Komm, sag es allen weiter

Liebe Gemeinde,

komm, sag es allen weiter haben wir im letzten Lied gesungen. Damit ist mit anderen Worten gesagt, was Paulus hier meint: das das Evangelium von Jesus Christus den Siegeslauf in jedes Haus antrete. Das Wort Gottes soll in jedes Hardheimer und Höpfinger Haus hineinlaufen. Jeder hier soll von dieser großartigen Einladung hören.

Zum Laufen gehören zwei Füße. Oder haben Ihr schon einmal eine laufende Bibel gesehen? Eine mit zwei Füßen? Ich habe noch keine gesehen. Darum sind wir gefragt, dass wir auf unseren beiden Füßen zu den Menschen gehen. Wir sollen Gottes Wort allen weitersagen. Und das ist keine traurige Sache. Sondern Gottes Wort soll weiter getragen werden. Denn es ist eine frohe Botschaft, eine freudige Nachricht. Aber dazu müssen wir es zuerst einmal hören und kennen, das gute Wort Gottes. Und so ist es gut, das ihr heute morgen hierher gekommen seid. Denn im Gottesdienst kommt das Wort Gottes unter die Menschen. Dieses Wort Gottes ist die Grundlage unseres Glaubens. Damit sie es kennen lernen sind die zukünftigen Konfirmandinnen und Konfirmanden hier. Ihr habt eure beiden Füße genommen und seid hier gekommen, um euch zum Konfirmandenunterricht anzumelden.

Ihr könnt euch zum Konfirmandenunterricht anmelden und mehr über dem Glauben erfahren. Der Glauben ist ein Angebot und ein Geschenk Gottes. Ob ihr das dann annehmt, das müsst ihr dann selbst entscheiden, wie folgende Geschichte zeigt.

Ein Vater schenkt seinem achtzehn-jährigen Sohn, der gerade den Führerschein bestanden hat, ein Auto. Der Sohn kann sich nichts darauf einbilden. Nicht er hat sich das Auto gekauft, sondern sein Vater hat es ihm geschenkt. Und nun kann er sich freuen und mit dem Auto herumfahren. Nehmen wir einmal an, der Sohn sagt, das Auto will ich nicht. Ich glaube überhaupt nicht, dass so ein Auto existiert, der Vater hat mir die Autoschlüssel und den Fahrzeugschein nur gegeben, um mich zu täuschen. Ich glaube ja nicht im Traum daran, dass da vor der Tür ein Auto steht. Jetzt werden Sie sagen, das ist doch nicht möglich. Das ist unglaubwürdig, was ich da geschildert habe. Ich wünsche, es wäre unglaubwürdig. Denn die meisten Menschen verhalten sich im Bezug auf den christlichen Glauben gerade so.

Gott hat uns das Auto des Glaubens vor die Tür gestellt. Er hat uns die Autoschlüssel gegeben. Die Person Jesus Christus ist der Schlüssel dafür. Er hat uns die Papiere ausgestellt und das Auto angemeldet. Die Papiere und den Führerschein finden wir in den Bibel, Taufe und Konfirmandenunterricht. So können wir vor die Tür gehen, hinaus aus der Kirche und den Glauben im Alltag leben. Aber leider verhalten wir uns oft wie der Sohn dieses Vaters. Wir hören uns an, was hier vom Glauben und vom Schlüssel erzählt wird. Und wenn wir aus der Kirche und Konfirmandenunterricht hinausgehen, denken wir nicht daran das ganze anzuwenden.

Ich habe jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber in der Grundtendenz ist es so, wie ich es jetzt beschrieben habe. Statt das wir mit dem Glauben starten und losfahren, machen wir keine Anstalten dazu. Achtet nächste Woche einmal darauf, was ihr von eurem Glauben im Alltag lebt. Achtet einmal darauf, wie vielen Menschen ihr nächste Woche von eurem Glauben weitererzählt. Achtet darauf, ob ihr beten und in der Bibel lest. Sind Sie bereit, wenn wir Schwierigkeiten mit Anderen haben, diesen zu vergeben. Können wir unserem Ehepartner, unseren Kindern, unseren Arbeitskollegen vergeben? Trösten wir Menschen die in Trauer sind? Helfen wir Menschen, die in Not sind?

Gott hat uns den Glauben geschenkt. Doch es gibt Menschen, die diese Angebot Gottes verachten. Und das stimmt mich traurig, denn diese Menschen wissen nicht, was ihnen entgeht. Denn wenn ich den schweren Schritt gehe, einem Anderen zu vergeben, gewinne ich ihn. Ich habe meinen Stolz verloren und diesen Menschen gewonnen. Oder wenn ich einen anderen Menschen tröste, dann werde ich selbst Hoffnung bekommen. Indem ich nicht nur auf meine Probleme schaue, öffnet sich mein Blickwinkel. Wenn ich anderen Menschen in Not helfe, merke ich wie gut es mir eigentlich geht. Ich habe ein Stück von meiner Zeit oder meinem Besitz verloren, aber sehr viel an Dankbarkeit gewonnen.

Glauben kann man weder in die Kategorien schwer noch leicht fassen. Denn mit dem Glauben ist es eine besondere Sache. Glauben schenkt uns Gott. Er gibt uns einen unglaublichen Vertrauens-Vorschuss. Das ist so, wie der Vater der seinem Sohn ein Auto schenkt. Er vertraut ihm und gibt es ihm. Wenn sich der Sohn ins Auto setzt und mit ihm auf den Straßen herumfährt, dann gibt es gewisse Regeln, die er einhalten muss, die Verkehrsregeln. Auch im Glauben ist es gut auf den Straßen zu fahren. Die Straßen im Glauben sind die Gemeinschaft mit anderen Christen. Wenn ich mich mit anderen Christen treffe, um über den Glauben zu reden und aus dem Glauben heraus zu handeln, dann bewege ich mich auf der Straße.

Ich kann natürlich sagen, ich brauche die Straßen nicht, ich fahre lieber über den Acker. Aber genauso wie das dem Auto nicht gut tut, genauso tut das unserem Glauben nicht gut. Wir brauchen die Gemeinschaft mit anderen Christen, sonst geht unser Glaube zugrunde. Auch wenn es an der Kirche berechtigte Kritik gibt, brauche ich die Gemeinde und die anderen Christen in ihr. Und wie es auf den Straßen Verkehrszeichen gibt, gibt es für den Glauben gewisse Regeln. Wenn ich bei Rot über die Kreuzung fahre muss ich damit rechnen, mit einem Auto zusammenzustoßen, dass Grün hat. Die Gebote Gottes, z.B. die zehn Gebote sind solche Verkehrszeichen. Aber ich darf diese Gebote nicht mit dem Glauben verwechseln. Das ist auch ganz einfach deutlich zu machen. Wir wissen, das zwischen einem Auto und den Verkehrszeichen ein großer Unterschied besteht. Und wenn ich alle Verkehrsregeln einhalte, besitze ich noch lange kein Auto. So ist es auch im Glauben. Wenn ich alle Gebote Gottes einhalte, habe ich noch lange keinen Glauben, bin ich noch kein Christ. Glaube ist ein Geschenk Gottes, das wir uns von ihm schenken lassen. So wie nicht das Einhalten der Verkehrszeichen mir ein Auto gibt, so bin ich durch das Halten der Gebote ein Christ. Ich brauche ein Auto, ich brauche den Glauben und dann hat das Einhalten der Verkehrszeichen, das Halten der Gebote einen Sinn.

Noch ein Weiteres: ich muss ein Auto pflegen und warten. Das mindeste was es braucht ist Benzin. Ohne Benzin bleibt es ganz einfach stehen. Das Benzin des Glaubens ist Gottes Wort. Wenn wir nicht in den Gottesdienst gehen und in der Bibel lesen bleibt unser Glauben einfach stehen. Er rührt sich nicht von der Stelle, setzt Rost an und nach einiger Zeit taugt er noch zum Verschrotten.

Gott hat uns den Glauben geschenkt. Wir können ihm vertrauen. Gott ist treu, das ist schöne Zusage. Und wir können uns darüber freuen, dass auf Gott Verlass ist. Und auch das haben wir in dem Lied: komm, sag es allen weiter gesungen: wir haben sein Versprechen, er nimmt sich für uns Zeit. Gott ist treu. Wir dürfen in seinem Abendmahl zu ihm kommen. Dort wird ein Stück weit sichtbar, das Gott uns Glauben schenken will. Und darum kann Paulus schreiben: "Im Glauben an den Herrn vertrauen wir darauf, dass ihr euch jetzt und in Zukunft an alle unsere Anweisungen haltet." Auch ich habe dieses Vertrauen von dem hier die Rede ist. Denn die Liebe Gottes und die Geduld Christi gilt auch uns. Er wartet mit dem Geschenk des Glaubens auf uns. Wir dürfen dieses Geschenk annehmen. "Gott ist treu. Er wird euch Mut und Kraft geben und euch vor allem Bösen bewahren."

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