Lebendige Hoffnung

Am letzten Sonntag haben wir Ostern gefeiert. Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Damit hat Gott ein für allemal gezeigt, dass der Tod eben nicht das letzte
Wort hat.

Aber wenn man die tiefere und weiter reichende Bedeutung der Auferstehung Jesu erklären soll,
fehlen einem schnell die Worte.

Wenn man aber ein Bild verwendet, wird die Sache meistens schon etwas einfacher. [Bild zeigen: => Glasampullen Impfserum]

Auf dem Bild sieht man medizinische Glasampullen, die irgendein Arzneimittel oder Impfserum enthalten. Was da genau drin ist, steht auf dem Etikett.

So ähnlich geht es uns auch mit Ostern. Wir wissen dass es gut ist, und dass es uns hilft. Auf dem Etikett steht auch drauf: „Jesus ist vom Tod auferweckt wortden. Der Tod ist besiegt!". Aber wie wendet man das nutzbringend und heilbringend an? Geht es uns damit nicht so ähnlich wie mit den
Glasmpullen, in denen irgendein Impfstoff oder ein Medikament enthalten ist? Wir können zwar auch als Laien das Etikett lesen, aber deshalb haben wir noch längst nicht verstanden, wie man den Inhalt anwenden muss, damit er die richtige Wirkung entfaltet.

Also lesen wir am besten in der Gebrauchsanleitung zu Ostern nach.

[TEXT]

Ich geb’s zu: Bei dieser „Gebrauchsanleitung" ist es genauso wie mit vielen anderen
Gebrauchsanleitungen aus dem täglichen Leben auch: Man muss es ein paar mal lesen, und alles genau
durcharbeiten, um zu verstehen, wie es gemeint ist.

Der zentrale Punkt ist die lebendige Hoffnung.

Diese Hoffnung ist so lebendig, dass sie über den Horizont unseres eigenen Lebens weit hinausgeht. Es ist heilsam, einmal darüber nachzudenken, wieviele Hoffnungen in unserem Leben enttäuscht
wurden, bzw. tot sind. Unsere Hoffnungen bewegen sich meist in einem sehr engen Rahmen. Und sie
verfliegen schneller als sie gekommen sind. Was hat sich denn erfüllt von den Hoffnungen der Menschen [von] vor 300 Jahren? Was wird man wohl einmal in 300 Jahren sagen von den Hoffnungen, die die Menschen damals um die Zeit der Jahrtausendwende so sehr bewegt und aufgeregt haben? Haben unsere Hoffnungen eine weitere Auswirkung als bis morgen oder bis zur nächsten Woche, oder bis in zwei Jahren?

Die Hoffnung, von der hier im 1. Petrusbrief die Rede ist, erleben wir erst am Ende eines Weges, bei dem man einige unverzichtbare Stationen durchläuft.

1. Das Erbarmen Gottes (unseres HERRN)
„Erbarmen" ist ein altes Wort dafür, dass sich jemand einem anderen zuwendet, um ihm zu helfen. Und dieser Andere hat die Hilfe nicht verdient. Es wäre sogar gerecht, dem Betreffenden nicht zu helfen. Aber um der Not der Situation willen, und weil es sonst keinen Ausweg aus der verfahrenen Situation gibt, deshalb hilft man dem in Not Geratenen, denn sonst würde eine katastrophe eintreten, oder es
wäre der sicherere Untergang des Beterffenden. Diese Art von unverdienster Hilfe nennt man dann
„Erbarmen".

Mit diesem Erbarmen wird Gott schon im AT beschrieben. Zum Beispiel bei Hosea. Denn obwohl Gott
allen Grund hätte in gerechtem Zorn zuzuschlagen, tut er genau das NICHT! Nicht der gerechte Zorn Gottes entbrennt über sein untreu gewordenes Volk, sondern die Barmherzigkeit Gottes entbrennt förmlich!

Hos 11, 8-9: " 8 Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern, Israel? … Mein Herz
ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. 9 Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir und will nicht kommen, zu verheeren."

Genau so beschreibt Pls das Erbarmen Gottes auch in Eph 2, 4-7(-8) [=> lesen]

Am Anfang steht also die Barmherzigkeit Gottes, mit der er sich uns zuwendet. Was bewirkt diese Barmherzigkeit Gottes? Das ist:

2. Wir sind: neu geboren durch die Auferweckung Jesu Christi von den Toten
Das muss man erklären. Denn wir haben hier dieses eigenartige Gegensatzpaar von geboren werden <=> Tod. Auf der einen Seite heißt es: „Er hat uns…. neu geboren", und auf der anderen Seite kommt die
Begründung: „Durch die Auferstehung Jesu von den Toten."

Also: Die Auferstehung Jesu von den Toten bedeutet für uns eine neue Geburt unseres Lebens.

Um das zu verstehen, erinnern wir uns am besten noch einmal an das Beispiel von der Schutzimpfung. [Bild zeigen: => Glasampullen Impfserum]

Ihr wisst, welches Prinzip der Schutzimpfung zugrunde liegt? Da wird echtes krankheitserzeugendes Serum so verändert, dass die Virenstämme zwar noch da sind, sie auch noch als die Krankheitsstämme erkennbar sind, aber sie sind so verändert oder abgetötet, dass sie die Krankheit nicht mehr
auslösen können. Wenn jetzt dieses Serum in den Körper injeziert wird, meint der Stoffwechsel, dass ein Angriff der Krankheitserreger stattfindet, und so wird schleunigst begonnen, die entsprechenden Antikörper zu bilden. Weil aber die „entschärften" Erreger nicht schaden können, bricht die
Krankheit auch nicht aus. Und nur so hat der Organismus überhaupt erst genügend Zeit, um die Antikörper zu bilden. Wenn dann tatsächlich irgendwann ein Angriff der betreffenden lebendigen schädlichen Viren stattfindet, ist der Körper durch die schon vorhandenen Antikörper geschützt.

So ähnlich bedeutet der Tod Jesu eine Art Schutzimpfung zur lebendigen Hoffnung des Ewigen Lebens
für uns. Jesus ist gestorben für unsere Schuld und Sünde. Er hat die Strafe getragen, die wir hätten tragen
müssen. Aber der Vater im Himmel hat ihn wieder auferweckt von dem Tod. Damit wurde die Endgültigkeit in der Macht des Todes sozusagen „inaktiviert", ganz ähnlich wie bei dem Impfserum mit den ansonsten tödlichen Virenstämmen entschärft werdern. In Jesus ist der Tod getötet.
Jesus ist sozusagen der „Impfstoff" gegen die ewige Verlorenheit.
Solange das Serum in der Ampulle ist, schützt es dich nicht. Dieser „Impfstoff" -in Anführungszeichen- wird aktiv, wenn er in dein Leben hereinkommt. Das ist
genauso wie eine Impfung erst wirksam wird, wenn das Serum bei dir injeziert wird. Wenn der gestorbene und auferweckte Christus nun in deinem Leben ist, hast du Anteil am Tod und an
der Auferweckung Jesu. Deine Verlorenheit ist überwunden!

Du hast eine wahrlich lebendige Hoffnung!

3. Die lebendige Hoffnung
Ganz wie der Impfstoff in deinem Körper bewirkt, dass du anfängst die passenden Antikörper gegen die Krankheit zu entwickeln, ganz so bewirkt der gestorbene und auferstandene Christus in deinem
Leben, dass du anfängst eine lebendige Hoffnung zu entwickeln.

Erst weil Jesus dir grundsätzlichen Frieden mit Gott geschenkt hat in der Vergebung deiner Schuld, hast du nun überhaupt erst den geschützten Freiraum, um ein Leben in der Gemeinschaft mit Gott zu
lernen. Zu lernen, auf seine Stimme zu hören, zu lernen, den Versuchungen und Anfechtungen zu widerstehen in der Kraft des Heiligen Geistes. Jetzt fängst du an so etwas wie – sagen wir mal –
„geistliche Antikörper" zu bilden, damit du gegen spätere echte Angriffe des Bösen gewappnet bist.

Das ist so wie es Jesus in einem anderen Bild in Joh 4, 14: ausdrückt: „… wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm
geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt."

Also. Die Quelle des Ewigen Lebens ist mitten drin in deinem Leben. Das ist Jesus, der
auferstandene HERR. So wie die Quelle sprudelt und immer mehr Wasser hervorbringt, so sprudelt auch das Ewige Leben in dir.

Deshalb ist die Hoffnung „IN CHRISTUS" eine lebendige Hoffnung!

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