Von der Freiheit, den Glauben weiterzusagen

Liebe Gemeinde,

als Christen sind wir alle aufgefordert, die gute Botschaft des Glaubens weiterzusagen. Paulus ist überzeugt, fest davon überzeugt, dass die Botschaft von Jesus Christus die beste Botschaft der Welt ist. Es gibt nichts, das besser und freudiger ist. Deshalb will er sie allen und jeden weitersagen. Ich will diese gute Botschaft in vier kurzen Sätzen zusammenfassen:

Du bist wertvoller, als du annimmst.
Du bist verkehrter, als du es wahrhaben willst.
Du bist geliebter, als du es weißt.
Gott hat mehr mit dir vor, als du dir träumen lässt.

Du bist wertvoller, als du annimmst. Wir sind nicht nur ein Staubkorn im Universum, sondern Gott kennt jeden einzelnen von uns. Er hat uns gewollt und bis heute nicht vergessen. Darum sind wir, jeder von uns, unendlich wertvoll.

Du bist verkehrter, als du es wahrhaben willst. Wir schieben unsere Schuld gerne auf andere ab. Das Elternhaus ist schuld, die Schule ist schuld, die Gesellschaft als ganzes ist schuld. Und wir sind die Opfer. Aber Gott kennt jeden einzelnen von uns. Er kennt uns als seine Kinder und stellt dabei eine Verkehrtheit und Undankbarkeit fest, für die es keine Entschuldigung gibt. Wir wollen unser Leben selbst gestalten und haben Gott nicht gewollt. Und oft sehen wir das nicht ein und geben nicht zu, dass wir nicht so sind, wie Gott uns haben will. Doch wir können sie zugeben, denn:

Du bist geliebter, als du es weißt. Trotz unserer Schuld liebt uns Gott und zwar jeden einzelnen von uns. Er liebt uns so sehr, dass Gott in Jesus selbst zu uns auf unsere Erde kam. So zeigte er uns seine Liebe und aus dieser Liebe ging er für uns in den Tod und hat unsere Verkehrtheit getragen.

Das wird auch im Taufspruch von Michelle deutlich: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen. (1. Mose 26,24) Gott hat mehr mit dir vor, als du dir träumen lässt. Gott hat mit unserem Leben mehr vor, als wir meinen. Das erkennen wir, wenn wir mit Jesus leben und von ihm weitererzählen. Das wird im Taufspruch von Kim gesagt: Lasst Euch von niemand das Ziel verrücken. Kolosser 2,18

Paulus fragt uns, ob uns unser Glaube so wichtig ist, ob er unser Leben so sehr prägt, dass wir ihn weitersagen wollen. Denn wenn wir von Jesus und dem Glauben an ihm überzeugt sind, dann wollen wir davon weitererzählen. Wir selbst wollen sie freudig und mit gutem Herzen weitergeben.

Der Glaube ist kein Schicksal, das über mich kommt. Gott will uns überzeugen. Und wenn wir auf die gute Botschaft sehen, kann er uns auch überzeugen, dass Jesus Christus die wichtigste Sache auf dieser Welt ist. Denn:

Du bist wertvoller, als du annimmst.
Du bist verkehrter, als du es wahrhaben willst.
Du bist geliebter, als du es weißt.
Gott hat mehr mit dir vor, als du dir träumen lässt.

Und aus diesen vier Dingen heraus folgt Freiheit. Oft haben wir eine falschen Vorstellung davon, was Freiheit bedeutet. Freiheit heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will. Das ist keine Freiheit. Denn wenn ich tue und lasse was ich will, dann bestimmen mich meine Gefühle, meine Begierden und die Umstände. Ich bin wie ein Blatt im Wind, das sich dreht und wendet. Und ich bin nicht frei, sondern ein Sklave meiner Gefühle, meiner Begierden und der Umstände.

Freiheit dagegen bedeutet, dass ich mir aussuche, an wen ich mich binde. Freiheit heißt, dass ich mir über die Maßstäbe klar werde, die mich bestimmen. Und da bin ich von einem überzeugt: wahre Freiheit gibt es nur, wenn ich mich an Jesus Christus binde. Wenn ich vom Glauben an ihn überzeugt bin.

Luther hat das einmal auf den Punkt gebracht. Er vergleicht den Menschen mit einem Reittier, dass entweder von Jesus Christus oder vom Teufel geritten wird. Und nur wenn mein Reiter Jesus Christus ist, bin ich wirklich frei.

Von dieser wahren Freiheit, die sich an Jesus Christus bindet schreibt Paulus: "Ich bin also frei und von niemandem abhängig. Aber um möglichst viele für Christus zu gewinnen, habe ich mich zum Sklaven aller Menschen gemacht."

Wenn ich überzeugt bin, dass Jesus die beste Botschaft der Welt ist, dann versuche ich möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen. Dazu schränke ich meine Freiheit ein. Ich kann auf die Menschen Rücksicht nehmen, mit denen ich in zusammenlebe.

Wenn wir für ältere Menschen einen Gottesdienst gestalten, nehme wir auf die gewohnten Formen Rücksicht.
Wenn wir Gottesdienste für jüngere Menschen anbieten, versuchen wir sie ansprechend und aktuell zu gestalten.
Wenn wir einen Gottesdienst wie heute gestalten, in dem beide Gruppen anwesend sind, werde ich beides verbinden. Alte und neue Elemente werden in ihm vorkommen, alte und neue Lieder, alte und neu Text. Fröhliches und trauriges, alles kommt darin vor.

Ein weiteres Beispiel ist, dass die Kirche bisher davon ausgegangen ist, dass die Leute zu ihr kommen. Nun kommen nicht mehr alle, denn selbst wenn nur 20% all unserer Gemeindeglieder kämen, würde unsere Kirche bei weitem nicht reichen. Also müssen wir wieder anfangen zu den Menschen zu gehen. Wir müssen die Freiheit haben, den Menschen ein Stück weit entgegenzukommen. Menschen für den Glauben zu gewinnen, bedeutet für uns heute: jeder einzelne von uns, soll sich aufmachen zu den Menschen unserer Gemeinde. Wir treffen jeden Tag viele Menschen, die zu unserer Gemeinde gehören, in der Schule, bei der Arbeit, beim Einkaufen und im Ort.

Und da wir wirklich die beste Botschaft der Welt haben – davon können wir überzeugt sein – können wir sie überall weitererzählen. Denn es stimmt doch, was im Taufspruch von Michelle geagt wird: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen. 1. Mose 26,24 Denn Jesus ist ein tragfähiger Grund für jedes Leben, für dein Leben, mein Leben und das Leben jeden Menschen. Dann kennen wir auch das Ziel, auf das unser Leben hinführt, worauf uns der Taufspruch vom Kim hinweist: Lasst Euch von niemand das Ziel verrücken. Kolosser 2,18

Denn wer Jesus als Grundlage seines Lebens hat, der kann die Worte mitsprechen, die auf dem Grab von Martin Luther King stehen. Dort auf Martin Luther Kings Grab kann man lesen: "Frei – endlich frei!" – frei von Schuld und Tod. Denn er war überzeugt, dass Jesus Christus die wichtigste Sache der Welt ist. Und dann trägt dies in Leben und Sterben. Wer Gottes Kind ist, wen Gott frei gemacht hat, für den sind die Worte Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub, nicht die letzten Worte. Sondern selbst der Tod führt ihn zur Freiheit bei Gott. An diese Freiheit wollen wir denken, wenn wir nachher an eine Menschen denken, von dem wir in dieser Woche endgültig Abschied genommen haben. Hier sehen wir, das in allem, in dem Guten und in dem schweren Gottes Segen liegen kann, so wie hier heißt: "Dies alles tue ich für das Evangelium, damit auch ich Anteil an dem Segen erhalte, den es verspricht."

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