Leben im Licht

Liebe Gemeinde,

diese Botschaft von Jesus Christus hören wir sehr gerne: " Gott ist Licht. Bei ihm gibt es keine Finsternis." An anderer Stelle sagt der 1. Johannesbrief, dass Gott Liebe ist. Wo Licht ist, ist Leben und Liebe. Wo die Liebe ist, herrschen Gerechtigkeit und Frieden.

Jesus hat uns Gott als den gezeigt, der ausnahmslos auf unserer Seite steht. Wir sind ihm wichtig. Wir sollen leben. Wir sollen über unser Leben hinaus auf ihn hoffen. Seit Christi Auferstehung ist er, sein Reich und seine Gerechtigkeit, das Ziel unseres Lebens,. Der Seher der Offenbarung stellt uns das Bild einer neuen Welt vor Augen. Das Alte ist vergangen, es ist alles neu geworden. Gott wohnt in der neuen Welt, die von ihm kommt, mitten unter den Menschen.

Es ist gut, diese helle und glänzende Seite Gottes herauszustellen. Es geschieht so viel Unglück und Schmerzhaftes, dass wir es uns nicht oft genug klar machen müssen, dass unser Gott unseren Frieden will. Er hat gute Gedanken über uns. Gedanken des Friedens und nicht des Leidens.

Wir erleben Gott aber auch als dunkel, verborgen, rätselhaft und uns im höchsten Maße ängstigend. Wenn uns unverschuldetes Leid geschieht fragen wir, warum Gott das zulässt. Wir verstehen nicht, warum es gerade uns trifft. Wir zweifeln an Gott. Wir hadern mit ihm.

Auch wenn Gott Licht ist und keine Finsternis, wollen wir trotzdem davon sprechen, dass er uns auch rätselhaft und verborgen ist. Wir sollten ihm unsere Not klagen. Auch anklagen können wir ihn. Jesus schrie am Kreuz: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Das ist aus dem Psalm 22. Ebenso klagt der Beter im Psalm 42 und 43 Gott an, dass er ihn aufgegeben hat.

Die Taufe macht deutlich, dass Gott uns bedingungslos liebt. Der Schreiber dieses Briefes sagt in 4,10: "Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt." Ihm ist unser Leiden und die Not der Welt sehr wohl vor Augen. Darum hat er Jesus Christus in die Welt gegeben, damit Not, Leiden und Tod überwunden werden. Immer da, wo Menschen trotz schlimmster eigener Erfahrung dennoch glauben, hoffen und lieben, wird Gottes neue, zukünftige Welt in unserer Welt zeichenhaft sichtbar.

Jesus Christus ist der Wendepunkt, wo Schuld und Versagen, Gottesferne und Gottesflucht aufgehoben werden. Die Sünde ist unser gelebtes Nein zu Gott. Wir wollen Wege abseits von ihm gehen. Wir gestalten unser Leben außerhalb seiner Zusagen und Liebe und geraten damit in Schuld und Vergehen.

Jesus hat Gottes Gebot auf den Punkt gebracht, indem alle Gebote gebündelt sind und sich daran messen lassen müssen. Wir sollen Gott mit unserem ganzen Leben lieben und ebenso unseren Nächsten, wie wir uns selbst lieben.

Nur die Liebe vermag Fehler, Versäumnisse, Schuld und Versagen zu neuem Leben verwandeln. Sie sucht nach Wegen der Verständigung, des Verzeihens und der Versöhnung. Jesus Christus hat durch seinen Tod und seine Auferstehung dazu das Tor geöffnet. Indem wir lieben, gehen wir durch dieses Tor hindurch in das Licht Gottes.

Nach gängiger Redensart sind wir im Tode alle gleich. Das mag stimmen, weil kein Lebewesen dem Tode aus weltlicher Sicht und menschlicher Anstrengung heraus entgeht. Aber im Glauben an Jesus Christus leben wir im Licht Gottes und sind alle miteinander verbunden zu einer neuen, ewigen Gemeinschaft. Gemeinde, Kirche und Gottesdienst mit allen Fehler und Schwächen, die wir erleben und leben sind dennoch Zeichen für die neue Wirklichkeit Gottes und seines Licht des Lebens.

Gott wird auch weiterhin von uns als düster, fragwürdig und unverständlich erfahren. Dennoch bleibt er unser Gott des Lichtes, des Lebens und der Liebe. Er nehme die Lasten und alles, was uns von ihm trennt von uns, damit wir, mit beiden Beinen in dieser Welt stehend, im Vertrauen zu ihm leben können.

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