Heute und alle Tage

Liebe Gemeinde,

auf sehr ungewöhnliche Weise hat Gott sein Versprechen, unter uns zu wohnen, wahrgemacht. Vom Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, erwarten wir ein wenig mehr, als ein Kind, dessen Abstammung möglicherweise entsprechend seiner Verheißungen aus alten Zeiten auf König David zurückgeht. Ein Gott kann doch nur gewaltig und unübersehbar für alle Welt kommen. Der muß doch Himmel und Erde in Bewegung setzen, dass die Welt vor ihm erzittert.

Unser Gott fängt ganz unten an. Da, wo auch wir herkommen. Er tritt aus dem Leib Marias heraus. Alle Himmel verkünden seine Botschaft: Frieden auf Erden bei den Menschen, die er auf immer und ewig in sein Gottesherz geschlossen hat.

Gott fängt ganz unten an. Mitten in unserer Zeit, am Rande der Welt, unbedeutend und einfach. Er ist mehr als nur ein Gott zum Anfassen. Er geht mit uns mit. Er leidet mit uns mit. Er stirbt mit uns mit. Er steht für uns von Tode auf, damit wir leben, wie er es zugesagt hat.

Um seiner Glaubwürdigkeit willen verzichtet Gott auf Glanz und Gloria. In Krippe und Kreuz bleibt er uns nahe. Sein guter Hirte Jesus Christus lässt uns hoffen, dass Frieden und Gerechtigkeit heute in Palästina und wo immer in dieser Welt, dennoch möglich sind und sich ausbreiten werden.

Lassen wir ihn uns willkommen sein, der uns auf den Weg des Friedens stellt, ohne uns darin allein zu lassen. Wir wissen Gott durch Jesus Christus an unserer Seite in unserem Alltag, der alles andere als rosig und fröhlich ist. Er wohnt mitten unter uns. Er lebt mitten in uns. Auch dann, wenn wir so wenig davon spüren.

Gott ist nicht daran gebunden, ob wir glauben können oder nicht. Er ist einzig und allein an seine Liebe gebunden, mit der er uns auf gleicher Ebene begegnen, auf der wir leben. Manchmal, im Nachhinein sagen wir dann wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus: "Brannte nicht unser Herz in uns, als uns dieses und jenes begegnete und widerfuhr?"

Gott wird kommen und immer da sein, anders, als wir es erwarten und erfahren. Wenn Gott kommt, werden wir ihn weder durch unseren Glauben, noch durch unseren Unglauben, weder durch den Weihnachtsrummel noch durch Festtagsstimmung, weder durch Krieg noch durch Frieden aufhalten oder gar herbeizwingen können. Wenn er kommt, wird unser Herz voller Freude und unser Mund voll Lachens sein. Unsere Augen werden gleich den Kinderaugen strahlen, weil wir spüren und erfahren, er ist da, mitten unter uns. In der tiefsten Dunkelheit wird es hell um uns herum sein.

Allein Gottes Anwesenheit ist das große Geschenk an uns. Wir können sie nicht festschreiben, aber ihr gemäß uns freuen und leben. Das geschieht heute und alle Tage. Davon singen wir frohe Lieder, erzählen wir überschwengliche Geschichten.

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