uns neue Kleider an. Gott möchte nicht, das wir Gefangene der Schuld sind. Und er springt selber in das Meer der Schuld, um uns vor dem Ertrinken zu retten. Damit wir die drei Dinge begreifen, hat Gott seinen Geist in die Welt geschickt.

4, 7 Ihr seid nicht länger Gefangene des Gesetzes, sondern Kinder Gottes. Und als Kinder Gottes seid ihr auch seine Erben, denen alles gehört, was Gott versprochen hat … Was es bedeutet ein Erbe zu sein, macht uns folgende Geschichte deutlich: Ein Richter lag im Sterben. Als sein Pfarrer ihn besuchte, fragte ihn der Kranke: »Wissen Sie, was es heißt, Miteigentümer zu sein?« – »Nein«, erwiderte dieser, »von Gesetzen verstehe ich nicht viel, dafür aber ein bisschen mehr vom Glauben und der Gnade.« – »Nun, so groß ist der Unterschied nicht«, fuhr der Sterbende fort, »wenn Sie und ich gemeinsam Besitzer einer Farm wären, könnte ich nicht zu Ihnen sagen: ‚Dieses Feld gehört Ihnen und jenes gehört mir; die Wiese dort gehört Ihnen und diese ist mein‘, sondern das ganze Areal und alles, was darauf wächst, würde uns gemeinsam gehören. Darüber habe ich heute nachgedacht, und das hat mein Herz mit unaussprechlicher Freude erfüllt. Alles, was Jesus Christus besitzt, gehört auch mir; alles, was er hat, ist auch mein, und wir werden in alle Ewigkeit in gleicher Weise an allem teilhaben.« So ist es auch im Glauben, wer Kind Gottes ist, wer zu Jesus Christus gehört, der ist Miteigentümer. alles was Jesus Christus hat, alles das gehört auch ihm und wird er Himmel auch bekommen. Alles das hat Jesus verlassen, um auf die erde zu kommen. Das sollen sich mal alle die überlegen, die sagen: über alle dem Leid, das es in der Welt gibt, kann ich an Gott nicht glauben. Jesus Christus ist ja gerade in das Leid der Welt gekommen, hat seine Herrlichkeit verlassen damit wir leben können. Weihnachten heißt nicht nur nett zueinander sein. Dazu habe ich 364 Tage im Jahr Zeit, dass ich nett zu meinen Mitmenschen bin. Weihnachten heißt, die Kosten zu bedenken, die es Gott gekostet hat, damit du sein Kind werden kannst. Und das ist das größte Geschenk, dass du jemals bekommen kannst.

Weihnachten hat also etwas mit Geschenken zu tun. Und vor allem mit dem einem Geschenk Gottes Durch seinen Sohn Jesus Christus, der Mensch wurde, schenkt er uns Gefangen der Schuld die Freiheit und macht uns zu seinen Kindern.

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