Happy Birthday, Jesus

Liebe Gemeinde,

in diesem Gottesdienst heute morgen verbindet uns, dass wir hierher gekommen sind, um den 2006.Geburtstag von Jesus Christus zu feiern. Jetzt beginnt ihr sicher zur rechnen und sagt, das ist noch keine 2006 Jahre her, dass Jesus geboren ist. 2000 Jahre sind das doch. Doch es stimmt: es ist der 2006.Geburtstag. Ich will euch das erklären. Unsere Zeitrechnung vor und nach Christus wurde erst im Jahre 400 n. Chr. von einem Mönch Gregor eingeführt und der hat sich beim zurückrechnen der 400 Jahre um 7 Jahre verrechnet. Das können wir wegen zwei Gründen nachweisen: 1) Jesus wurde unter Herodes dem Großen geboren. Dieser Herodes starb 4 v. Chr. 2) In der Weihnachtsgeschichte wird uns von einem hellen Stern über der Krippe berichtet. Im Jahre 7 v. Chr. standen Jupiter und Saturn so, dass sie ziemlich hell am Himmel waren. So ist das wahrscheinlichste Geburtsjahr 7 v. Chr. Aber warum feiern wir dann nicht den 2007.Geburtstag von Jesus? Es kommt eine zweite Sache hinzu. Auf das Jahr 1 vor Christus folgt das Jahr 1 nach Christus. Das Jahr Null wird in der Geschichtsschreibung einfach ausgelassen, das gibt es nicht.

So feiern wir also im Jahre 2000, das ist 2000 plus 7 minus 1, den 2006. Geburtstag von Jesus Christus. Und so wollen wir bedenken, was Johannes im dritten Kapitel seines Evangeliums über unser Geburtstagskind schreibt:

3:31 Er ist vom Himmel gekommen und steht deshalb über allen. Wir aber gehören zur Erde und können nur von irdischen Dingen reden. 3:32a Christus kommt vom Himmel und kann bezeugen, was er dort gesehen und gehört hat. Die Meisten von uns waren schon einmal im Ausland z.B. Frankreich. Frankreich ist ein anderes Land und da spricht man eine fremde Sprache, Französisch. Wer kein Französisch kann, der hat Schwierigkeiten es zu verstehen, er kann sich nicht mit den Leuten unterhalten. Mit den himmlischen Dingen ist es ähnlich, wie mit einer Fremdsprache. Wenn wir die Sprache nicht kennen, wie sollen wir etwas über Gott und den Himmel wissen. Und es ist ungleich schwieriger. Nach Frankreich können wir reisen, nicht aber in den Himmel. Einen Sprachkurs für Französisch können wir belegen. Aber gibt es auch einen Sprachkurs für himmlische Dinge? Ich glaube schon:

3:31 Er ist vom Himmel gekommen und steht deshalb über allen. Wir aber gehören zur Erde und können nur von irdischen Dingen reden. 3:32a Christus kommt vom Himmel und kann bezeugen, was er dort gesehen und gehört hat. Jesus berichtet uns von den himmlischen Dingen und von Gott. Er war von Anfang an bei ihm und kennt ihn, wie ein Sohn seinen Vater. Er redet Gottes Worte. Hier bekommen wir einen Sprachkurs für himmlische Dinge. Hier geht ein Traum der Menschheit in Erfüllung. Den Traum, in den Himmel zu reisen, haben Menschen schon lange geträumt. Viele erinnern sich sicher, als es in den sechziger Jahren technisch möglich wurde, in den Weltraum zu fliegen. Dort haben die Astronauten zwar den Mond, Kometen und viel leeren Raum, aber nicht den Himmel gefunden. Der Himmel muss also etwas anderes sein als die Atmosphäre und das Weltall. Und dennoch ist der Himmel viel näher als wir meinen und ihn suchen. Heute an Weihnachten denken wir daran, das Gott in Jesus Mensch geworden ist. So spricht Jesus beide Sprachen, die himmlische und die menschliche. Und als Dolmetscher übersetzt für uns die himmlische Sprache in eine uns verständliche.

Durch ihn haben wir genaue Aussagen über Gott. In seinem Leben und Reden wird Gottes Liebe zu uns deutlich. Die Bibel berichtet darüber. Sie ist ein Sprachkurs für himmlische Dinge. Somit ist die Sprachlosigkeit zwischen Gott und Mensch beseitigt. Jesus lehrt uns, wie wir mit und von Gott reden können. Die erste Lektion dieses biblischen Sprachkurses ist Weihnachten. Weil Gott die Welt liebt, sandte er seinen Sohn zu uns. Unsere Erde, die nur Irdisches hervorbringen kann, wird vom Sohn Gottes besucht und von seiner Liebe erfasst. Gott will an Weihnachten zu jedem einzelnen von uns kommen. 3:35a Der Vater liebt den Sohn, Gott gibt seinen geliebten Sohn in unsere Welt und er (Vers 35b) 3,35b und hat ihm alle Macht gegeben. Das bedeutet, dass die ganze Welt in Jesu Hand ist. Alle Macht, das heißt auch ich, jeder einzelne hier in diesem Gottesdienst ist in Jesu Hand. Ich bin in Jesu Hand geborgen und von Gott geliebt. Ein Bild für diese Geborgenheit stellt eine Mutter mit ihrem Säugling dar. Gott hat davon geredet, dass Gott unser Vater ist. Auch hier müssen wir wieder diesen Begriff von der himmlischen in die irdische Sprache bzw. umgekehrt übersetzen. Menschliche Väter werden ihren Kindern nie völlig gerecht. Das merke ich selber, wie ich daran scheitere, meinen Kindern immer die Zeit zu geben die sie brauchen. Das merke ich, wie schwer es ist, Streit zwischen den Kindern gerecht zu schlichten. Das merke ich, wenn ich ein Kind dem anderen bevorzuge.

Das Bild, das ich meinen Kindern als Vater vermittle ist unvollkommen. Gott dagegen ist ein vollkommener Vater. Jesus hat gesagt: Gott ist immer ganz Ohr. er hat immer Zeit, wenn wir mit ihm reden, wenn wir ihn brauchen. Jesus hat von Gott als Vater gesagt, dass er absolut gerecht ist. Er wird uns am Ende mit seiner Gerechtigkeit richten. Und Jesus hat auch gesagt, dass Gott, der Vater, keinen bevorzugt, alle Menschen sind vor ihm gleich. Und so merke ich, wie Gott mein unvollkommenes Vatersein in das himmlischer Vaterbild Gottes übersetzt. Das hilft mir, ein Vorbild zu haben, wie ich meinen Kindern ein guter Vater sein kann Aber noch viel mehr, dass ich weiß, dass mein himmlischer Vater im Himmel ein Vater für mich ist, zu dem ich kommen darf. Seht ihr, so praktisch ist der Sprachkurs Jesu. Und so wie der Vater Jesus liebt, liebt er auch mich. Diese Liebe Gottes, die mir gilt, ist die Fülle der Weihnachtsfreude. Aber ist Weihnachten die Erfüllung unserer Wünsche und Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Geborgenheit?

Dann müsste es anders aussehen auf der Welt. Es zeigt sich ein anders Bild, wenn wir in die Zeitung schauen, die Nachrichten einschalten und auch unsere Nachbarn und Familien erleben. Jeden Tag bekommen wir es plastisch vor unsere Augen gestellt in Kriegen, Unruhen, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Zugkatastrophen, BSE, Familienstreit, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Diese Geschehnisse zeigen den Zustand der Welt. Man kann es mit einer endlosen Nacht vergleichen, die immer neue Schrecken hervorbringt. Ich habe mich mit einem Gemeindemitglied unterhalten und da sind wir auf die Frage gekommen, warum die Menschen so dumm sind, sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Wir habe eine ganze Weile darüber geredet und da habe ich zu ihm gesagt, dass ich glaube, dass das Böse tief im Menschen selbst verwurzelt ist. Das Böse ist Wirklichkeit, das können wir tagtäglich sehen. Doch auch hier greift der Sprachkurs Gottes. Beziehungsweise hier weitet sich der Sprachkurs zu einem Lebenskurs den Jesus uns vorgelebt hat. Er hat uns gezeigt, wie wir das Böse besiegen können. Gegen das Böse gibt es nur eine Hilfe: in persönlicher Gemeinschaft mit Gott leben und daraus die Kraft schöpfen dem Bösen die Liebe Gottes entgegenzusetzen. Jesus hat uns das vorgelebt und vorgekämpft. Er hat in der ständigen Gemeinschaft mit Gott gelebt.

Weihnachten heißt, dass Gott anwesend ist. Gott wendet sich uns zu. Er wendet sich in dem Sohn zu, den er gesandt hat. In ihm wird die Liebe sichtbar und es wir deutlich wie Gott wirklich ist. Gott ist der liebende Vater, der sich seinen Geschöpfen zuwendet. Dieser Zuwendung Gottes können zwei Reaktionen folgen: Die erste Reaktion ist: (Vers 33) Wer aber an ihn glaubt, bestätigt damit, dass alles wahr ist, was Gott sagt. Wir glauben dem Zeugnis Jesu, wir glauben seiner Rede von Gott und den himmlischen Dingen. Damit geben wir zu, dass Gott recht hat und er uns wahrhaftig liebt. Oder die andere Reaktion ist: (Vers 32b) Trotzdem glaubt ihm keiner! Wir glauben ihm nicht, wir sind ungehorsam, dadurch bleiben wir in der Gottesferne bis in alle Ewigkeit. Wir gehen unsere eigenen Wege und haben damit über uns selbst das Gericht gesprochen. So befinden wir in der Nacht der Welt, finden das Licht nicht, dass durch das Kommen Gottes an Weihnachten zu uns kam. Der letzte Vers des Predigttextes bringt diesen Gedanken auf den Punkt: (Vers 36) Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber nicht an ihn glaubt, wird nie zum Leben gelangen, sondern Gottes Zorn wird ihn treffen. Es geht um das ewige Leben. Das ewige Leben ist das göttliche Leben, das Leben, in dem Gott anwesend ist. Es beginnt deshalb schon jetzt, hier und heute. Ein Kennzeichen dieses wirklichen Lebens ist die Freude, die von Weihnachten ausgeht, weil Gott anwesend ist. Zum Schluss möchte ich noch einmal zusammenfassen: Nur so kann es wirklich Weihnachten werden, wenn wir lernen, nicht nur den Geburtstag dieses Kindes zu feiern, sondern auch auf die Worte Jesu hören und vertrauend gehorchen. So wird unser Leben in der Gemeinschaft Gottes Sinn und Erfüllung finden.

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